Dienstag, 25. September 2018
Lade Login-Box.

Die Gerolsbacherin Lea Heib sorgt in ihrer Galerie KUK44 in Pfaffenhofen für Furore

"Adriart" als spannende Spurensuche

Gerolsbach
erstellt am 11.06.2018 um 18:19 Uhr
aktualisiert am 15.06.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Gerolsbach (SZ) "Diese Ausstellung", so Reinhard Haiplik in seiner Laudatio, "hat uns das Mittelmeer ein wenig nach Pfaffenhofen gebracht.
Textgröße
Drucken
 
Fotos: Böhm
Gerolsbach
" Damit meinte er nicht nur den Umstand, dass die drei Künstler, die ihre Werke in der Ausstellung "Adriart" in der Galerie KUK44 in Pfaffenhofen zeigen, aus Kroatien und Italien kommen.

Er meinte auch das spürbare südländische Flair, das an diesem lauen Sommerabend zum Greifen nah war. Gleich um die Ecke der Hauptplatz, stellvertretend für das, was Pfaffenhofen als bayerische Kleinstadt ausmacht und prägt - hier wenige Meter entfernt in der Auenstraße das "bunte Treiben, südländische Düfte, Leichtigkeit. " Doch auch Haiplik weiß, dass das Klischee des südländischen Lebens nur eine Illusion ist und vor allem, dass die Werke von Massimo Danielis, Neno Mikuli? und Ida Ozbolt viel weiter gehen, dass sie bisweilen konträr sind zum einseitigen Klischee und somit "die platten Assoziationen hinterfragen".

In seiner Rede machte Haiplik Lust auf "eine faszinierende Welt voller Rätsel und Zweifel" und lud die Besucher ein zu einer "spannenden Spurensuche", und dies auch noch an so einem reizvollen Ort in der von Lea Heib aus Gerolsbach geführten Galerie KUK, die Haiplik als einen "Glanzpunkt in Pfaffenhofen" bezeichnete.

Er wies die Zuhörer hin auf die "Spuren des Lebens" in den Werken von Massimo Danielis. Sie tragen einfache, kurze Titel. "Ager", zu deutsch Feld, oder "Urbs", zu deutsch die Stadt. Sie sind vor allem Struktur, Fläche, "vergleichbar mit farbenprächtigen Wandteppichen", so Reinhard Haiplik weiter, im Spannungsfeld von Quadrat oder Kreis, sie tragen die Kindheitserlebnisse des Künstlers in sich, wie er als Kind die frisch umgepflügten Äcker fasziniert in sich aufgesogen hat, den Umstand, dass sich Landschaften verändern, Schichten abgetragen werden, neu entstehen. Ein wenig so stellt man sich die Arbeit von Massimo Danielis, der in Pfaffenhofen längst ein bekannter Name ist, an seinen Werken vor, der Betrachter wird aufgenommen bis in die untersten Schichten, die, selbst nicht sichtbar, dennoch das Sichtbare verändern, bestimmen, beeinflussen. Massimo Danielis lebt und arbeitet in Pfaffenhofen und in der Provinz Udine in Italien.

Auch bei Ida Ozbolt bricht etwas an die Oberfläche. Haiplik bezeichnete es in seiner Rede als ein "nach außen gekehrtes unendlich reiches Innenleben", so sei zum Beispiel ein ganzes Universum in einen Stiefel gepackt. Es sind die Gefühlswelten und Träume der Künstlerin, die hier ihren Weg finden, hinein vom Bild in die Dreidimensionalität. Gemälde von Frauen spielen eine große Rolle und immer wieder Schuh. Wer weiß, welche Träume in Schuhen stecken können.
Das Spezielle an einer Vernissge bei Lea Heib: Musikalische Unterhaltung von der Galerieleiterin persönlich mit kroatischen Liedern. Unten: Neno Mikuli trug sich ins Goldene Buch der Gemeinde Gerolsbach ein. Im Bild (v.l.) Vizebürgermeisterin gerti Schwertfirm, der Künstler, Galeristin Lea Heib und Bürgermeister Martin Seitz.
Das Spezielle an einer Vernissge bei Lea Heib: Musikalische Unterhaltung von der Galerieleiterin persönlich mit kroatischen Liedern. Unten: Neno Mikuli trug sich ins Goldene Buch der Gemeinde Gerolsbach ein. Im Bild (v.l.) Vizebürgermeisterin gerti Schwertfirm, der Künstler, Galeristin Lea Heib und Bürgermeister Martin Seitz.
Fotos: Böhm
Gerolsbach



Wovon träumen wir? So ist es wieder das Meer, das diese Ausstellung bestimmt, das Träumen von Meer, das uns allen innewohnt. Welch Privileg, dass Neno Mikuli, der Maler des Meeres, seine Werke nach Pfaffenhofen gebracht und auch gleich selbst von Split angereist ist. Lea Heib war bei ihren Recherchen auf ihn gestoßen und "einfach sofort begeistert". Sie konnte Neno Mikuli, der in seiner Heimat Kroatien sehr bekannt ist, zu einem Besuch in Bayern überreden.

Einige Tage war er zu Gast bei ihr zuhause in Gerolsbach. Gerolsbachs Bürgermeister Martin Seitz freute sich ebenfalls über den prominenten Besuch und bot Neno Mikuli an, sich in das Goldene Buch der Gemeinde Gerolsbach einzutragen. Gerne kam der bescheidene Künstler dieser Aufforderung nach. Die Tage in Gerolsbach hat er sehr genossen: "Die Leute sind so freundlich und wenn man irgendwo lang läuft, wird man jedes Mal nett gegrüßt. "

Von Pfaffenhofen und der Galerie KUK hatte er zuvor noch nicht gehört, doch nun haben einige seiner Werke, seine Meeresimpressionen, Schiffe, Matrosen, Gesichter und Tiere einen würdigen Platz in der Galerie gefunden. Seine Werke sind voller Symbolismus und erzählen uns Geschichten über menschliches Verlangen, über Treue, Liebe, den Schmerz, der aus der Liebe erwächst. Der Betrachter findet ein Paar in inniger Nähe und empfindet gleichzeitig die Ahnung der Trennung, er fühlt die Einsamkeit in der Zweisamkeit. Und er nimmt Teil an der Entwicklung des Künstlers, an der damit verbundenen Veränderung der Werke vom naiv anmutenden Malstil hin zu einem abstrahierenden Arbeiten, in dem schon die Farbe eines Schattens Bände spricht. Es ist als könne man dem Künstler zusehen bei seiner Verwandlung, die sich von Werk zu Werk vollzieht und greifbar für den Ausstellungsbesucher ist.

Die Ausstellung ist noch bis 1. September in der in der Galerie KUK in der Auenstraße 44 in Pfaffenhofen zu sehen.

Sibylle Böhm
Kommentare

Schreiben Sie den ersten Kommentar!

Kommentare geben die Meinung des Verfassers wieder. Für die Inhalte übernimmt donaukurier.de keinerlei Verantwortung und Haftung. weitere Informationen
Um Beiträge schreiben zu können, müssen Sie eingeloggt sein!