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Nach sechs Minuten fällt ein Schuss: Nicole Neubauer und ihre "Mörderischen Schwestern" lesen im Altstadttheater

Auf Verbrecherjagd mit Kommissar Waechter

Ingolstadt
erstellt am 26.07.2016 um 19:44 Uhr
aktualisiert am 01.02.2017 um 14:46 Uhr | x gelesen
Ingolstadt (DK) Sie ist eine der "Mörderischen Schwestern" und wird mit acht weiteren im Rahmen der Künstlerinnentage bei der "Ladies Crime Night" auftreten: die Krimiautorin Nicole Neubauer. Genau sechs Minuten hat jede Autorin Zeit für die Lesung aus ihrem aktuellen Werk.
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Ingolstadt: Auf Verbrecherjagd mit Kommissar Waechter
Nicole Neubauer ist in Ingolstadt geboren, lebt heute in Schwabing und schreibt Krimis. - Foto: Krauss
Ingolstadt

Dann fällt ein Schuss - wenn's gut getimt ist, im spannendsten Moment.

 

Frau Neubauer, Sie sind eigentlich Rechtsanwältin. Wann und warum haben Sie mit dem Schreiben angefangen?

Nicole Neubauer: Die Lust am Schreiben gab es lange vor dem Jurastudium. Trotzdem habe ich erst einen Brotberuf ergriffen: Ich habe viel im Bereich der Wirtschaftskriminalität gearbeitet. War auch im Verbraucherschutz tätig. Da habe ich beispielsweise gelernt, wie ein Ermittlungsverfahrern funktioniert. Ich war bei der Staatsanwaltschaft, ich habe mit Kripobeamten telefoniert, ich war mit Privatdetektiven unterwegs. Da konnte ich schon Einblick in die Materie gewinnen.

 

Lesen Sie selbst gern Krimis?

Neubauer: Ich bin groß geworden mit Krimis. Meine Mutá †ter und meine Tante sind leidenschaftliche Krimileserinnen, zu Hause gab es eine richtige Krimibibliothek. Das musste ja abfärben. Ich favorisiere die skandinavischen und die klassischen englischen Krimis, lese aber auch Fantasy wie Terry Pratchett oder Douglas Adams.

 

Was macht einen guten Krimi aus?

Neubauer: Für mich sind die Charaktere wichtiger als die Handlung. Es muss Figuren geben, die mich faszinieren, mit denen ich ein Stück gehen kann. Ob ich miträtseln kann oder nicht, ist mir dabei egal. Ein guter Krimi ist für mich ein toller Gegenwartsroman, in dem zufällig ein Mord passiert.


In beiden Büchern, "Kellerkind" und "Moorfeuer", ermittelt Hauptkommissar Waechter. Beschreiben Sie ihn uns.

Neubauer: Er ist ein typischer Münchner: alleinstehend, übergewichtig, gemütlich, bisweilen ein wenig grantig, manchmal ganz schön hinterfotzig. Ein guter Polizist, der sich ungern in die Karten schauen lässt. Er wird bald 50 und lebt sehr zurückgezogen, weil er ein Geheimnis hat: Er ist ein Messie. In seiner Wohnung herrscht ein gewaltiges Chaos.

 

Gibt es dafür ein Vorbild im wirklichen Leben?

Neubauer: Nicht unbedingt. Die Figuren setzen sich natürlich aus meinen Begegnungen mit Menschen zusammen. Ich gestalte sie nicht am Reißbrett. Manchmal lasse ich mich auch von ihnen überraschen.


Haben Sie bei der Polizei über deren Arbeit recherchiert?

Neubauer: Bei den ersten Büchern hatte mich der Leiter der Münchner Mordkommission beraten. Bei meinem aktuellen Buch geht es um einen Polizistenmord. Da müssen die Fakten natürlich stimmen.

 

Woran arbeiten Sie gerade?

Neubauer: Am dritten Band der Waechter-Reihe. Der Fall wird in der Münchner Innenstadt spielen. Und obwohl ich das Großstadt-Setting interessant finde, plane ich danach einen Krimi außerhalb der Reihe, der bei Manching angesiedelt ist, um das Kelten-Römer-Museum herum. Darin soll es um Archäologen gehen. Ich möchte einfach mal einen Krimi schreiben, der in meiner Heimat spielt.

 

Die Fragen stellte Anja Witzke.

Donaukurier
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