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Peter Trapp und Georg Appel spielen Folkmusik – "bis wir mit dem Rollator fahren"

Das bayerische Bob-Dylan-Duo

Pfaffenhofen
erstellt am 28.09.2015 um 18:36 Uhr
aktualisiert am 31.01.2017 um 22:16 Uhr | x gelesen
Pfaffenhofen (PK) Ein Konzert von Peter Trapp und Georg Appel ist definitiv ein Geheimtipp. Da stehen zwei Vollblutmusiker und Hallertauer Urgesteine auf der Bühne und reißen das Publikum mit bester Folkmusik à la Bob Dylan mit. Der eine ein Virtuose auf der Mundharmonika, der andere ein begnadeter Sänger.
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Pfaffenhofen: Das bayerische Bob-Dylan-Duo
Mit Gitarre und Mundharmonika: Peter Trapp (rechts) und Georg Appel machen seit ihrer gemeinsamen Schulzeit Musik - Foto: Grindinger
Pfaffenhofen

Peter Trapp ist mit einer unverwechselbaren Stimme gesegnet, rauchig, markant. Schließt man die Augen, könnte man meinen, Bob Dylan stünde leibhaftig vor einem auf der Bühne. Das Auftreten des Duos – eher unprätentiös. Trapp + Appel, wie sie sich nennen, stehen nicht für die große Bühnenshow.Die Musik wirkt für sich.

Peter Trapp, Holzbildhauer aus Lohwinden, und Georg Appel, alias „Muskel“ vom Stilwirt in Wolnzach, kennen sich seit ihrer Schulzeit am Gymnasium in Pfaffenhofen. „Da hatten wir die ersten Sessions unter der Schultreppe“, erinnert sich Appel. In den darauf folgenden Jahren spielten die Vollblutmusiker in verschiedenen Bands; die Wege kreuzten sich so immer wieder. In der Formation Trapp + Appel spielen sie seit 15 Jahren. Wie das eigentlich zustande gekommen ist, kann keiner von beiden so genau sagen. „Das hat sich einfach so ergeben“, erzählt Appel.

Seither machen sie zusammen klassische Folkmusik und das „wahrscheinlich, bis wir mit dem Rollator fahren“, sagt Appel lachend. Derzeit hat das Duo 137 Songs in seinem festen Repertoire. Das können die beiden so genau sagen, weil es eine durchnummerierte Liste gibt, die laufend handschriftlich erweitert wird. „80 Prozent sind Coverversionen“, so Appel. Darunter viel Musik von Bob Dylan, der für Trapp + Appel großes musikalisches Vorbild ist, sowie allgemein aus dieser Zeit. Doch sie geben auch Eigenkompositionen zum Besten, „bairische Lieder in dem Stil“, so Trapp. Jeder bringt dabei seine eigenen Kompositionen mit, die von der wahren Liebe, Trennungen, Enttäuschungen, ja vom Leben selbst handeln. Appel beobachtet etwa gerne die Menschen, die in seine Kneipe kommen. „Da gibt es zum Beispiel einen, der immerzu jammert. Über den habe ich ein Lied geschrieben“, so der Gastwirt.

Zwischen 20 und 30 Auftritte absolvieren die routinierten Musiker schätzungsweise im Jahr. Meist in kleinem Rahmen, auf Vernissagen, Ausstellungen oder privaten Feiern. „Unser Rekord war ein 80. Geburtstag“, erzählt Trapp schmunzelnd. Auch an ungewöhnlichen Orten haben sie schon gespielt. Ein Highlight war die Feier eines Pfaffenhofeners, der sich mit einer Floßfahrt auf der Isar von seinen Kollegen in die Altersteilzeit verabschiedete. Solche Auftritte sind für Trapp + Appel kein Problem, schließlich brauchen sie nicht viel: Peter Trapp lediglich eine Gitarre und den obligatorischen Hut, Georg Appel seinen Mundharmonikakoffer. Dieser wurde übrigens vom Holzbildhauer Peter Trapp nach den Wünschen seines Musikerkollegen eigens angefertigt.

Es gibt keine Werbeplakate, die auf Konzerte aufmerksam machen, geschweige denn eine CD. Das ist auch nicht Zielsetzung der Musiker. „Allein wegen der Musik“ treten sie auf, und „weil es so viel Spaß macht“, so Appel. Trapp + Appel hat in Wolnzach und Pfaffenhofen eine treue Fangemeinde, darunter viele ehemalige Schulkameraden, alte Freunde und Weggefährten; die beiden sind bekannt wie bunte Hunde. So kommt das Duo „einfach von einem Konzert zum nächsten.“ „Ich finde es schön, wenn die Leute das Bedürfnis haben, sich nach einem Auftritt persönlich zu bedanken“, so Peter Trapp. Es gebe auch immer mindestens einen, der vor Begeisterung auf die Bühne springt.

Legendär sind die Stilwirt-Konzerte, die seit über zehn Jahren traditionell am Mittwoch vor Weihnachten über die Bühne gehen. „Das sind für uns immer die schönsten Konzerte“, so Georg Appel. Einmal haben sie den ganzen Abend nur auf Zuruf gespielt, ein anderes Jahr haben sie nach und nach Gastmusiker hinzugeholt, bis am Ende sechs Musiker dem Publikum ordentlich einheizten. Auch heuer wollen sich die beiden hierfür etwas Besonderes einfallen lassen. Was die Besucher erwartet, möchten sie noch nicht verraten, aber so viel ist sicher: Es wird ein Abend voller guter, kompromissloser Musik.

Von Stefanie Grindinger
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