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Startbahn: Straub in der Zwickmühle

Pfaffenhofen
erstellt am 30.01.2015 um 18:11 Uhr
aktualisiert am 31.01.2017 um 22:08 Uhr | x gelesen
Pfaffenhofen (PK) Am Dienstag wird der Landtag über die von 82 000 Bürgern unterzeichnete Petition gegen den Bau einer dritten Start- und Landebahn am Münchner Flughafen abstimmen. Mehrere Abgeordnete aus dem Flughafenumland werden für die Petition votieren – auch einige CSU-Mandatsträger wollen von der Fraktionslinie der Schwarzen abweichen.
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An ihrer Spitze steht Umweltministerin Ulrike Scharf aus Erding, die keinen Bedarf für eine dritte Startbahn sieht. Ihre CSU-Parteifreunde Florian Herrmannn (Freising), Bernhard Seidenath (Dachau) und wohl auch Bauernverbands-Bezirkspräsident Anton Kreitmair (ebenfalls Dachau) sind ebenfalls zu den Abweichlern zu rechnen. Und der Wolnzacher CSU-Abgeordnete Karl Straub (kleines Foto)? Der steckt in der Zwickmühle.

Anfang dieser Woche antwortete er auf Reporterfragen, dass er sich noch nicht 100-prozentig für oder gegen die Landebahn entschieden habe, aber für die Berücksichtigung der Petition votieren werde. Damit wolle er ein „symbolisches Signal“ dafür setzen, dass er den Widerstand gegen das Projekt zur Kenntnis nehme. Da sei er richtig zitiert worden, räumte Straub am Freitag ein. Doch: Er sei nicht gefragt worden, ob er gegen die dritte Startbahn ist, sondern ob er dafür sei, dass die Argumente der Petitions-Unterzeichner in einen weiteren Abwägungsprozess einfließen. Letzteres habe er bejaht – aber nicht etwa gesagt, dass er für einen Stopp der Ausbaupläne sei. Dass es in der Petition genau darum geht, habe er erst später erfahren – bei der CSU-Fraktionssitzung, bei der führende Parteifreunde äußerst irritiert auf die Aussagen des vermeintlichen Abweichlers reagiert haben sollen. Jetzt, nach dieser Sitzung, ist davon auszugehen, dass Straub linientreu abstimmen wird: „Ich vertrete den Stimmkreis Pfaffenhofen, bin aber auch Mittelstandsbeauftragter und da kann ich schwerlich für einen sofortigen Stopp der Startbahnpläne stimmen“, sagt er und spricht von einer „denkbar schwierigen politischen Entscheidung“. Immerhin: Er habe viel mit Kreispolitikern telefoniert und trotz mancher Bedenken hätten sich diese mehrheitlich für die Startbahn ausgesprochen, tröstet sich Straub. Nächste Woche stünden die CSU-Mandatsträgerrunde und Gespräche mit dem Kreistagspartner Freie Wähler an – auch dabei werde er das Thema zur Sprache bringen. Und dann wird er mit der breiten Mehrheit der CSU-Fraktion gegen die Petition stimmen. Straub: „Ich werde jedenfalls eine Entscheidung treffen und nicht den Weg der Enthaltung gehen, den ich für feige halte.“

Von Robert Schmidl
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