Dienstag, 17. Juli 2018
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Zusatzlinien sollen Heimfahrt von Sulzbacher Schülern drastisch verkürzen und unnötige Fußwege vermeiden

Stadt feilt am neuen Buskonzept

Pfaffenhofen
erstellt am 09.01.2012 um 19:16 Uhr
aktualisiert am 31.01.2017 um 21:37 Uhr | x gelesen
Pfaffenhofen (PK) Zum zweiten Mal legt Pfaffenhofen beim neuen Stadtbuskonzept nach: Seit gestern sind zwei zusätzliche Verbindungen in Betrieb, um die kritisierten Mängel bei der Schülerbeförderung zu beheben. Davon sollen die Sulzbacher Schüler profitieren, die bisher das Nachsehen hatten.
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Pfaffenhofen: Stadt feilt am  neuen Buskonzept\t
Haltestelle Hauptplatz: Seit gestern fährt morgens eine Zusatzlinie vom Zentrum zur Schule. Und Sulzbacher Schüler sollen auf dem Heimweg überhaupt nicht mehr umsteigen müssen - Foto: Kraus
Pfaffenhofen
Das neue Stadtbuskonzept, das im November vorgestellt, im Dezember erstmalig korrigiert und Anfang Januar eingeführt wurde, macht beileibe nicht jeden glücklich – sei’s wegen Anschlussproblemen, sei’s wegen der saftigen Preiserhöhung. Die Stadt hat nun zum zweiten Mal auf Kritik und Anregungen der Bürger reagiert und die Fahrpläne angepasst. „Wir haben einige Schreiben bekommen“, berichtet Johann Sondermeier, der für das Stadtbuskonzept zuständige stellvertretende Kämmerer.

Profitieren sollen von den Korrekturen vor allem Schüler weiterführender Schulen. Denn auf den kostenlosen Schulbus des Landkreises haben nur die jüngeren Schüler einen Anspruch. In der Regel müssen Kinder und Jugendliche, die weniger als drei Kilometer von ihrer Schule entfernt leben, ab der fünften Klasse auf öffentliche Verkehrsmittel ausweichen – und die Eltern müssen die Beförderung selbst bezahlen.

Bei der Schülerbeförderung hatte das Pfaffenhofener Stadtbuskonzept, das von einem privaten Planungsbüro entwickelt wurde und zum Jahreswechsel in Kraft getreten ist, noch einige Macken (PK berichtete). Nun wurde nachgebessert: „Ich hoffe, dass die Probleme zur Zufriedenheit aller gelöst sind“, sagt Sondermeier.

Während einige Schüler nach dem bisherigen Fahrplan auf den Linien 1 bis 4 am Hauptplatz aussteigen und zu Fuß zur Schule gehen mussten, um es rechtzeitig zum Schulbeginn zu schaffen, gibt es seit gestern für diese 700 Meter einen Zubringerbus. Dieser fährt an Schultagen um 7.17 Uhr vom Zentrum zur Haltestelle in der Scheyerer Straße. „Das ist ein reines Angebot für Schüler“, erklärt Sondermeier. „Bisher hat es diese Umsteigemöglichkeit nicht gegeben.“

Auf Bitten einiger Eltern wurde außerdem eine Zusatzlinie über Niederscheyern nach Sulzbach eingerichtet. „Das Problem war die längere Wartezeit nach Schulschluss“, erklärt Sondermeier. Die rund 35 älteren Schüler aus Sulzbach, die keine Berechtigung mehr für die Schulbusbeförderung haben, hätten nämlich mittags auf dem Heimweg beim Umsteigen am Hauptplatz 37 Minuten Wartezeit in Kauf nehmen müssen. Und für Niederscheyerer Schüler war mittags die Abfahrtszeit an der Schule nur zwei Minuten nach Unterrichtsende zu knapp.

Beide Fliegen mit einer Klappe schlagen soll nun die „Linie 5a/2a“, die ebenfalls seit gestern verkehrt. An Schultagen fährt ein zusätzlicher, vierter Stadtbus vom Hauptplatz (Abfahrt 12.38 Uhr) übers Gymnasium (12.40 Uhr) und Niederscheyern (12.47 Uhr) nach Sulzbach (12.53 Uhr) – und schließlich wieder zurück zum Hauptplatz. Für Sulzbacher Schüler verkürzt sich der Heimweg so um fast eine Dreiviertelstunde. Und die Niederscheyerer Schüler haben acht Minuten mehr, um ihren Stadtbus zu erwischen. Die Kosten für diese Zusatzlinie schätzt die Kämmerei auf etwa 8000 Euro im Jahr.

„Mit diesen Anpassungen sollten wir das Gros des Schülerverkehrs erledigt haben“, hofft Pfaffenhofens Bürgermeister Thomas Herker (SPD). Er räumt die Mängel beim ursprünglichen Konzept unumwunden ein: „Die Planung war im Detail nicht optimal.“ Das Konzept sei von einem renommierten Büro für Nahverkehrsplanung erstellt worden. „Wir erwarten aber noch Nachbesserungen des Büros“, betont der Rathauschef. Man sammle auch weiterhin Anregungen von Bürgern. Korrekturen seien etwa zum Fahrplanwechsel Ende des Jahres denkbar. „Jetzt müssen wir dem Ganzen erst einmal Zeit geben“, erklärt Herker.

Kritisiert wird neben der Tariferhöhung derzeit offenbar auch der Fahrplan der Linie 7. Und die Anbindung ins Ostviertel wurde zusammengestrichen, weil sie von Fahrgästen früher so gut wie gar nicht wahrgenommen wurde.

 

Von Michael Kraus
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