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''Radschnellwege sind Wunschdenken''

Pfaffenhofen
erstellt am 15.02.2018 um 15:53 Uhr
aktualisiert am 19.02.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Pfaffenhofen (PK) Der Kreisverband Pfaffenhofen im Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) ist vor 25 Jahren gegründet worden. Freitagabend feiern die Mitglieder im Alten Wirt in Rohrbach ihr Jubiläum.
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Fest im Sattel: Die Organisation von Radltouren rund um Pfaffenhofen gehört zu den Kernaufgaben des Kreisverbands des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC).
Fest im Sattel: Die Organisation von Radltouren rund um Pfaffenhofen gehört zu den Kernaufgaben des Kreisverbands des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC). Wichtig ist dem Vorsitzenden Peter Hoffmann aber auch die politische Einflussnahme zugunsten der Radler.
Hoffmann
Pfaffenhofen

Dazu erwarten sie auch die Stellvertretende Landesvorsitzende des ADFC Bayern, Uschi Ziob, und Landrat Martin Wolf. Das trifft sich gut, denn die Radfahrerorganisation versteht sich selbst nicht nur als Spaßverein, der Touren organisiert, vielmehr will der Kreisvorsitzende Peter Hoffmann Stadt- und Kreispolitik auf Probleme für Radfahrer hinweisen – und mitarbeiten, dass sie gelöst werden.

Der ADFC, das sind doch die mit den Gelben Engeln? Kommen solche Fragen öfter?

Peter Hoffmann: Die meisten Leute wissen mit uns tatsächlich gar nichts anzufangen und verwechseln uns mit dem ADAC. Dabei vertreten wir fast das Gegenteil. Wir setzen uns für die Radfahrer ein. Mittlerweile ist der Trend da, dass wir angehört werden. Wir haben der Stadt und dem Landratsamt eine lange Liste an Mängeln übergeben, wo es Probleme für Radfahrer gibt.

 

Aber in den vergangenen Jahren hat sich für Radfahrer schon auch was verbessert, oder?

Hoffmann: Ja. Der Radlerschutzstreifen an der Hohenwarter Straße ist zum Beispiel eine Errungenschaft.

 

Wo hakt es dagegen noch?

Hoffmann: Die kombinierten Fahrrad- und Fußgängerwege sind nicht der Weisheit letzter Schluss. Dort ist man als Radfahrer geduldet, hat aber keine Benutzungspflicht. Da ist immer die Frage, ob es Sinn macht auf dem Gehweg zu fahren. Zum Beispiel ist auf den Gehwegen an der Scheyrer Straße viel Fußgängerverkehr. Da fährt man dann besser auf der Straße.

 

Ist das auf Pfaffenhofens Straßen ein Problem?

Hoffmann: Das Verhalten der Autofahrer käst uns schon ein bisschen an. Am Hauptplatz ist eine 20er-Zone – und ich werde überholt und dann geschnitten, obwohl mein Tacho weit über 20 anzeigt. Deshalb sind wir auch für eine Durchfahrtssperre eingetreten. An Tempobeschränkungen hält sich keiner. Und warum? Weil’s keiner kontrolliert. Aber grundsätzlich ist es schön, dass es die Stadt in Angriff nimmt, die Pfaffenhofener Innenstadt fahrradfreundlicher zu machen.

 

Was gibt es noch zu tun?

Hoffmann: Manche Sachen sind einfach nicht durchdacht. An der Kreuzung Ingolstädter Straße/Altenstadt endet der Radweg am Zebrastreifen. Weiter geht dann ein Geh-Radweg auf der linken Straßenseite. Ein weiteres leidiges Thema ist die B 13. Stadteinwärts ist in Reisgang ein kombinierter Weg auf der linken Seite. Vor der Tankstelle wird der dann zu einem reinen Gehweg. Theoretisch muss man als Radfahrer da die Straße überqueren, um dann auf der rechten Seite auf der Straße bis zur Bahnhofskreuzung zu fahren. Aber die Stadt sagt zumindest, dass da was in Planung ist.

 

Mehr Sicherheit für Radler: Schutzstreifen wie hier in der Hohenwarter Straße in Pfaffenhofen sind für Peter Hoffmann ein Schritt in die richtige Richtung.
Archivfoto: E. Steinbüchler
Pfaffenhofen

Gibt es auch Stellen, wo sich nichts tut?

Hofmann: An der Schrobenhausener Straße zwischen dem Bahnhof und dem Heizkraftwerk gibt es keinen Radweg. Gerade für Pendler ist das ein Problem. Hier wäre es eine Möglichkeit, es so zu machen wie zwischen Steinkirchen und Oberhausen, da ist auf einer Straßenseite ein reiner Radweg, auf der anderen ein Fußgängerweg. Aber von der Stadt heißt es nur, da passiert erst etwas, wenn die Umgehungsstraße gebaut wird. Und das wird noch lange dauern.

 

Gibt es im Rest des Landkreises positive Signale?

Hofmann: Das KUS sitzt gerade mit einem Planungsbüro dran, die Radwege im Landkreis zu optimieren. Im März wollen die alle Wege abfahren, wir haben uns bereit erklärt mitzufahren, um einige Dinge anzusprechen. In Bayern sind auch schon Radschnellwege in Planung. Das ist hier aber noch Wunschdenken.

 

Was wird in Deutschland denn sonst noch für Radfahrer gemacht?

Hoffmann: Die Bahn tauscht im regionalen Zugverkehr ihre Doppelstockwagen aus. In den neuen Zügen gibt es dann in jedem Wagen eine Mitnahmemöglichkeit für Fahrräder. Und auch die Einstiege wurden verbessert. Und früher war es in ICEs generell nicht möglich Räder mitzunehmen. Im ICE 4 gibt es ein Fahrradabteil mit acht Stellplätzen.

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