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Für den rot-weißen Fundkater finden sich gleich zwei frühere Besitzer

Happy End für Kater "Peanut"

Pfaffenhofen
erstellt am 12.03.2018 um 13:35 Uhr
aktualisiert am 16.03.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Pfaffenhofen (PK) Die meisten Fundkatzen werden nie wieder aus dem Tierheim abgeholt. Kaum einer denkt daran, dort überhaupt nachzufragen. Umso verwunderlicher, wenn sich für eine Katze gleich zwei Besitzer melden - im Fall von "Peanut" ist genau das passiert.
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Hat es faustdick hinter den Ohren: Fundkater "Peanut" hieß früher auch schon "Erwin", "Streuner" und "Felix" - und ist jetzt wieder zurück in einem liebevollen Zuhause.
Hat es faustdick hinter den Ohren: Fundkater "Peanut" hieß früher auch schon "Erwin", "Streuner" und "Felix" - und ist jetzt wieder zurück in einem liebevollen Zuhause.
Schübel
Pfaffenhofen

Der rot-weiße Fundkater aus Paindorf, den die ehrenamtlichen Helfer in der Pfaffenhofener Tierherberge "Peanut" getauft haben, war weder gechipt noch tätowiert. Und trotzdem: Am dritten Tag meldeten sich gleich zwei frühere Besitzer. Gleich am Morgen rief eine Familie an, die bereits im September vergangenen Jahres ihren kleinen Kater als vermisst gemeldet hatte. Sie schickte Babyfotos - und die Tierheimhelfer fanden auch die alte Anzeige wieder. Die Mutter des Katers war überfahren worden. Und die Familie hatte ihn zusammen mit zwei Brüdern per Hand aufgezogen. "Erwin", wie sie den Kater nannten, war nach seinem Verschwinden in Ilmmünster noch ein paar Tage gesehen worden. Wahrscheinlich war er mit einem Traktor dorthin gelangt. Dann war er verschwunden.

Die Helfer verglichen die Babyfotos und das Fellmuster umgehend. Und es war eindeutig "Erwin". Umgehend wurde noch für denselben Nachmittag ein Termin vereinbart. Zuvor kam noch die Tierärztin und ließ den Kater mit Einverständnis der Besitzer impfen und chippen. "Allerdings hatten wir alle schon die Vermutung, dass es noch einen Besitzer geben müsste. Denn Erwin war inzwischen von irgendwem kastriert worden", berichtet Lydia Schübel.

Und tatsächlich: Keine drei Stunden später klingelte erneut das Telefon in der Tierherberge. Eine Frau meldete sich. Sie hatte eine Anzeige in der Zeitung für ihren rot-weißen Kater "Felix" geschalten, der seit einer Woche verschwunden war. Jemand hatte sie daraufhin angerufen und ihr mitgeteilt, dass der Kater im Tierheim ist. "Erneut ließen wir uns die Fotos zusenden - und tatsächlich: Auch hierbei handelte es sich um denselben Kater." Es war eindeutig "Felix".

Kastriert hatte aber auch diese Familie den Kater nicht. Sie hatten ihn von einer Nachbarin bekommen, die ihn kastriert hatte. Und weil sich "Streuner", wie sie ihn genannt hatte, auf dem Hof nicht wohlgefühlt habe, sei er abgewandert. Mit gegenseitigem Einverständnis durfte ihn die neue Besitzerin behalten - und taufte ihn um. Die Nachbarin hatte ihn ursprünglich aus Ilmmünster bekommen. Was perfekt in die ganze Geschichte passte.

Doch wer sollte den Kater nun bekommen? Einige Male telefonierte das Tierheim hin und her, bis schließlich unter den Besitzern eine Einigung getroffen wurde. Die neuen Besitzer sollten ihn behalten dürfen. Denn auf dem Hof der Familie, die "Erwin" liebevoll mit der Flasche aufgezogen hatte, herrschte Harmonie zwischen den zwei Brüdern und einem alten Kater. Vielleicht würde "Erwin" nur Unruhe erzeugen. Zudem war es der Familie wichtig, die ihn das halbe Jahr hoffnungsvoll weiter gesucht und sich bei jeder rot-weißen Fundkatze im Tierheim erkundigt hatte, dass er in seinem gewohnten und liebevollen Zuhause bleiben durfte.

Allerdings wollten sie die neuen Besitzer kennenlernen. Und die Kinder, die damals bei der Aufzucht dabei waren und sich schon so gefreut hatten, dass er gefunden wurde, wollten ihn ebenfalls unbedingt wiedersehen. Die neuen Besitzer waren erleichtert und freuten sich ebenso darauf, mehr über ihren Kater zu erfahren.

Für Abends verabredeten sich alle Beteiligten im Tierheim und holten auch den Kater dazu. Geschichten und Telefonnummern wurden getauscht. "Der Kater wurde mit einem genussvollen Schnurren von einem liebevollen Arm zum Nächsten gereicht - und sehr viele Freudentränen sind auf allen Seiten geflossen", so Schübel.

DK
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