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Goethe-Wertpapier und älteste deutsche Aktie unterm Hammer

Würzburg
erstellt am 14.09.2018 um 05:30 Uhr
aktualisiert am 29.09.2018 um 03:34 Uhr | x gelesen
In Würzburg kommt ein historisches Wertpapier mit der Unterschrift von Johann Wolfgang von Goethe unter den Hammer. Der berühmte Dichter hatte den Bergwerks-Anteil als Mitglied eines dreiköpfigen Beratergremiums im Jahre 1795 unterschrieben.
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Historisches Goethe-Wertpapier
Der Scan zeigt ein historisches Wertpapier, das die Unterschrift des Dichters Johann Wolfgang von Goethe trägt.
Historisches Wertpapierhaus AG
Würzburg

Der Literat war zu der Zeit beim Herzog als Beamter beschäftigt und wollte unter anderem den Kupfer- und Silberbergbau in Thüringen wiederbeleben. Das Mindestgebot für diesen sogenannten Goethe-Kux, von denen es weltweit wahrscheinlich nur noch ein gutes Dutzend gibt, liegt dem Historischen Wertpapierhaus zufolge bei 20 000 Euro.

Zudem wird am Samstag auch die älteste deutsche Aktie an den Meistbietenden versteigert. Sie wurde im April 1754 in Emden ausgegeben und sollte Expeditionen finanzieren, mit denen kostbare Güter wie Seide, Perlen oder Gewürze aus dem fernen Asien nach Deutschland gebracht werden sollten. Sammler, die diese Aktie der Preussisch Bengalischen Compagnie haben wollen, müssen mindestens 15 000 Euro bieten.

Insgesamt hat das Historische Wertpapierhaus bei der Auktion 912 alte Aktien- und Anleihe-Urkunden im Angebot. Darunter ist auch eine Sammlung von 192 verschiedenen Hamburger Stadt- und Staatsanleihen. „Das älteste Papier stammt aus dem Jahr 1634! Die Anleihen zeigen sehr schön auf, dass die Stadt Hamburg über fast vier Jahrhunderte hinweg immer wieder Geld bei ihren Bürgern aufnahm, um ihre Ausgaben zu finanzieren“, sagte Matthias Schmitt, Vorstand des Historischen Wertpapierhauses, dazu.

Die Anleihen haben, wie fast alle historischen Wertpapiere, an der Börse keinen Wert mehr; bei Sammlern sind sie dagegen heiß begehrt. Deutschlandweit gibt es jedes Jahr fünf große Versteigerungen von historischen Wertpapieren. Würzburg gilt mittlerweile als das Zentrum für Historische-Wertpapier-Auktionen. Die erste historische Aktie wurde in den 1970er Jahren versteigert. Damals haben vor allem junge Banker angefangen, die Sachen zusammenzutragen. Die älteste gedruckte Aktie stammt aus dem Jahr 1606. Heutzutage werden Aktien im Grunde nicht mehr in Papierform ausgegeben.

dpa
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