Mittwoch, 23. Mai 2018
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Die "Junge Gruppe" will den Freistaat auf die digitale Überholspur bringen – und sich selbst in hohe Positionen

Die Netzwerker der CSU

München
erstellt am 10.01.2012 um 21:04 Uhr
aktualisiert am 20.04.2017 um 10:33 Uhr | x gelesen
München (DK) Sie sind jung, äußerst ehrgeizig und manche von ihnen sind schon auf dem Sprung nach ganz oben: Die „Junge Gruppe“ in der CSU-Fraktion will im Landtag zur treibenden Kraft werden – notfalls auch mal mit Ellenbogen. In einem Papier fordern die Abgeordneten nun die totale Digitalisierung im Freistaat.
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München: Die Netzwerker der CSU
Markus Blume leitet die „Junge Gruppe“ in der CSU-Landtagsfraktion.
München
Ein wenig verschwörerisch wirkt die Atmosphäre schon – ein enger Gewölbekeller in der Nähe des Landtags, schummriges Licht. Doch der Eindruck trügt. Die jungen Abgeordneten, die da am Montagabend an Bierbänken sitzen, planen keine Revolte. Im Gegenteil. „Wir fühlen uns in der Fraktion wunderbar willkommen und angenommen“, sagt einer.

Weniger bescheiden kommt das Papier daher, das die Gruppe mitgebracht hat: „Offensive Bayern 3.0 – digitale Welten erschließen, Menschen vernetzen“ ist es überschrieben. Nach Ansicht der „Jungen Gruppe“ muss im Freistaat vieles stärker digital vernetzt werden. Autos sollen Daten austauschen können, Krankenhäuser und Patienten über Internet miteinander kommunizieren, Schüler mehr an Notebooks oder Tablet-Computern lernen. Bayern, so heißt es im Papier, solle zum „Smart Valley“ in Europa werden – in Anspielung auf den kalifornischen Hightech-Standort „Silicon Valley“. Zentraler Schritt, um die Ziele zu erreichen, sei der Ausbau der schnellen Internetleitungen, heißt es. Der Breitbandausbau sei „so wichtig wie die dritte Startbahn“ am Münchner Flughafen, sagt der Vorsitzende der Gruppe, Markus Blume.

Das Papier wollen die Abgeordneten kommende Woche auf der CSU-Fraktionsklausur in Wildbad Kreuth vorstellen. Wieder eine Möglichkeit, sich bei den Kollegen für höhere Aufgaben zu empfehlen. In der „Jungen Gruppe“ haben sich alle CSU-Parlamentarier zusammengeschlossen, die bei der Landtagswahl 2008 nicht älter als 40 Jahre waren. Der Zweck: Ein Netzwerk bilden, um sich gegenseitig zu fördern. So wie es die „74er“-Gruppe um Edmund Stoiber und Günther Beckstein oder die „94er“-Gruppe um Markus Söder und Joachim Herrmann getan haben.

Einige in der „Jungen Gruppe“ sind schon auf dem Sprung nach ganz oben: Der 39 Jahre alte Bernd Sibler ist Kultusstaatssekretär, die 36-jährige Melanie Huml Umweltstaatssekretärin. Albert Füracker (Landwirtschaft) und Oliver Jörg (Hochschule und Kultur) leiten immerhin schon Landtagsausschüsse. Und der Gruppen-Chef Blume? Der 36-jährige Münchner ist im Parlament noch Hinterbänkler. Im vergangenen Monat übernahm Blume aber die Leitung der CSU-Wirtschaftskommission. In der neuen Funktion attackierte er gleich mal Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) als zu wenig dynamisch. Offiziell gab es dafür einen Rüffel von Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU). Inoffiziell klopften Blume aber viele Parteifreunde auf die Schulter. Beim weiteren Aufstieg dürfte die Attacke eher genützt haben.

Von Til Huber
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