Samstag, 26. Mai 2018
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Mark'n'Simon überzeugen bei Ingolstädter Kabaretttagen

Blödelei mit Stil

Ingolstadt
erstellt am 13.02.2018 um 19:43 Uhr
aktualisiert am 13.02.2018 um 22:18 Uhr | x gelesen
Ingolstadt (DK) Wer die Kabarettisten Mark'n'Simon schon 1989 auf der Bühne der Neuen Welt und dann in Folge immer wieder in Ingolstadt gesehen hat, könnte vor ihrem nächsten Auftritt ein mulmiges Gefühl gehabt haben: Denn als Duo vereint, haben beide gerne immer die ein oder andere Überraschung für das Publikum parat. Auch im Rahmen der diesjährigen Ingolstädter Kabaretttage setzen die beiden auf Bewährtes: auf das Spiel mit dem Publikum und das bewusste Unterlaufen jeder Erwartung - eine Methode, die sich durch den ganzen Abend zieht.
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Ingolstadt: Blödelei mit Stil
Gut gelaunt und ganz in ihrem Element: Das Duo Mark'n'Simon präsentierte in der Neuen Welt das Programm "Blödelei ist ihre Berufung", in dem die Gitarren oft zum Einsatz gekommen sind. - Foto: Ademi
Ingolstadt

Eines wird dem Publikum schon sehr schnell klar: Ihrem Motto ,,Blödelei ist ihre Berufung" machen die gebürtigen Briten alle Ehre.

Gemütlich fängt der Abend in der neuen Welt an, die beiden kommen dem Publikum mit den Worten "Wir machen was, was andere Kabarettisten und Comedians nicht machen" entgegen, bevor sie schon kurz darauf ausgelassen springen, granteln, lärmen, wüten - und dabei kaum Luft holen. Und die Zuschauer? Die sehen sich gezwungen, sich hin und wieder die Ohren zuzuhalten und vor unvorhergesehenen Limonade-Duschen in Deckung zu gehen.

Ob die beiden auf den Wunsch des Publikums hin, noch eine Einlage aus ihrem Repertoire zu präsentieren, eine Schuheinlage in die Höhe halten, ob sie den Verlierer eines kleinen auf der Bühne stattfindenden Wettbewerbs mit einem Toast als "Toastpreis" vertrösten oder ob sie dem Publikum das in ihren Augen wahrhaftige Kabarett - den Kakao "Kaba" mit einem sich darin befindenden Foto eines Rehs ("Kabareh") - demonstrieren: Der Plot des neuen Programms ist genau so durchgeknallt wie überbordend mit jeder Menge Wortwitz.

Auch mokiert sich das Duo gerne über den ein oder anderen Weltpolitiker: Hier darf kein auf der Bühne inszeniertes Telefonat zwischen Mark und dem Weißen Haus fehlen, nach dem er Simon erschrocken mitteilen muss, dass in "Trumpltiers" Privatbibliothek ein Feuer ausgebrochen ist: "Beide Bücher sind weg. Und das Schlimmste daran ist: Das eine hat er noch nicht fertig ausgemalt!"

Was die Sympathieträger unverwechselbar macht, ist ihre internationale Sprache Dschinglisch, einer Mischung aus Deutsch und Englisch. Gepaart mit ihrer Mimik und Gestik schaffen sie es so, dem Publikum spontane Lacher zu entlocken. Ebenso wie Kalauer beherrscht das Duo das Singen und Gitarrespielen: In ihr Programm streuen die Vollblutmusiker Hits mit teils neuen Texten ein. Auf Bayerisch, Französisch und Englisch trällern sie auf mal mehr und mal weniger alberne Art und Weise und schlüpfen dabei mit ihren Kostümierungen in die Rollen weltbekannter Persönlichkeiten: Von einer Mischung aus Elvis Presley und Herbert Grönemeyer über Keith Richards und Ozzy Osbourne bis hin zu Joe Cocker und Shakira bleibt dem Publikum nichts erspart. Sowohl ihr Gesangs- als auch ihr Schauspieltalent können die beiden im Laufe des Abends mehrfach unter Beweis stellen.

Mit einer Mischung aus Witz, Kalauer und brillanten Gesangseinlagen präsentiert das Duo ein komödiantisches Gesamtkunstwerk, mit dem sie ihren Zuhörern und Zuschauern zweifellos einen unterhaltsamen Abend beschert haben!

Von Gresa Ademi
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