Man kann das natürlich im Zusammenhang mit dem Klimawandel sehen, der ja allen Prognosen zufolge mit einer Zunahme der sogenannten Extremwetterereignisse verbunden ist. Zunächst einmal ist Schnee im Winter, auch viel Schnee, aber nichts wirklich Ungewöhnliches in Süd- und Ostbayern.

Viele Menschen in den Bergen, die seit jeher ein engeres Verhältnis zu den Naturgewalten haben, sehen die Schneemassen denn auch eher entspannt. Gut, sie schauen besorgt auf ihre Hausdächer, sie ächzen angesichts der Knochenarbeit des Schneeräumens. Aber Katastrophe? Chaos?

Es sind eher die Stadtmenschen, die die Natur nur noch als Freizeitkulisse wahrnehmen und dann schnell mit dem Etikett "Wetterkatastrophe" zur Hand sind. In einer durchgetakteten Gesellschaft ist einfach nicht mehr vorgesehen, dass ein Ort mal nicht erreichbar, eine Straße nicht passierbar, ein Ziel nicht verfügbar ist. Sicher, es gibt Ausnahmen - streikende Piloten, die Münchner S-Bahn -, aber die Natur als bestimmender Einflussfaktor des Alltagslebens ist doch ziemlich aus dem Blick geraten.

Wenn die Klimawandel-Prognosen so eintreffen, wird sich das ändern. Es ist vor diesem Hintergrund beruhigend zu sehen, wie unsere Gesellschaft abseits der Hass- und Häme-Welt der sozialen Netzwerke im "richtigen" Leben funktioniert. Wie selbstverständlich freiwillige Feuerwehren, Technisches Hilfswerk - auch aus unserer Region -, Bundeswehr, Rotes Kreuz und viele andere einspringen, um den betroffenen Orten bei der Bewältigung der Schneemassen zu helfen. Das ist ein Wert, der gar nicht hoch genug geschätzt werden kann.