Dienstag, 17. Juli 2018
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Op-Art in Ingolstadt: Edgar Diehl & Friends in der Galerie von Mariette Haas

Schule des Gehens

Ingolstadt
erstellt am 12.07.2018 um 22:14 Uhr
aktualisiert am 12.07.2018 um 22:15 Uhr | x gelesen
Ingolstadt (DK) Das Auge spielt verrückt.
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Eine neue Dimension der Wahrnehmung: In der Galerie von Mariette Haas sind Objekte ausgestellt, die die Sinne irritieren.
Eine neue Dimension der Wahrnehmung: In der Galerie von Mariette Haas sind Objekte ausgestellt, die die Sinne irritieren.
Fotos: Hauser
Ingolstadt
Es flirrt im Hirn. Es dreht sich im Bauch. Die Bilder beginnen vor dem Blick des Betrachters zu schimmern, zu flackern und zu tanzen. Dabei sitzt er nicht in der Achterbahn, sondern steht in der Ingolstädter Galerie von Mariette Haas und betrachtet eine Arbeit von Edgar Diehl.

Der Wiesbadener Künstler stellt noch bis 28. Juli in Ingolstadt seine faszinierenden Streifenreliefs aus geknicktem Aluminium aus. Eingeladen hat er zur Schau noch weitere Künstlerfreunde: Roland Helmer, Gilbert Hsiao, Rob de Oude und Ivo Ringe. Allen gemein ist: Sie gehören der Konkreten Kunst an und sind Meister darin, die Sinne des Betrachters zu irritieren.

Auch Diehl ist so ein Künstler, der die Wahrnehmung auf die Probe stellt. Seine Werke - viele davon in schlichtem Schwarz-Weiß - erzeugen die Illusion von Bewegung und Tiefe, sie wandern, je nach der Position des Beschauers, auf- und abwärts, weichen zurück und treten hervor. Apropos Position: Die spielt bei Diehls Wandreliefs eine entscheidende Rolle. Wie der Wiesbadener selbst sagt, ist seine Kunst nicht nur "eine Schule des Sehens, sondern auch eine Schule des Gehens". Ein wahres Wort. Glaubt der Betrachter im einen Moment in das Wandobjekt eintauchen zu können, spielt die Wahrnehmung im nächsten Moment wieder Spielchen mit ihm, sobald er einen Schritt nach rechts geht und das Werk seitlich betrachtet. Auf einmal wirkt das Relief wie eine Fläche - die Dreidimensionalität ist plötzlich verschwunden.
 
Fotos: Hauser
Ingolstadt



Diehl ist in Ingolstadt kein Unbekannter. Einige seiner Arbeiten waren schon einmal in der Galerie von Mariette Haas. 2016 bei der Ausstellung "Sommer" und 2017 bei der Schau "Kleinformate". Die Galeristin freut sich sehr darüber, dass nun wieder zehn neue Exponate des Wiesbadeners in ihren Räumen hängen. "Wir sind einfach Fans seiner Arbeiten. Obwohl bei seinen Werken so viel los ist, erscheinen sie trotzdem geordnet und haben etwas Mystisches", sagt Haas.

Diehls Kunstwerke sind nicht leicht zu durchschauen - das sagt auch der Wiesbadener Künstler selbst und hat einen Rat für die Besucherinnen und Besucher der Ausstellung: "Diese Kunst fordert den Betrachter heraus, die gewohnten Erwartungen fallen zu lassen und sich auf das Neue einzulassen. Das heißt auch ganz praktisch, länger hinschauen, als man das gemeinhin macht, und sich von dem, was kommt, verzaubern lassen. "

Xenia Schmeizl
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