Pfaffenhofen
"Verbrannte Bücher": Bauzaun wird zur Gedenktafel

08.05.2018 | Stand 02.12.2020, 16:26 Uhr
Mit einer Grafitty-Aktion am Bauzaun erinnerten Schüler an die Bücherverbrennungen der Nationalsozialisten. Am 9. Mai werden Auszüge aus den betroffenen Werken bei einer Veranstaltung im Rathaussaal vorgetragen. −Foto: Foto: Thomas Fischer

Pfaffenhofen (srl) Auf die Bücherverbrennung, die von nationalsozialistischen Gruppen vor 85 Jahren, im Mai 1933, in vielen Städten durchgeführt wurde, wollen Schüler des Projektseminars "Verbrannte Bücher" aufmerksam machen.

Sie haben deshalb einen Abschnitt des Bauzauns am Schyren-Gymnasium zu einer Gedenktafel umgestaltet, indem sie Portraits von damals verbotenen Autoren aufsprayten.

Mit weiteren Aktionen wollen sie an die Schriftsteller erinnern, die mit der Bücherverbrennung in die Vergessenheit gestoßen werden sollten: Seit dem 7. Mai steht in der Kreisbibliothek Pfaffenhofen ein leeres Regal. Es lässt an die zahlreichen Bücher denken, die von den Nationalsozialisten als "entartet"diffamiert und deshalb aus den Bibliotheken geholt wurden. Mit Spenden können die Pfaffenhofener dafür sorgen, dass die Kreisbibliothek solche Bücher kaufen und so das Regal wieder füllen kann.

Bei einer Veranstaltung am heutigen Mittwoch ab 19 Uhr wird neben anderen auch Bürgermeister Thomas Herker aus einigen dieser Bücher im Rathaussaal lesen. Im Anschluss informiert ein Mitglied von Amnesty International über Autoren, die heute verfolgt werden. Mehr Informationen dazu sowie eine filmische Dokumentation zur Bücherverbrennung finden sich auf folgender Webadresse, die die Schüler selbst initiiert haben: www. verbranntebuecher. de

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