Dienstag, 16. Oktober 2018
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Der Verein "Bayern, Brauch und Volksmusik" lädt zum Hopfazupfa-Jahrtag in den Prielhof ein

Volkstanz, Brauchtum, Grünes Gold

Scheyern
erstellt am 10.08.2018 um 17:22 Uhr
aktualisiert am 13.08.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Scheyern (PK) Immer wenn sich Mariä Himmelfahrt und Brauchtum kalendarisch verbinden, ist Hopfazupfa-Jahrtag in Scheyern. Ein Fest, das kirchlich beginnt und bürgerlich endet. Dazwischen Bayern pur, mit allem, was dazugehört.
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Gerade mal ein Viertel Jahr lang ist Hans Krammer der Erste Vorsitzende des Vereins ?Bayern, Brauch und Volksmusik?.
Gerade mal ein Viertel Jahr lang ist Hans Krammer der Erste Vorsitzende des Vereins "Bayern, Brauch und Volksmusik".
Foto: A. Ermert
Scheyern
Es hat nicht viel gefehlt, dann hätte es die mehr als zweieinhalb Jahrzehnte währende Traditionsveranstaltung im Scheyerer Prielhof nicht mehr gegeben. Denn der Verein und Veranstalter "Bayern, Brauch und Volksmusik" stand kurz vor der Auflösung, da die langjährige Vorstandschaft "amtsmüde" geworden war und sich keine Nachfolge abzeichnete.

Aus unserer Zeitung erfuhr Hans Krammer (58) von der Misere und bewarb sich kurzerhand um das Ehrenamt des Ersten Vorsitzenden, "da so ein Verein einfach erhalten werden muss." Eine glückliche Fügung, denn der Jahrtag und der Volkstanz am Abend zuvor im Prielhofgewölbe haben es verdient, weiter fortgeführt zu werden. Auch im Interesse der Politprominenz, die sich ab 16 Uhr beim Hopfazupfa-Wettbewerb ein hartes Rennen liefert. Darunter die "üblichen Verdächtigen" wie Bundestagsabgeordneter Erich Irlstorfer (CSU), Pfaffenhofens Vize-Bürgermeister und Vorjahressieger Albert Gürtner (FW), Scheyerns Bürgermeister Manfred Sterz (FW) und erstmals Bundestagsmitglied Johannes Huber (AfD). Zur Prominenz gehört die erst zwei Tage zuvor frisch gekürte Hopfenkönigin, die dem Hopfenfest ihre Aufwartung machen wird.

Der Tag beginnt ab 10 Uhr traditionell mit einem Weißwurstfrühstück, bei dem man den Extrasud der Klosterbrauerei schon mal kosten kann. Nach dem Pontifikalamt in der Scheyerer Basilika folgt gegen 11.30 Uhr die Weihe der Kräuterbüschel auf der Prielhofbühne. Nachfolgend sorgen die "Zamgwürfelten" für musikalische Begleitung, später die Schlossbergmusikanten und weitere Musiker, die ursprüngliche Volksmusik bieten. Ein Pferdegespann holt Hopfen frisch vom Feld, und Hopfenmeisterin Uschi Kufer unterweist Groß und Klein im richtigen Hopfenzupfen, eine Urkunde am Ende inklusive. Für Gaumenfreuden sorgen Steckerlfisch, Rehragout, Schmalzgebäck und vieles mehr, Hopfenschnaps oder Hopfensecco runden das Angebot ab. Auch Handwerkskunst ist vertreten, da gibt es frisch gebundene Hopfenkränze, Hopfenmotive auf Keramik oder Stoffen, neu vertreten ist Edelweiß-Schnitzer "Michi" Hölzl und etliches andere mehr. Ein Vergnügen für Groß und Klein sind die Gespann-Kutschfahrten rund um die Klosterweiher, für Kinder gibt's ein Karussell, Zuckerwatte und schmackhafte Eissorten. Für ein besonderes Lokalkolorit sorgen die Pfaffenhofener Goaßlschnalzer, gestandene Mannsbilder mit Knalleffekt.
Da knallt es über den Köpfen der Gäste, wenn die Goaßlschnalzer ihre Goaßl schwingen.
Da knallt es über den Köpfen der Gäste, wenn die Goaßlschnalzer ihre Goaßl schwingen.
Foto: Steininger
Scheyern



Bereits am Abend zuvor um 20 Uhr beginnt das Brauchtumsfest mit dem Volkstanz im Prielhofgewölbe. Zu den Klängen der Wolnzacher Tanzlmusi und unter den Kommandos von Vortänzer Christian Hofrichter aus Schweitenkirchen finden sich Burschen und Madl in der Ledernen und im Dirndl zum Paartanz oder zu den Formationstänzen. Für Essen und Trinken ist gesorgt, nähere Informationen gibt es bei Hans Krammer, Telefon (0163) 2060615.

Ein rundes Angebot also, das der Erste Vorsitzende bewahren will, ohne aber die Augen vor möglichen Innovationen zu verschließen. Zunächst aber hat er gehörigen Respekt vor dieser Veranstaltung, die für ihn eine Premiere darstellt. Was den Verein anbelangt, will er die jeden ersten Mittwoch im Monat beim Alten Wirt in Rohrbach stattfindenden Musikerstammtische für das Publikum abwechslungsreicher gestalten und auch mehr junge Musikanten mit einbinden.

Hans Steininger
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