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Matthias Schlüter zeigt in Ingolstadt seine Ausstellung "Bahnen"

Im Rausch der Geschwindigkeit

Ingolstadt
erstellt am 23.06.2017 um 19:32 Uhr
aktualisiert am 25.10.2017 um 03:33 Uhr | x gelesen
Ingolstadt (DK) Dynamik und Räumlichkeit kennzeichnen sein Werk. 26 Bilder, die meisten in Acryl, einige wenige in Mischtechnik, zeigt Matthias Schlüter derzeit in der Ausstellung "Bahnen" im modernen Gebäude der DB Regio Bus Bayern in der Elisabethstraße 16.
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Ingolstadt: Im Rausch der Geschwindigkeit
Foto: Andrea Hammerl
Ingolstadt

Mit schwungvollem Pinselstrich bannt der in Berlin geborene Künstler Schienen, Brücken, Bahnsteige und Züge auf Leinwand - mit solcher Dynamik, dass die meisten Bilder den (nicht vorhandenen) Rahmen zu sprengen drohen. Die Linien bleiben nicht in den ihnen gesetzten Grenzen, sondern streben weiter, was auf den weißen Wänden des Bürogebäudes bestens zur Geltung kommt. Besonders stark strebt "Nachtzug I" nach außen, ein markanter Wirbel in kräftigen, vorwiegend dunklen Farben, aus denen Gelb- und Orangetöne hervorstechen. Auf den zweiten Blick erahnt der Betrachter einen Tunnel, in den ein Zug einfährt. Dass die Lichter nicht horizontal, sondern vertikal angeordnet sind, sei der künstlerischen Freiheit geschuldet, wodurch Schlüter den dynamischen Eindruck noch einmal verstärkt. Seit dem Jahr 2000 ist Bewegung sein Thema. Das muss nicht immer mit der Eisenbahn zu tun haben, in Triest stellt er derzeit unter dem Titel "Mare, Mare" Bilder mit Schiffen aus.

Bei der DB Regio Bus Bayern passen aber natürlich seine Schienenwege und Bahnlandschaften besser ins Konzept. "Bereits beim Rohbau habe ich mir gedacht, dass sich das Gebäude wunderbar für eine Ausstellung eignen würde, sagt Vorsitzender Frank Westermann während der Eröffnung am Donnerstagabend. Er freue sich, dass die Idee nun gemeinsam mit der Stadt Ingolstadt verwirklicht werden konnte und ganz besonders, dass Schlüters Werke von der Thematik her bestens hineinpassen.

Der Künstler indes freut sich, dass er die Ehre hat, als Erster hier auszustellen. "So gibt es keinen Qualitätsvergleich", merkt er augenzwinkernd an. Menschen gibt es dank der gut besuchten Vernissage weitaus mehr vor als auf den Bildern. Auf "Bahnsteig" ist die Silhouette eines Oberkörpers im Vordergrund zu sehen, auf dem Bahnsteig können im Hintergrund einige bunte Pinselstriche als skizzierte Personen durchgehen. Ansonsten dominieren Bahnschienen, häufig in achterbahnähnlichen, rasanten Kurven angeordnet, teilweise gehen sie in geschwungene Brücken, gelegentlich auch in Masten über. Und dann sind da noch die Signale, die auf nahezu jedem Bild zu entdecken sind und markante Farbtupfer setzen.

Das zweite Bild, auf dem Personen abgebildet sind, fällt ein wenig aus dem Rahmen. Denn "Zusammen Reisen" aus dem Jahr 2013 konzentriert sich auf ein Detail, einen Ausschnitt aus einem Zugabteil mit einer am Fenster sitzenden blonden Frau. Und wieder sind da zwei schwungvoll gemalte Bahnsteige mit unzähligen zu bunten Punkten reduzierten Bahnreisenden, gespiegelt im Fenster, die den Rest des Bildes einnehmen. Mit wem reist sie zusammen, fragt sich der Ausstellungsbesucher, bis er die Umrisse eines direkt vor der Frau sitzenden Mannes entdeckt. Schlüters Bilder faszinieren im Gesamteindruck, lohnen aber auch einen zweiten und dritten Blick, um versteckte Details zu entdecken.

Die Ausstellung ist fünf Wochen lang, jeweils donnerstags von 17 bis 20 Uhr geöffnet, letztmals am Donnerstag, 27. Juli. Matthias Schlüter oder ein Ansprechpartner der DB Regio Bus Bayern wird jeweils vor Ort sein und durch die Ausstellung führen.

Von Andrea Hammerl
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