Montag, 16. Juli 2018
Lade Login-Box.

Münsterpfadfinder machen als Nikolaus und Krampus Hausbesuche

Mitra statt Zipfelmütze

Ingolstadt
erstellt am 05.12.2017 um 19:35 Uhr
aktualisiert am 21.12.2017 um 03:33 Uhr | x gelesen
Ingolstadt (DK) An einem kalten Abend kurz vor ihrem großen Tag treffen sich die Münsterpfadfinder, um die Routen für ihre Nikolausbesuche zu planen. Rund um die Pfadfinderhütte auf dem Hügel neben dem Ingolstädter Biergarten Schutterhof liegt Schnee.
Textgröße
Drucken

Die Gruppenleiter Patrick Deisel (31) und Felix Machander (22) sitzen drinnen im Warmen und erzählen von ihrer bevorstehenden Aufgabe.

Verkleidet als Nikolaus und Krampus besuchen sie heute Familien, Vereine oder Firmen und verteilen Geschenke. Machander, der an der TH Ingolstadt BWL studiert, ist zum ersten Mal dabei. Er spielt deshalb den Krampus, der während der Auftritte stumm bleibt. "Ich bin trotzdem schon aufgeregt", verrät er. Deisel dagegen bleibt gelassen; für ihn ist es schon der fünfte Einsatz. Die Aufgaben sind klar verteilt. Bei einem Familienbesuch jagt der Krampus den Kindern zunächst mit Rute und Ketten Angst ein. Dann verteilt der Nikolaus, der zuvor von den Eltern eine Liste bekommen hat, Lob und Tadel. Erst danach überreicht er die Geschenke.

Da die Nachfrage so groß ist, teilen sich die Pfadfinder in fünf Zweierteams auf, die je sieben bis acht Termine übernehmen. Die Routen fahren sie mit dem Auto ab und treffen sich schließlich um 20 Uhr zum gemeinsamen Abendessen wieder in der Hütte. Mit der Aktion wollen sie zum einen an den heiligen Nikolaus erinnern, der im 4. Jahrhundert nach Christus Bischof der türkischen Stadt Myra war. Zum anderen sammeln sie Spenden. "Das Geld verwenden wir für den Kauf von Zelt- und Bastelmaterial", sagt Deisel, der bei Audi arbeitet.

Beide betonen auch, dass sie sich mit der Aktion für eine christliche Tradition einsetzen wollen, die durch den Weihnachtsmann gefährdet sei. Dennoch steht für die jungen Leute der Spaß an erster Stelle. "Wir verstehen uns nicht als Missionare, sondern finden, dass es ein schöner Brauch ist", sagt Deisel.

Am schönsten findet er, den Kindern eine Freude zu machen. Viele hätten Bilder für den Nikolaus gemalt, und die Stimmung sei sehr herzlich, auch wenn der Wert der Geschenke sich stark unterscheide - je nachdem, ob man zu Gast bei einer wohlhabenden oder bei einer armen Familie ist. Anmelden für einen Besuch vom Nikolaus kann sich schließlich jeder bis zwei Wochen vor dem Nikolaustag im Büro der Münsterpfarrei.

Bei der Kostümprobe spricht Nikolaus Deisel seinem Krampus Machander dann noch Mut zu: "Man wächst in die Rolle rein", sagt er.

Von Georg Sonnenberger
Kommentare

Schreiben Sie den ersten Kommentar!

Kommentare geben die Meinung des Verfassers wieder. Für die Inhalte übernimmt donaukurier.de keinerlei Verantwortung und Haftung. weitere Informationen
Um Beiträge schreiben zu können, müssen Sie eingeloggt sein!