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US-Waffenschmiede flüchtet sich wegen hoher Schulden und rückläufiger Nachfrage in die Insolvenz

Remington sucht Schutz vor seinen Gläubigern

Madison (DK
erstellt am 13.02.2018 um 19:43 Uhr
aktualisiert am 28.02.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Madison (DK) Hohe Schulden und die sinkende Nachfrage nach Pistolen und Gewehren zwingen einen der ältesten US-Waffenhersteller in die Insolvenz. Die Remington Outdoor Company kündigte am Montag (Ortszeit) in Madison (North Carolina) einen Antrag auf Gläubigerschutz nach Chapter 11 der US-Insolvenzordnung an.
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Das Verfahren soll dem Unternehmen, dessen Wurzeln bis ins Jahr 1816 zurückreichen, bei laufendem Geschäftsbetrieb den Abbau eines großen Schuldenbergs ermöglichen.

Der Schritt sei Teil eines mit Banken und Investoren vereinbarten Abkommens, teilte Remington mit. Mithilfe des Rettungsplans sollen der rund 950 Millionen Dollar (etwa 770 Millionen Euro) umfassende Schuldenberg um 700 Millionen Dollar abgebaut sowie 145 Millionen Dollar an neuem Kapital zur Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebs aufgebracht werden. Remingtons Absatzzahlen waren in den ersten neun Monaten 2017 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 27 Prozent abgesackt, das operative Ergebnis rutschte mit 28 Millionen Dollar ins Minus.

Bislang gehört Remington der Beteiligungsgesellschaft Cerberus. Sie hatte das Unternehmen 2007 gekauft, suchte aber schon seit Jahren vergeblich einen Käufer. Im Rahmen der Insolvenz soll Remington von Kreditgebern übernommen werden. Der Betrieb werde nicht gestört, Rechnungen und Löhne würden weiterbezahlt, hieß es.

Die US-Waffenindustrie leidet seit der Wahl von Donald Trump zum Präsidenten unter sinkenden Verkäufen, obwohl dieser ein Freund der Branche ist. Experten erklären den Rückgang der Nachfrage mit weniger Furcht vor strikteren Waffengesetzen. Wegen der Aussicht auf eine strengere Regulierung hatten sich die Amerikaner während der Amtszeit von Barack Obama und insbesondere während Trumps Wahlkampf in großem Stil mit Waffen eingedeckt.

Unter sinkenden Verkaufszahlen seit dem Regierungswechsel leiden auch andere Hersteller. Remington geriet jedoch schon früher in Schwierigkeiten. Das Unternehmen wurde wegen angeblich defekter Gewehre und wegen des Schulmassakers in Sandy Hook 2012 verklagt, bei dem unter anderem ein Sturmgewehr des Herstellers eingesetzt wurde.

Für Cerberus-Chef Stephen Feinberg, einen prominenten Unterstützer Trumps, dürfte die Insolvenz der Waffenschmiede deshalb nun besonders bitter sein. Remington ist mit rund 3500 Mitarbeitern einer der größten US-Hersteller von Munition und Schusswaffen.

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