Donnerstag, 13. Dezember 2018
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Facebook weiß, wie Du aussiehst

erstellt am 08.06.2011 um 11:02 Uhr
aktualisiert am 08.08.2018 um 09:21 Uhr | x gelesen
Ingolstadt (dk) Seit einigen Wochen ist eine neue Funktion auf Facebook aktiv: Eine Gesichtserkennung soll das Markieren von Freunden auf Fotos erleichtern, indem sie die Namen der abgebildeten Personen vorschlägt. Falls Sie nicht wollen, dass Fotos von Ihnen mit Ihrem Namen versehen im Internet kursieren: Wir zeigen, wie Sie die Funktion abschalten können.
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"Wer ist das?" - Abfrage beim Bilder-Upload
Facebook
Die Facebook-Gesichtserkennung: Schon wieder so eine Sache, die Technikbesessene jubeln lässt und Datenschützer auf die Palme bringt. Systeme zur Gesichtserkennung gibt es schon an Flughäfen oder Casinos. Die Polizei nutzt sie beispielsweise, um Hooligans bei Fußballspielen zu erkennen. Nun ist auch das größte Soziale Netzwerk der Welt auf den Geschmack gekommen.

Wer Fotos von Leuten hochladen will, wird gefragt: "Wer ist das?" Man kann dann bei jeder erkannten Person den Namen dazuschreiben. Facebook macht es einem sogar noch einfacher und gruppiert alle Fotos der selben Person.

Achtung: Diese Funktion ist standardmäßig aktiviert! Mit der folgenden Bildergalerie zeigen wir Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie die neue Funktion problemlos in den Einstellungen deaktivieren können:
Fotostrecke: Gesichtserkennung auf Facebook abschalten


Wird man selbst auf einem Foto markiert, bekommt man eine Benachrichtigung: "XY hat Dich auf einem seiner/ihrer Fotos markiert." Das kann das Foto vom Abschlussball sein, oder das vom Absturz vergangene Nacht.
 
In der Praxis kann das dann so funktionieren: Hans fotografiert Petra auf einer Party in einer peinlichen Pose und stellt das Foto auf Facebook. Das System schlägt ihm vor, die Person auf diesem Foto als Petra zu markieren. Hans bestätigt. Und weil Petra keine Freundeslisten angelegt hat, die definieren, wer was sehen darf, können nun alle Arbeitskollegen - mit denen sie auf Facebook befreundet ist - das peinliche Foto sehen, inklusive ihrer Chefs. Sie kann die Markierung löschen. Doch das Foto bleibt online. Zudem: Wird das eigene Gesicht erkannt und immer vorgeschlagen, wenn irgendjemand ein Foto hochlädt, auf dem man zu sehen ist, kann das schnell anstrengend werden.

Die Sache hat aber noch einen ganz anderen Haken: Wenn Facebook weiß, wie ich aussehe, kann es mich überall erkennen. Zunächst auf Fotos auf Facebook. Theoretisch aber auch überall sonst, wo ich zu sehen sein könnte: Bildern auf fremden Homepages, Youtube-Videos, generell auf allen Fotos, die es von mir im Internet gibt und geben wird. Google macht das mit seiner Bildersoftware Picasa übrigens genauso. Pro Tag wird 100 Millionen mal jemand auf einem Bild auf Facebook markiert.
Facebook selbst macht keine Angaben, ob die Daten weiterverwendet werden. Aber nirgendwo steht, dass nicht.

Im Netz gibt es viele Stimmen zu diesem Thema. Beim Eintrag im firmeneigenen Blog allein sind es schon fast 2000 Stimmen - mit vielen Kommentaren. Die einen finden es gut, nicht mehr unzählige Male alle Freunde händisch markieren zu müssen. Andere klingen fast etwas verängstigt. Sie wollen Fotos, auf denen sie zu sehen sind, lieber erst "genehmigen", bevor sie veröffentlicht werden.

Ob man die Funktion nützlich und gut findet oder als gefährlich und unnütz ansieht, muss letztendlich jeder für sich selbst entscheiden.


Von Anton Knoblach
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