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19.09.2013 20:11 Uhr | x gelesen
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Endspurt vor dem Urnengang


Berlin (DK) Gekämpft wird bis zur letzten Minute. Während Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Samstagnachmittag in Stralsund mit einer Kundgebung in ihrem Wahlkreis ihren Wahlkampf beendet, will Herausforderer Peer Steinbrück (SD) noch am Wahltag um Stimmen werben.


Steinbrück hat sich für Sonntag zu einem Frühschoppen-Termin in der Stadthalle in seinem Wohnort Bad Godesberg bei Bonn angesagt. Bis zum buchstäblich letzten Moment buhlen die Parteien um Wähler. In Leipzig, Berlin und Nürnberg stürzen sich SPD-Wahlkämpfer am Samstag ins Nachtleben, wollen in Klubs, Bars und Diskotheken um Jungwähler werben. Die CDU lässt einen Wahlkampf-Bus („Linie 150“) quer durch Deutschland touren – heute wird er an der Zugspitze und in München Station machen, am Samstag in Eisenach und Berlin. Operation Endspurt: Die Grünen setzen dabei besonders aufs Internet, werben per SMS oder Email und bei Facebook um Wähler. Die FDP schickt ihren Ehrenvorsitzenden in die Spur: Der liberale „Übervater“ Hans-Dietrich Genscher absolviert einen regelrechten Terminmarathon, spricht bei Kundgebungen wie heute in Frankfurt.

Das Werben um Stimmen unmittelbar bevor die Wahllokale öffnen, liegt voll im Trend. Vorbild sind die Vereinigten Staaten, wo diese Form des Wahlkampfes bereits Tradition hat. „72 Stunden Finale“, heißt es dieses Mal bei der SPD. „Drei-Tage-wach-Aktion“, nennen es die Grünen. „Sprich’ hundert Wähler an“, so der Titel der Endspurt-Kampagne der Linkspartei. Und auch die Union will auf den letzten Metern punkten. Heute erhalten bundesweit fünf Millionen Haushalte Post von der Kanzlerin. „Wenn Sie möchten, dass ich weiter als Ihre Kanzlerin arbeiten kann, dann gehen Sie bitte am Sonntag zur Wahl und geben Sie beide Stimmen der CDU“, schreibt Angela Merkel. Nichts soll dem Zufall überlassen werden. Es geht ums Ganze auf den letzten Metern. Schließlich sagen Demoskopen ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Schwarz-Gelb und der Opposition voraus, in dem womöglich wie bei der Landtagswahl im Januar in Niedersachsen eine geringe Stimmenzahl den Ausschlag geben könnte.

„Das, was in den letzten drei Tagen passiert, kann noch einmal einen großen Effekt haben. Erst recht dann, wenn es beim Wahlergebnis knapp wird“, so der Politologe Frank Brettschneider von der Universität Hohenheim. Viele Wähler legen sich erst in den letzten fünf Tagen vor dem Wahltermin fest. Die SPD investiert daher ein Drittel ihres Kampagnen-Etats für Öffentlichkeitsarbeit in den letzten Tagen vor dem Wahlsonntag. Sie hat diesmal gute Erfahrungen mit „Tür-zu-Tür“-Wahlkampf gemacht: Mehr als vier Millionen Hausbesuche haben die Genossen hinter sich, berichtet SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles. Bis Samstag zur Sportschau-Zeit soll das Klinkenputzen weitergehen.

 


Von Rasmus Buchsteiner
 
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