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Beim ersten Ernsgadener Bürgerdialog gab es viele Infos zu aktuellen Projekten der Gemeinde

Wohnen als zentrales Thema

Ernsgaden
erstellt am 07.11.2018 um 15:50 Uhr
aktualisiert am 11.11.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Ernsgaden (GZ) Wer hat Chancen, in der neuen barrierefreien Wohnanlage der Gemeinde zum Zug zu kommen? Antworten dazu gab es beim Bürgerdialog, zu dem am Dienstagabend alle Ernsgadener Interessenten ins Dorfgemeinschaftshaus eingeladen waren. Weiteres Thema waren die ersten Erfahrungen mit den neu gefassten Richtlinien des Baulandmodells.
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Rund ein Dutzend Interessenten informierten sich im Rahmen des Ernsgadener Bürgerdialogs über aktuelle Themen.
Rund ein Dutzend Interessenten informierten sich im Rahmen des Ernsgadener Bürgerdialogs über aktuelle Themen.
Huber
Ernsgaden
Zu der Zusammenkunft eingeladen hatte Bürgermeister Karl Huber (CSU), der mit dem Bürgerdialog - neben der jährlichen Bürgerversammlung - einen regeren Austausch mit der Bevölkerung ermöglichen und vorantreiben will. Etwa ein Dutzend Interessenten nahmen am Dienstagabend das Angebot an, sich über den Sachstand bei aktuellen Themen informieren zu lassen.

In der barrierefreien Wohnanlage werden laut Huber voraussichtlich elf Wohnungen und ein Gemeinschaftsraum entstehen. Der Baubeginn wird voraussichtlich im Laufe des nächsten Jahres sein. Einige Bürger hätten sich schon für die Anmietung einer Wohnung interessiert, so Huber. Es entstehen vier Dreizimmerwohnungen, davon zwei absolut behindertengerecht und sieben Zweizimmerwohnungen. Die Miete beträgt (nach dem heutigen Mietniveau berechnet) etwa acht Euro je Quadratmeter. Bei der Belegung sollen nach den Vorgaben des Gemeinderats Senioren bevorzugt werden. Dabei gilt: Infrage kommt, wer als alleinstehende Person nicht mehr als rund 20000 Euro Jahreseinkommen hat, für Paare steht ein Jahreseinkommen von rund 35000 Euro in der Tabelle. Interessenten können sich vormerken lassen. 
Was die Erfahrungen mit den neuen Richtlinien des Einheimischenmodells betrifft, so seien diese "im Großen und Ganzen gut", so die Bilanz des Gemeindechef. Bei der Beschlussfassung zu den Vergabekriterien habe "das eine oder andere Ratsmitglied einen gewissen Ärger gegen die große Politik" verspürt, so Huber. Grund: Die neuen Vorschriften seien wesentlich bürokratischer als die früheren, die dem Gemeinderat bei der Vergabe mehr Spielraum ließen. Ausgangspunkt für die Neuregelung waren Vorgaben der Europäischen Union und der Bundesregierung sowie der Bayerischen Staatsregierung. "In Sonntagsreden wird gern von Bürokratieabbau und Bürgerfreundlichkeit gesprochen", so Huber. Beim Baulandmodell sei das Gegenteil der Fall. Man müsse aufgrund der Vorgaben "von oben" von den Bewerbern jede Menge Bestätigungen und Erklärungen verlangen.

So brauche man von den Grundstücksinteressenten zum Beispiel Angaben zu Einkommen, Vermögen, persönlichem Status, Kinderzahl, Mitgliedschaft in Vereinen sowie zum ehrenamtlichen Engagement. Die Verwaltung habe die Vorgaben aber "hervorragend gemeistert" und so konnte man heuer im Baugebiet Mittergret IV zehn Grundstücke im Rahmen des Einheimischenmodells zur Verfügung stellen. "Die ersten Bauherren haben schon dem Hausbau begonnen", zeigte sich Huber erfreut.
Als nächstes Baugebiet steht der Bereich "An der Hochstraße" zur Überplanung und Erschließung an, ließ der Bürgermeister wissen. Man habe gute Erfahrungen damit gemacht, alle zwei Jahre rund 20 Baugrundstücke auszuweisen. Ob das in Zukunft noch so funktionieren werde, sei allerdings offen, da die neue Bayerische Staatsregierung eine Halbierung des Flächenverbrauchs erreichen will. Man dürfe gespannt sein, wie die große Nachfrage noch Grundstücken und Immobilien befriedigt werden soll, meinte der Gemeindechef. Schließlich sei Eigentum die beste Vorsorge gegen Altersarmut, und in Deutschland sei im Vergleich zu den anderen EU-Ländern die Eigentumsquote mit 48 Prozent "erschreckend gering". Die Gemeinde wird im Rahmen des Baulandmodells voraussichtlich fünf Grundstücke zur Verfügung stellen können. Die weiteren Bauparzellen in dem neuen Baugebiet gehören privaten Eigentümern. Derzeit befindet sich der Bebauungsplan in Aufstellung, mit der Erschließung soll im Frühjahr 2019 begonnen werden.
Gerold Huber
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