Montag, 23. Juli 2018
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Deutsch-chinesischer Schüleraustausch: Hannah Pickard und Jasmin Finger über ihre Rolle als Gastgeber

"Schön, auf der Welt Freunde zu haben"

Schrobenhausen
erstellt am 13.07.2018 um 13:22 Uhr
aktualisiert am 16.07.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Schrobenhausen (SZ) Schüleraustausch - das ist für die 15-jährigen Hannah Pickard und Jasmin Finger längst kein Fremdwort mehr. Bereits vorheriges Jahr konnten die beiden im Zuge des Fly Projekts im Rahmen von Erasmus+ schon verschiedene Kulturen kennenlernen. Gerade sind bei den beiden im Rahmen des Schüleraustausches zwei Chinesinnen zu Gast.
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Beste Freundinnen: (hinten v.l.) Jasmin Finger, Hannah Pickard, (vorne v.l.) Tan Zixuan und Liao Jingru. Um Unterricht bekam Lehrer Markus Braun ein Zeichen für Glück (unten).
Beste Freundinnen: (hinten v.l.) Jasmin Finger, Hannah Pickard, (vorne v.l.) Tan Zixuan und Liao Jingru. Um Unterricht bekam Lehrer Markus Braun ein Zeichen für Glück (unten).
Tabea Tyroller
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Auf den Austausch wurden die beiden bereits vor zwei Jahren aufmerksam, als dieser zum ersten Mal an der Schule stattfand. Da wussten die beiden, da will ich auch mitmachen. "Wir interessieren uns sehr für andere Kulturen", da sind sich die beiden besten Freundinnen einig.

15 deutsche Schüler und genauso viele chinesische Schüler durften am Austausch teilnehmen. Dabei musste für Jasmin, Hannah und die anderen Schüler der Franz-von-Lenbach-Realschule nicht einmal das Los entscheiden. In der chinesischen Stadt Zhuzhou war der Andrang jedoch umso größer. "Über 300 Schüler haben sich dort beworben", erzählen die Schülerinnen.

Je nach Hobbys haben die beiden Lehrer Veronika Dengler und Markus Braun ihren Schülern einen chinesischen Partner zugeteilt. Passenderweise bekamen die unzertrennlichen Freundinnen Hannah und Jasmin auch zwei beste Freundinnen, nämlich Tan Zixuan und Liao Jingru zugeteilt.

Die beiden Namen sind gar nicht so leicht auszusprechen. Um dem Abhilfe zu leisten, haben sich die chinesischen Schüler auch gleich etwas überlegt. Statt der eigentlichen Namen haben sie sich Spitznamen ausgedacht, die auch für Nicht-Chinesen leicht auszusprechen sind. So heißt Tan Zixuan bei ihren deutschen Freunden nun Vivian, während Liao Jingru auf Susan hört.

Doch wie verständigen sich die vier Schülerinnen nun? "Auf Englisch", erklären Jasmin und Hannah. "Oder Google Übersetzer", fügt Jasmin noch lachend hinzu. Wenn alle Stricke reißen, wird einfach mit Händen und Füßen klar gemacht, was gemeint ist. Obwohl die Sprachbarriere vorhanden ist, können sich die Vier durchaus untereinander verständigen. Klar seien schon kleine Missverständnisse vorgekommen, aber nichts Dramatisches.
 
Tabea Tyroller
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"Ja, die Kulturen sind schon sehr verschieden", bestätigen die beiden deutschen Freundinnen. "Das Menschliche ist jedoch gleich." Die größten kulturellen Unterschiede seien die Essmanieren und Gewohnheiten. So war es für Hannah und Jasmin anfangs schon etwas ungewohnt, als ihre Gäste beim Essen schmatzten oder schlürften. Auch würden die chinesischen Schüler nicht wissen, wie man mit Besteck umgeht. So war das ein oder andere Schnitzel erstmal komplett aufgespießt worden, anstatt es klein zu schneiden.

Der Unterschied liegt jedoch nicht nur darin, wie gegessen wird, sondern auch was gegessen wird. "Sie essen so scharf!", sagen die beiden Deutschen. Natürlich kam während des chinesischen Besuchs kein chinesisches Essen auf den Tisch, stattdessen wurde typisch bayrische Kost aufgetischt. Die Gäste probierten alles, ließen sich aber auch seltsame Kombinationen schmecken. So hat ein chinesischer Gast den Pfannkuchen mit Marmelade, Salami, Senf und Schokolade gegessen.

Und was gefällt nun an der anderen Kultur am meisten? "Auf jeden Fall die Kleidung!", kommt es von Hannah. Ihr sind bei den chinesischen Gästen vor allem die Klamotten, Schuluniformen und traditionellen Gewänder aufgefallen. Das wollten die bayrischen Mädchen aber nicht auf sich sitzen lassen. So wurde kurzerhand für eine der chinesischen Gäste ein traditionelles Dirndl, das sie am Schrobenhausener Volksfest ausführen kann, gekauft. Schließlich hat nicht nur die chinesische Kultur traditionelle Gewänder.

"Es ist immer wieder schön neue Leute kennenzulernen", meinen Hannah und Jasmin. "Eigentlich sind doch alle gleich!" Durch die Schüleraustausche hätten die beiden bereits Freunde fürs Leben gefunden. Mit vergangenen Austauschpartnern hätten sie immer noch Kontakt. Es ist schön auf der ganzen Welt Freunde zu haben, betont Jasmin. "Man kommt immer auf einen gemeinsamen Nenner", fügt Hannah hinzu.

Und was sagen die Chinesinnen über ihren Aufenthalt in Deutschland? "Das Essen ist sehr lecker", meinen die beiden. Auch seien die Deutschen sehr freundlich. Am faszinierendsten fanden sie jedoch, wie sauber es in Deutschland ist und wie gut es hier riecht. "In Deutschland gibt es auch öfter kalte Mahlzeiten", erklären die beiden. In China gäbe es zum Beispiel schon zum Frühstück eine warme Suppe. Ebenso verwunderte die beiden, dass es in Deutschland kaum Hochhäuser gibt. Im September werden Hannah und Jasmin ihre beiden chinesischen Freundinnen wiedersehen. Dann geht es für alle 15 deutschen Schüler für zwei Wochen nach China.
 
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