Freitag, 25. Mai 2018
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Am Pfingstmontag werden wieder Hunderte Pilger in Pobenhausen erwartet

Dekan Dippel predigt heuer am Kalvarienberg

Pobenhausen
erstellt am 16.05.2018 um 17:21 Uhr
aktualisiert am 20.05.2018 um 09:44 Uhr | x gelesen
Pobenhausen (SZ) Genau 350 Jahre ist es her, dass der Legende nach zwei etwa 18-jährige Mädchen auf dem Kalvarienberg, der damals noch Geisberg hieß, zum Gras Schneiden unterwegs waren und "ein schönes Kindlein mit einem Lämmlein, das von Wölfen verfolgt wurde" sahen. Das war der Beginn der Wallfahrt auf den Kalvarienberg bei Pobenhausen, die noch heuer am Pfingstmontag stattfindet.
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Im Schatten der Bäume kann man die Holzkreuze am Kalvarienberg erahnen, die vor 300 Jahren aufgestellt wurden.
Im Schatten der Bäume kann man die Holzkreuze am Kalvarienberg erahnen, die vor 300 Jahren aufgestellt wurden.
Foto: Haßfurter
Pobenhausen
Eine ganze Woche lang dauert die Wallfahrt, beginnend mit dem Pfingstmontag. Jeden Tag findet eine Messe statt, die Wallfahrer kommen aus den umliegenden Orten, aus Brunnen, Waidhofen, Linden und Edelshausen, Zuchering, Reichertshofen, Adelshausen, Hohenried, Steingriff und sogar aus Ingolstadt. Als Kirchenpfleger Albert Glöckl (68) noch Ministrant war, musste er jeden Tag ministrieren. Unter der Woche fand der Gottesdienst in der Kirche statt, am Dreifaltigkeitssonntag dann unter freiem Himmel. Damals dauerten die Pfingstferien nur eine Woche, doch für Ministranten war auch der Montag nach dem Dreifaltigkeitssonntag noch frei. An dem Tag erfolgte der sogenannte Bergabzug - das Allerheiligste zog wieder hinunter in die Pfarrkirche und alle Helfer und natürlich die Ministranten wurden zum Essen in die Gastwirtschaft Grabmair eingeladen.

Zu Glöckls Kindheitserinnerungen gehören auch die Stände, die damals noch die gesamte Nordwestseite um die Kirche herum einnahmen und die ganze Woche über ihre Waren feilboten. Mindestens sechs feste Buden seien es gewesen, meint der gebürtige Pobenhausener. Zu kaufen gab es an allen dasselbe: Wurstsemmeln, Süßigkeiten und kleine Spielsachen. "Das war uns Kindern damals egal - wichtig war es, dass dort Besonderes zu kaufen war", erzählt Glöckl schmunzelnd. Die letzte Bude habe noch bis vor etwa 20 Jahren existiert.

Die Wallfahrt erlebte über die Jahrhunderte eine wechselvolle Geschichte. Während des Spanisch-Österreichischen Erbfolgekriegs verkaufte der Hofmarksherr Güter, die Pfarrer Holzapfel der Wallfahrtskirche geschenkt hatte, die Wallfahrt war zum Erliegen gekommen und lebte erst 1760 wieder auf. Sechs Jahre später, also 26 Jahre nach dem Verkauf der Güter, stiftete von Pfetten zur Sühne ein Benefizium mit ständigem Priester und Heiligen Messen an Sonn- und Feiertagen sowie an Fastenfreitagen und in der Pfingstwoche. Mit der Säkularisation kam 1804 ein Erlass, die Kirche abzureißen, was von Pfetten zu verhindern wusste. 1825 wurde die baufällig gewordene Wallfahrtskirche erweitert und vergrößert. Immer wieder unterbrachen Kriege die Wallfahrt. Über den Ersten Weltkrieg hinweg blieb sie erhalten, flaute aber während der Nachkriegsjahre und während des Zweiten Weltkriegs deutlich ab. Seit einigen Jahren erfreut sie sich wieder steigender Beliebtheit.
Andrea Hammerl
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