Montag, 16. Juli 2018
Lade Login-Box.

Aber 1,3 Millionen Arbeitnehmer finden keinen Vollzeitjob Vor allem Ältere betroffen

Immer weniger unfreiwillig in Teilzeit

Berlin
erstellt am 27.11.2017 um 18:53 Uhr
aktualisiert am 19.12.2017 um 03:33 Uhr | x gelesen
Berlin (DK) Immer weniger Menschen arbeiten unfreiwillig in Teilzeit. Im vergangenen Jahr haben 1,3 Millionen Frauen und Männer keine Vollzeitstelle gefunden und deswegen in Teilzeit gearbeitet. Das waren 163 000 weniger als ein Jahr zuvor und 910 000 weniger als 2008, als mit 2,2 Millionen unfreiwilligen Teilzeitkräften ein Höchststand seit der Wiedervereinigung erreicht worden war.
Textgröße
Drucken

Das geht aus aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden hervor, die unserer Berliner Redaktion vorliegen.

Trotz der Rekordbeschäftigung arbeiten aber immer noch 11,2 Prozent aller Teilzeitkräfte und damit mehr als jeder Zehnte unfreiwillig nicht in Vollzeit. Am höchsten ist der Anteil der unfreiwillig Teilzeitbeschäftigten mit 13,7 Prozent unter den 55- bis 64-Jährigen. Die Zahl der Frauen, die gezwungenermaßen nicht in Vollzeit arbeiten, liegt mit 906 000 fast dreimal so hoch wie die der Männer mit 373 000.

Die Zahl der unfreiwillig Teilzeitbeschäftigten ist seit dem Höhepunkt der Arbeitsmarktkrise Ende der 90er Jahre kontinuierlich gesunken. Sie liegt aber immer noch massiv über der Zahl aus der Zeit zu Beginn der 90er-Jahre. Im Jahr 1991 saßen 283 000 Frauen und Männer auf einer Teilzeitstelle fest und fanden keinen Vollzeitjob. Das waren 5,4 Prozent aller Teilzeitbeschäftigten. Bei den 55- bis 64-Jährigen stieg die Quote seitdem von 4 auf 13,7 Prozent im Jahr 2016.

Teilzeitbeschäftigung sei in vielen Fällen nicht existenzsichernd und führe in Altersarmut, sagte Sabine Zimmermann, Vize der Linken-Bundestagsfraktion, unserer Berliner Redaktion. Sie forderte: "Eine neue Bundesregierung muss dafür sorgen, dass unfreiwillige Teilzeitbeschäftigung zurückgedrängt wird". Notwendig sei "ein Rückkehrrecht in Vollzeit" sowie die Überführung von Minijobs in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung. Es passe nicht zusammen, "wenn Arbeitgeber über einen vermeintlichen Fachkräftemangel jammern, gleichzeitig aber so viele Beschäftigte in unfreiwillige Teilzeit zwingen", sagte Zimmermann weiter.

Von Tobias Schmidt
Kommentare

Schreiben Sie den ersten Kommentar!

Kommentare geben die Meinung des Verfassers wieder. Für die Inhalte übernimmt donaukurier.de keinerlei Verantwortung und Haftung. weitere Informationen
Um Beiträge schreiben zu können, müssen Sie eingeloggt sein!