Donnerstag, 15. November 2018
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Gesprächskreis zu "Gewaltfrieden" im Pfarrstüberl

Der Umbruch im Herbst 1918

Schrobenhausen
erstellt am 08.11.2018 um 18:51 Uhr
aktualisiert am 11.11.2018 um 03:34 Uhr | x gelesen
Schrobenhausen (mbs) Vor 100 Jahren endete der Erste Weltkrieg und in einer deutschen Republik sollten bessere Zeiten anbrechen.
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Dieser Umbruchphase der Geschichte geht die Katholische Erwachsenenbildung (KEB) in mehreren Veranstaltungen nach.

Nach einem Vortragsabend, in dem die letzten Tage der bayerischen Monarchie im November 1918 beleuchtet wurden, lädt KEB-Vorsitzender Stephan Witetschek zusammen mit Franz Josef Mayer, der den Historischen Verein vertritt, zu einer Gesprächsrunde ins Regionalzentrum St. Jakob. Dabei werden die Vorgänge vom Herbst 1918 in Berlin beleuchtet, von der deutschen Kapitulation bis zum Vertrag von Versailles.

Grundlage für das Gespräch bildet ein Film über die Ereignisse, die in dem zweiteiligen TV-Werk "Gewaltfrieden" die aufgeregte Atmosphäre jener Monate nachvollzieht. Der Film, um das Jahr 2010 entwickelt von BR-alpha, zeigt einfühlsam und informativ, wie überforderte Politiker eine neue Regierung bilden sollen und sich dabei mit den Bedrängnissen der Siegermächte konfrontiert sehen, die Deutschlands totale Unterwerfung verlangen. Aber wie sollen Politiker das Richtige tun in einer Situation, für die es kein Vorbild gibt?

Der Film beruht auf den historischen Fakten und hat große Anerkennung gefunden. Jede Figur ist schauspielerisch glänzend ausgearbeitet, ob es sich um die Rolle von Reichspräsident Ebert handelt oder um den von allen Seiten bedrängten Unterhändler Mathias Erzberger. Neben der Regierungsebene wird das Geschehen in der Bevölkerung dargestellt. Szenen in Zeitungsredaktionen wechseln mit einem Blick in Berliner Salons und Restaurants, wo die aktuellen Vorgänge kommentiert und auch per Intrige vorangetrieben werden. Sehr deutlich wird die Perspektive der unteren Bevölkerungsschichten: Die heimkehrenden Soldaten wenden sich den extremen linken und rechten Gruppen zu, Straßenkämpfe und Morde bestimmen die Szene.

Witetschek empfiehlt Interessenten, sich vorher den Film in der Mediathek der ARD anzusehen; kurze Passagen sind in der Veranstaltung noch zu sehen. Der Gesprächsabend - mit fünf Euro Eintritt - beginnt am Montag, 12. November, um 19 Uhr im Pfarrstüberl St. Jakob.

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