Samstag, 23. Juni 2018
Lade Login-Box.

Am Freitag Premiere: "Das lange Nachspiel einer kurzen Mitteilung"

Was bleibt

Ingolstadt
erstellt am 12.10.2017 um 19:39 Uhr
aktualisiert am 12.02.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Ingolstadt (DK) Sie heißen Jon, Sjon, Johan und Louise und hängen zusammen ab - in einer Kneipe oder sonst wo. Ewig geht das schon so. Bis Jon irgendwann zu Louise sagt: "Ich trage mich mit dem Gedanken, von hier wegzugehen." "Du kannst doch nicht einfach so weggehen", sagt Louise. "Ich dachte, vielleicht wäre es gut, sich mal woanders umzuschauen", erwidert Jon. Louise erzählt Sjon davon. Und der spricht mit Johan. Und irgendwie ist plötzlich der Wurm drin. Dann wird die Freundschaft infrage gestellt. Rivalitäten brechen auf. Es geht um enttäuschte Hoffnungen, Liebeslügen, Gleichgültigkeit, Angst, Frustration. "Da fängt ein Prozess an, der nicht mehr aufzuhalten ist. Und am Ende weiß keiner mehr, wie es begonnen hat", sagt Regisseurin Maaike van Langen, die "Das lange Nachspiel einer kurzen Mitteilung" ihres niederländischen Landsmanns Magne van den Berg im Studio des Stadttheaters Ingolstadt in Szene setzt. Heute Abend ist Premiere.
Textgröße
Drucken
Ingolstadt: Was bleibt
Louise (Yael Ehrenkönig) nimmt sich Jons Entscheidung sehr zu Herzen. Maaike van Langen inszeniert das Stück im Studio. - Foto: Olah
Ingolstadt

In den vergangenen Jahren hat sich das Studio zur Spielstätte für Komödien entwickelt. Und auch wenn es vielleicht nicht so klingt: "Das lange Nachspiel einer kurzen Mitteilung" ist sehr komisch. Und das hat etwas mit der Struktur des Stücks zu tun. Es werden keine Szenen beschrieben, kein Ort wird vorgegeben, es gibt keine Regieanweisungen. Es wird nur gesprochen. Sätze werden wiederholt, aber neu betont. Bedeutungen verschieben sich. "Es ist sehr rhythmisch und musikalisch. Und mir hat vor allem gefallen, dass der Inhalt aus dem Rhythmus entsteht und nicht andersrum."

Die Regisseurin hat den Text Anfang des Jahres bei einem Festival zu neuer Dramatik aus den Niederlanden am Deutschen Theater in Berlin schon als szenische Lesung eingerichtet. Bei der das Publikum im Übrigen unglaublich viel gelacht hat. Maaike van Langen war von der besonderen Form des Stücks, von seiner Struktur aus Rhythmik und Musikalität so angetan, dass sie das Stück unbedingt richtig inszenieren wollte. In Ingolstadt hatte sie nun die Möglichkeit dazu.

Maaike van Langen wurde 1971 in Alkmaar, Niederlande geboren. Sie besuchte eine Zirkusschule in Paris und studierte Schauspiel und Regie in Maastricht und Amsterdam. Von 2002 bis 2009 war sie Hausregisseurin am Het Nationale Toneel in Den Haag, dem zweitgrößten Haus der Niederlande. Seit 2009 inszeniert sie auch im deutschsprachigen Raum und hat darüber hinaus Lehraufträge an verschiedenen Hochschulen. Und sie versucht in ihren Inszenierungen, Eigen-heiten des deutschen (Schau-spieltechnik) und des niederländischen Theaters (größere Freiheiten) zu verbinden.

Leer und abstrakt ist der Raum, in dem die Regisseurin Jon, Sjon, Johan und Louise (gespielt von Claudio Gatzke, Robert Naumann, Maik Rogge und Yael Ehrenkönig) aufeinandertreffen lässt. "Das gibt mir den Raum, mich ganz auf die Figuren zu konzentrieren", sagt sie. Wird Jon gehen? Wer küsst wen? Was bleibt von der Freundschaft? Erfährt man alles heute Abend.

 

Premiere ist heute, Freitag, um 20 Uhr im Studio des Stadttheaters. Kartentelefon (08 41) 30 54 72 00.

Von Anja Witzke
Kommentare

Schreiben Sie den ersten Kommentar!

Kommentare geben die Meinung des Verfassers wieder. Für die Inhalte übernimmt donaukurier.de keinerlei Verantwortung und Haftung. weitere Informationen
Um Beiträge schreiben zu können, müssen Sie eingeloggt sein!