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Am ersten Adventwochenende startet die Aktion "Vorweihnacht der guten Herzen"

Licht der Hoffnung für Menschen in Not

Pfaffenhofen
erstellt am 27.11.2015 um 19:27 Uhr
aktualisiert am 31.01.2017 um 22:18 Uhr | x gelesen
Pfaffenhofen (PK) Seit 25 Jahren engagiert sich der Verein Familien in Not für hilfsbedürftige Menschen im Landkreis. 2015 wurden rund 100 000 Euro Zuschüsse sowie zinslose Darlehen ausbezahlt. Bei der „Vorweihnacht der guten Herzen“ bittet unsere Zeitung wieder um Spenden für den Hilfsfonds.
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Pfaffenhofen: Licht der Hoffnung für Menschen in Not
Die erste Kerze am Adventskranz wird an diesem Wochenende entzündet. Und am ersten Adventswochenende startet traditionsgemäß auch die Aktion »Vorweihnacht der guten Herzen«. Wir bitten unsere Leser dabei wieder um Spenden. Sie fließen an den Verein Familien in Not, der sich seit 25 Jahren für hilfsbedürftige Menschen im Landkreis engagiert, versucht, ihnen wieder Hoffnung zu geben und sie vor dem Absturz zu bewahren - Foto: Straßer
Pfaffenhofen

Ist es bei den Bildern von Flüchtlingselend, Krieg und Terror, die uns seit Monaten tagtäglich in den Medien begleiten, noch angemessen, auch über die Not anderer hilfsbedürftiger Menschen in unserem Landkreis zu sprechen? Oder jammern wir auf allzu hohem Niveau, wenn wir die stetig wachsende Armut unter der einheimischen Bevölkerung thematisieren?

Für Caritas-Kreisgeschäftsführer Norbert Saam ist die Antwort eindeutig: „Es wäre ein großer Fehler, sich in diesen schwierigen Zeiten nur noch auf die Bewältigung der Flüchtlingskrise zu konzentrieren und dabei die sozialen Probleme der einheimischen Bevölkerung zu übersehen“. Die hier lebenden Menschen dürften nicht den Eindruck gewinnen, dass zum Beispiel Hartz-IV-Empfänger schlechter gestellt würden als Flüchtlinge oder dass dringend benötigte Sozialwohnungen nur für Migranten gebaut werden. „Wenn wir hier nicht aufpassen, entsteht Neid und der soziale Friede gerät in Gefahr,“ warnt Saam.

Genauso sieht es Willy Hailer, 1. Vorsitzendender des Vereins Familien in Not. „Natürlich sind die Probleme hierzulande kaum vergleichbar mit den schrecklichen Schicksalen vieler Menschen aus Syrien oder anderen Kriegs- und Terrorgebieten. Aber wir erleben in unserer täglichen Arbeit auch hier, direkt vor unserer Haustüre, menschliche Tragödien, die Familien aus der Bahn werfen und in ausweglos erscheinende Situationen bringen,“ sagt Hailer.

Nicht nur durch Unglücksfälle, schwere Erkrankungen oder beim plötzlichen Tod eines Angehörigen, auch beim Verlust des Arbeitsplatzes oder wenn sich Elternpaare voneinander trennen, komme es oftmals zum finanziellen Desaster. Plötzlich reicht das Geld nicht mehr, um Miete, Heizung und Strom bezahlen zu können, am Ende droht die Obdachlosigkeit. Hailer: „Hier versuchen wir mit Zuschüssen oder zinslosen Darlehen die Menschen vor dem Absturz zu bewahren“.

In den 100 000 Euro, die der Verein seit Jahresbeginn ausbezahlt hat, sind auch Zuschüsse an karitative Organisationen enthalten, die sich ebenfalls für hilfsbedürftige Menschen im Landkreis engagieren. So finanzierte Familien in Not beispielsweise die Geburtstagsgutscheine, die von der Pfaffenhofener Tafel an die Kinder ihrer Kunden verteilt werden und hilft auch bei der notwendigen Anschaffung eines neuen Kühlwagens zum Transport der Lebensmittel. Ebenso gab Familien in Not eine Starthilfe beim Umzug der Pfaffenhofener Kleiderkammer von der Auenstraße ans Platzl. Nach seiner Satzung kann der Verein Familien in Not Pfaffenhofen finanzielle Hilfe nur Menschen und karitativen Organisationen gewähren, die im Landkreis ansässig sind. Grundsätzlich trifft dies auch auf Asylbewerber und Kriegsflüchtlinge zu, für deren Unterbringung und Versorgung Bund, Länder und Kommunen zuständig sind. Auch die Kirchen und große soziale Organisationen wie BRK und Caritas sowie zahlreiche ehrenamtliche Initiativen kümmern sich darum, dass die Flüchtlinge derzeit alle notwendige Unterstützung bekommen. „Bei der Dimension dieser Aufgabe, kann Familien in Not in der Flüchtlingshilfe nur in besonders dringenden Fällen tätig werden, ansonsten wären unsere finanziellen Mittel sehr schnell erschöpft und die Unterstützung anderer bedürftiger Menschen im bisherigen Umfang nicht mehr möglich,“ sagt Willy Hailer. Nach Prüfung und auf Empfehlung der Caritas-Asylberatung oder anderer Fachstellen habe der Verein schon mehrfach Flüchtlingsfamilien in Notfällen unterstützt und werde dies auch weiterhin tun.

Sabine Rieger, Koordinatorin für die ehrenamtliche Flüchtlingshilfe der Caritas im Landkreis, sieht einen Schlüssel zur schnelleren Integration der Flüchtlinge im persönlichen Kontakt mit Einheimischen. Rieger: „Schon jetzt kümmern sich sehr viele ehrenamtlich um die Migranten. Sie lehren ihnen deutsch, spielen und basteln mit den Kindern oder unternehmen Ausflüge mit den Flüchtlingsfamilien und zahlen auch noch Fahrtkosten, Eintrittsgelder und Verpflegung aus der eigenen Tasche. „Wenn es für diese Aufwendungen auch mal Zuschüsse gäbe, würde es sicher noch mehr private Kontakte zwischen Migranten und Einheimischen geben“, sagt Rieger. Robert Schmidl, Redaktionsleiter des Pfaffenhofener Kurier und Mitglied im Verein Familien in Not, unterstützt die Idee. „Ein Fonds für solche ehrenamtliche Initiativen könnte auch aus Spendenmitteln der Aktion ,Vorweihnacht der guten Herzen’ unterstützt werden,“ sagt Schmidl. Leser, die speziell dafür spenden wollen, sollten auf dem Überweisungsbeleg das Stichwort „Flüchtlingshilfe“ vermerken.

Pfaffenhofener Kurier
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