Donnerstag, 17. Januar 2019
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Der Heilbronner Hochschulprofessor Ralf Bochert war mit Studenten zu Besuch in Schrobenhausen

Kommunen verstehen lernen

Schrobenhausen
erstellt am 14.01.2019 um 15:49 Uhr
aktualisiert am 14.01.2019 um 15:55 Uhr | x gelesen
Schrobenhausen (SZ) Fällt der Name Ralf Bochert, dann kommt vielen wahrscheinlich zu allererst das Thema SOB-Kennzeichen in den Sinn. Jetzt hat sich der Heilbronner Hochschulprofessor wieder einmal Schrobenhausens angenommen. Nicht allein - vielmehr hat Bochert eine Gruppe von Studenten des Masterstudiengangs Nachhaltige Tourismusentwicklung mit nach Schrobenhausen gebracht.
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So geht Kommune: Um das zu erforschen, gab es für die Heilbronner Studenten um Hochschulprofessor Ralf Bochert (l.) auch eine Stadtführung mit Bürgermeister Karlheinz Stephan (Mitte).
So geht Kommune: Um das zu erforschen, gab es für die Heilbronner Studenten um Hochschulprofessor Ralf Bochert (l.) auch eine Stadtführung mit Bürgermeister Karlheinz Stephan (Mitte).
De Pascale
Schrobenhausen
Hintergrund des zweitägigen Besuchs ist, den Studenten Einblicke in das Wesen einer Kommune zu ermöglichen.

Was machen Kommunen genau? Wie organisieren sie sich? Mit welchen Problemen haben sie zu kämpfen? Mit Fragen wie diesen müssten sich seine Studenten auseinandersetzen, erzählt Ralf Bochert. "Die Studierenden sollen Kommunen verstehen." Damit deutlich wird, womit man es hier in Schrobenhausen eigentlich genau zu tun hat, gibt es erst mal einen knapp einstündigen Spaziergang durch die Altstadt und über den Stadtwall - plus Infos aus erster Hand. Denn begleitet werden die Studenten von Bürgermeister Karlheinz Stephan, der ihnen beim Stadtspaziergang von der "Erwartungshaltung" in Sachen Hochwasserschutz oder dem "Politikum Stadthalle" erzählt. Und: Sie kämen ja genau zum richtigen Zeitpunkt, um den Unterschied zwischen altem und neuem Pflaster in Zuge des Altstadtumbaus auszuprobieren, findet Stephan. Über die neue, hitzig debattierte Spargel-Stele habe der Winter ja grade "den Mantel des Schweigens" gelegt, meint der Schrobenhausener Bürgermeister im südlichen Teil der Altstadt augenzwinkernd, bevor er am anderen Ende der Innenstadt nicht drumherum kommt, ein paar Takte über den "Problembau" ehemaliges NKD-Gebäude zu verlieren. Nach einer Stippvisite im Kunsthof geht es weiter zum - laut Stephan - "kleinen Eventareal" Pflegschloss, wo der Schrobenhausener Bürgermeister den Herrschaften aus Heilbronn dann auch das besonders anschauliche Beispiel einer kommunalpolitischen "Zwickmühle" präsentieren kann: den Brandschutzturm nämlich, jenen "politischen Aufreger dieser Tage", bei dem man seine liebe Not damit habe, erforderlichen Brandschutz und Ästhetik unter einen Hut zu bekommen.

Noch tiefer einsteigen in Themen, die Kommunen bewegen, können die Studenten anschließend im Feuerwehrhaus, wozu Karlheinz Stephan seine Führungsspitze aus dem Rathaus mitgebracht hat: mit Manfred Haiplik den Leiter der Finanzverwaltung, Stadtbauamtsleiter Axel Westermair, Klimaschutzbeauftragte Tanja Jenter, Ordnungsamtsleiter Herbert Beck sowie als Vertretung für Hauptamtsleiter Christoph Gläßel Juliane Schubert. Die Studenten interessieren sich für Kreishallenbad und Stadtwerke, für Schulen und Stadtmarketing. Oder dafür, inwiefern "Autos raus aus der Innenstadt" in Schrobenhausen ein Thema sei. Gab es je Überlegungen, im Hinblick auf den Öffentlichen Nahverkehr selbst einen Busverkehr zu betrieben? Das sei letztlich eine Frage des verfügbaren Geldes, antwortet Stephan und verweist auf Bürger- und Rufbussystem. Ob das Projekt "Ort schafft Mitte" zum Beleben leerstehender Gebäude tauge - auch das möchten die Studenten wissen. "Wir schaffen es, Leerstände wieder zu befüllen", sagt Stephan, schränkt dann allerdings ein: "Etliche, die ein neues Geschäft gewagt haben, haben schon wieder zugemacht. Nachhaltig ist es nicht."

Selbstverständlich möchten die Studenten insbesondere auch ergründen, wie es um den Tourismus bestellt sei, explizit auch, wie die Schrobenhausener Bürger diesem gegenüberstünden: Ist eine Förderung gewünscht oder soll das lieber kleiner bleiben? "Aus dem Bauch heraus, sage ich: Der geneigte Bürger hat nichts gegen Tourismus", antwortet Karlheinz Stephan. Jedenfalls fahre man beim Tourismus verschiedene Strategien, zuvorderst freilich in puncto Spargel und Lenbach. Doch man wolle sich auch neuen Trends nicht verschließen, versichert Stephan, beispielsweise durch das Thema "Genussort Schrobenhausener Land".

Genau dessen wollen sich einige seiner Studenten noch einmal gesondert annehmen, erzählt Ralf Bochert. Nach einem Treffen mit Kulturamtsleiterin Claudia Freitag-Mair an Tag zwei ihrer Visite geht es für die Heilbronner Studenten weiter zur nächsten Station, denn neben Schrobenhausen haben sie sich auch vorgenommen, die kommunalen Gegebenheiten von Nördlingen und Dinkelsbühl zu untersuchen.
Ute De Pascale
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