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Bußgeldbescheide werden zurückgenommen, weil ein Tempo-30-Schild gefehlt hat

Verblitzt

Pfaffenhofen
erstellt am 15.03.2012 um 19:31 Uhr
aktualisiert am 31.01.2017 um 21:39 Uhr | x gelesen
Pfaffenhofen (PK) Ums fällige Bußgeld herum kommen einige Bürger, die im vergangenen Monat in Pfaffenhofen geblitzt worden sind. Denn ein Verkehrsschild, dass sie auf das geltende Tempolimit von 30 Stundenkilometern in der Niederscheyerer Straße hätte aufmerksam machen sollen, hat im Einmündungsbereich der Adolf- Rebl-Straße gefehlt.
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Trotzdem waren Kommunale Verkehrsüberwacher stadtauswärts auf Raserjagd – und haben dabei auch einige Autofahrer erwischt, die sich wegen des fehlenden Verkehrszeichens eigentlich keiner Schuld bewusst waren.

Nun zeigt sich die Stadt Pfaffenhofen nachsichtig: „Wir bitten um Entschuldigung“, heißt es in einer Reaktion der Stadtverwaltung. „Das war keine bewusste Abzocke.“ Auslöser der Panne waren die Straßenbauarbeiten vom vergangenen Herbst: „Im Dezember wurde nach dem Ausbau der Niederscheyerer Straße übersehen, das Verkehrszeichen zu wiederholen“, teilte die Verwaltung auf Anfrage mit. Sprich: Von der Adolf-Rebl-Schule kommend hat seit einem Vierteljahr das Tempo-30-Schild gefehlt. Für Autofahrer, die dort einbogen, war also das Tempolimit nicht erkennbar – sie hätten den Eindruck haben können, man dürfe 50 Stundenkilometer fahren.

Die Autofahrer, die bei der Geschwindigkeitskontrolle am Montag, 6. Februar, mit zu viel auf dem Tacho erwischt wurden und einen Bußgeldbescheinigung bekommen haben, können sich nun an den Zweckverband für Kommunale Verkehrsüberwachung wenden. Dieser wurde von der Stadt Pfaffenhofen bereits über das Missgeschick informiert. Das Bußgeldverfahren werde auf Anfrage eingestellt, versichert die Verwaltung. Das geht aber nur bei noch offenen Verfahren: Wer sein Bußgeld bereits bezahlt hat, hat den Bescheid nämlich schon akzeptiert. Und ab sofort wird wieder „scharf“ geblitzt: Inzwischen steht das Schild wieder ordnungsgemäß.

Über die offenbar unrechtmäßigen Bescheide hat Mathias Obeser aus Aresing unsere Zeitung informiert: „Bei mir ist der Strafzettel zurückgenommen worden, aber man weiß ja nicht, wie viele das nicht bemerkt haben“, erzählt er. Er wolle eventuell Betroffene deshalb aufmerksam machen.

Von Michael Kraus
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