Samstag, 15. Dezember 2018
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Neun Wildschweine und sieben Rehe im Neuburger Norden erlegt

Erfolgreiche Drückjagd

Neuburg
erstellt am 05.12.2018 um 18:04 Uhr
aktualisiert am 08.12.2018 um 03:34 Uhr | x gelesen
Neuburg (SZ) Reibungslos verlief die revierübergreifende Drückjagd im Neuburger Norden. 60 Jäger bejagten rund 450 Hektar Seminarwald und brachten neun Wildschweine und sieben Rehe zur Strecke. Seminarförster Steffen Müller zeigte sich zufrieden und betone erneut, wie wichtige solche Drückjagden für den Bestand der Tiere sowie die Landwirtschaft sind.
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Am alten Forsthof bei Gietlhausen trugen die Waidmänner die Strecke zusammen. Seminarförster und Jagdleiter Steffen Müller war zufrieden mit dem Ergebnis und auch, dass es keine Zwischenfälle gab.
Am alten Forsthof bei Gietlhausen trugen die Waidmänner die Strecke zusammen. Seminarförster und Jagdleiter Steffen Müller war zufrieden mit dem Ergebnis und auch, dass es keine Zwischenfälle gab.
Kretzmann
Neuburg
In fünf Bereichen, sogenannten Trieben, nahmen sich die Jäger, die Seminarförster Müller organisiert hatte, rund 450 Hektar Seminarwald vor. Die Treiber stöberten das Wild mit ihren Hunden aus dem Unterholz, um es langsam in Bewegung zu bringen - denn eine Hetzjagd ist verboten. Über die Fläche verteilt warteten die Schützen in den Ansitzen auf das vorbeiziehende Wild und einen sicheren Schuss. "Es ist alles reibungslos gelaufen, ohne Zwischenfälle", sagte Müller zufrieden. Am Ende brachten die Jäger die Strecke am alten Forsthof Gietlhausen zusammen: neun Wildschweine und sieben Rehe, gebettet auf Tannenzweigen und auf der rechten Körperseite, wie es guter Brauch ist. Bei den Nachbarn im Staatsforst, dem Forstrevier Bergen, knallte es laut Müller öfter. Rund 45 Jäger erlegten dort 19 Schweine und 14 Rehe.

Die Größe der Strecke spielt aber am Ende nicht die entscheidende Rolle. "Viel wichtiger ist es, diszipliniert und sauber zu schießen", erklärt Müller. Das Tierwohl habe einen hohen Stellenwert und so "sollte der erste Schuss auch sofort tödlich sein". In diesem Zusammenhang achtet der Seminarförster bei der Auswahl der Jäger auch auf deren Können und "ob sie ihr ,Handwerkszeug' beherrschen".

Doch nicht nur der Tierschutz hat oberste Priorität, sondern auch die Sicherheit der Beteiligten. So schauen sich Jagdleiter Müller und seine Kollegen vorab den Zustand der einzelnen Jagdstände an, machen die witterungsbedingt rutschigen Gassen durch den Forst trittfest und sperren das Revier großräumig ab. Auch während der Jagd ist einiges zu beachten. So tragen die Jäger orange Warnwesten, die Hunde eine Schutzweste, falls sie von einem Wildschwein angegriffen werden, und "es darf nur auf gewachsenen Boden geschossen werden", sagt Müller. Würde eine Kugel auf Asphalt oder Schotter landen, könne das böse ausgehen. Zudem gelte auch der Grundsatz, junge vor alten Tieren zu schießen. "Es gibt Rottenverbände, die aus mehreren Bachen, Frischlingen und einjährigen Überläufern bestehen, und von der Leitbache angeführt werden." Es dürfe aber nie zuerst auf die Leitbache geschossen werden, "denn sie bestimmt, wo die Rotte lebt, wann gefressen und auch wann sich gepaart wird, und wenn sie weg ist, kann es passieren, dass die ganze Sozialstruktur auseinanderbricht".

Dem Seminarförster ist aber vor allem eines wichtig: "Wir gehen da nicht raus und schießen einfach drauf los, das hat schon alles seinen Sinn." So dient eine solche Drückjagd der Regulierung des Bestandes und der Eindämmung der Flurschäden. In der Dämmerung sowie nachts würden die Wildschweine aus dem Wald kommen und auf der Suche nach Nahrung ganze Felder und Wiesen umgraben. "Wir sehen uns also auch in der Verantwortung und in der Pflicht, die Landwirte zu unterstützen."

Seit Jahren wächst der Bestand der Wildschweine aufgrund des Klimawandels sowie der zusätzlichen Nahrungsressourcen, auch durch die intensive Landwirtschaft. "Heuer haben wir zudem wieder ein Mastjahr, was bedeutet, dass die Überlebenschancen der Jungtiere aufgrund der härteren Winter besser sind und es auch mehr Nahrung gibt, weil die Bäume viele Samen tragen". Eine weitere Folge des zu hohen Bestandes sei auch das Risiko von Krankheiten wie etwa der afrikanischen Schweinepest.

Am Ende einer jeden Drückjagd werden die Tiere dann von einem Metzger ausgenommen und anschließend unter Jägern und auch Wildbrethändlern verkauft. "Wenn man sich die ganze Massentierhaltung anschaut, hat das Fleisch der Wildtiere eine hervorragende Qualität", sagt Müller. "Besser geht es eigentlich nicht."

Katrin Kretzmann
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