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Partei gründet gemeinsamen Ortsverband für Reichertshausen, Hettenshausen und Jetzendorf

Grüne Hoffnung im Süden

Reichertshausen
erstellt am 19.12.2014 um 19:37 Uhr
aktualisiert am 31.01.2017 um 22:07 Uhr | x gelesen
Reichertshausen (PK) Ein vierter Ortsverband der Grünen im Landkreis hat diese Woche seine Geburtsstunde erlebt. Der Ortsvorsitzende ist Helmut Schnapp, sein Stellvertreter Peter Schmitz-Valckenberg, zum Schriftführer wurde Johannes Riehm gewählt.
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Reichertshausen: Grüne Hoffnung im Süden
Stolz auf den vierten Ortsverband der Grünen: Kreisvorsitzende Kerstin Schnapp (von links), Schriftführer Johannes Riehm, Ortsvorsitzender Helmut Schnapp, Vize Peter Schmitz-Valckenberg, Landesvorsitzender Eike Hallitzky und Kreisvorsitzender Norbert Ettenhuber - Foto: Steininger
Reichertshausen

Begleitet wurde die Gründung vom Landesvorsitzenden Eike Hallitzky und von der Grünen-Doppelspitze im Kreistag, die aus Norbert Ettenhuber und Kerstin Schnapp besteht. Schnapp ist übrigens die Tochter des neu gewählten Ortsvorsitzenden. Und die lobte ausdrücklich die vorbildliche Asylpolitik im Landkreis, die für jedes erdenkliche Szenario eine passende Lösung bereithalte. Die Kreisvorsitzende sieht dennoch in jeder Kommune ein Potenzial von rund zehn Prozent an Wählerstimmen für die Grünen. „Nur müssen die per Liste auch wählbar sein.“ Jetzt hätten sich die Grünen im Süden formiert: „Wir wollen in der Kommunalpolitik künftig unsere Wünsche und Vorstellungen einbringen.“ Und das bereits in der Planung, nicht erst nach getroffenen Entscheidungen, fügte der in Reichertshausen ansässige und als Ingenieur tätige Schmitz-Valckenberg an. Er stellte fest, dass Reichertshausen zwar gut aufgestellt sei, fand aber trotzdem noch Verbesserungsbedarf: etwa die zu engen Gehwege entlang der B 13, der Personennahverkehr in Richtung München und die örtliche Infrastruktur. Hier will er Anreize schaffen: für biologisches Bauen und eine ebensolche Landwirtschaft. „Mit besonderer Förderung der regionalen Erzeuger“, fügte er an.

Deutliche Seitenhiebe auf die Landes-CSU kamen von Eike Hallitzky. Die zeige sich wahltaktisch flexibel und halte ihr Mäntelchen in jeden Bürgerwind, sei dagegen aber fixiert auf ihr Machtstreben. Die Grünen dagegen hätten während der vergangenen sechs Jahre einen Mitgliederzuwachs in Höhe von 30 Prozent zu verzeichnen: „Grün blüht auf“, betonte er.

Als Ziele der Grünen nannte er drei Themenschwerpunkte: die Energiewende, die nicht zuletzt wegen der „10-Horst-Regelung“ nicht vorankäme; eine Agrarwende, die der Verseuchung des Grundwassers entgegenwirke; und der Antibiotikaeinsatz in der Tiermast. „Antibiotika brauche ich im Krankenhaus und nicht im Putenschnitzel auf dem Teller“. Als drittes Thema nannte er eine Bildungswende. „Individuelle Förderung oder Aktivierung zum Lernen finden nicht statt.“

Für das ihm entgegengebrachte Vertrauen bedankte sich der frischgebackene Grünen-Ortsvorsitzende und Versicherungsmakler Helmut Schnapp. Er kritisierte Sünden, die an der Natur begangen würden und forderte couragierte Bürger, die sich dagegen wehren. Er sehe in Reichertshausen Facetten und Gestaltungsmöglichkeiten. Und diese werde er zusammen mit den Anregungen der Bürger an die Gemeinde weitergeben. Er wolle aus den in einem Ortsverband zusammengefassten Gemeinden Reichertshausen, Hettenshausen und Jetzendorf bis zur nächsten Kommunalwahl drei Ortsverbände machen. „Dafür werde ich arbeiten“.

Theresa Stumpf, Mitglied im Vorstand der Grünen-Jugend, berichtete noch über ihr ehrenamtliches Engagement für die Asyl suchenden Flüchtlinge im Süden des Landkreises.

In Absprache mit dem Jetzendorfer Bürgermeister Manfred Beltzin (CSU) habe man ein Freiwilligennetz aufgebaut, das sich um die Flüchtlinge kümmert. Das möchte man auch im südlichen Landkreis etablieren. Sie sucht daher interessierte Bürger, die sich engagieren wollen. Zu erreichen ist sie unter der E-Mail-Adresse There sa.Stumpf@gmx.de. Alternative Ansprechpartnerin ist Anna Kutzer-Meckl am Landratsamt.

Von Hans Steininger
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