Donnerstag, 13. Dezember 2018
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Pfaffenhofener Grund- und Mittelschule vor Einweihung

Pfaffenhofen
erstellt am 12.10.2018 um 17:30 Uhr
aktualisiert am 17.10.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
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215 Fenster und Außentüren sind im neuen Gebäude verbaut. Dazu kommen 190 Innentüren. Zum Vergleich: Ein Einfamilienhaus hat normalerweise so um die 20 Fenster. 1800 Steckdosen haben die Elektriker gesetzt, 1500 Leuchten sorgen an dunklen Herbsttagen für die nötige Helligkeit zum Lernen. Zur Unterteilung der Räume haben Handwerker 3100 Quadratmeter Trockenbauwände in den Rohbau eingezogen – das entspricht der Fläche von zwölf Tennisplätzen.

11 Jahre vergingen, seitdem klar wurde, dass bauliche Maßnahmen an der Hauptschule notwenig sind. Im Jahr 2008 sollte die Sanierung beginnen. Aber dann legte der Planer Wolfgang Eichenseher ein Konzept vor, das ungeahnte Synergieeffekte in Aussicht stellte. Mittlerweile ist diese Neuordnung in drei von vier Bauabschnitten realisiert.

50000 Meter Starkstromkabel haben die Elektriker verlegt. Das entspricht in etwa der Strecke von Pfaffenhofen bis zum Münchner Odeonsplatz. Dazu kommen noch 45 000 Meter Schwachstromkabel. In einer geraden Linie verlegt würde es von Pfaffenhofen bis zum Ingolstadt Village reichen. Die Kabel sind in 2200 Metern Kabelrinnen und 4000 Metern Leerrohren verlegt.

9000 Quadratmeter Betondecken haben die Bauarbeiter eingezogen. Das ist etwa neun mal die Fläche des Sportbeckens im Pfaffenhofener Freibad. Zu den Decken kommen 7500 Quadratmeter Betonwände. Zusammen mit der Bodenplatte nehmen Decken und Wände einen Raum von 5734 Kubikmetern ein – um einen Würfel in dieser Größe zu füllen bräuchte man den Inhalt von mehr als 5,7 Millionen Maß Bier. Insgesamt wurden 1060 Tonnen Betonstahl verbaut.

Kreidelose Zeit an der Schule.
Severin Straßer
Pfaffenhofen
0 Kreide gibt es in der neuen Schule. Alle Klassen- und Fachräume sind nämlich mit digitaler Technik ausgestattet. Whiteboards, die sogenannten digitalen Schultafeln, sind digital nutzbar, man kann aber auch mit Stiften darauf schreiben. Das bietet für Schüler und Lehrer ganz neue Möglichkeiten in der Unterrichtsgestaltung. Von der guten alten Kreide müssen sich die Lehrer allerdings verabschieden.

5 Ganztagsklassen gibt es mittlerweile. Im M-Bereich ist auch ein mittlerer Schulabschluss möglich. Die Grund- und Mittelschule ist eine Umweltschule in Europa und seit dem Schuljahr 2015/16 eine Schule mit dem Schulprofil Inklusion im Mittelschulbereich

70 Lehrer unterrichten die Schüler. Darunter viele Teilzeitkräfte. Es gibt ein gemeinsames Lehrerzimmer mit Aufenthaltsraum und Bibliothek. Für gemeinsame Konferenzen ist das Leherzimmer zwar nicht groß genug, aber dafür gibt es die große Pausenhalle.

4 Treppenhäuser gibt es in dem Neubau. Das gesamte Gebäude ist barrierefrei zugänglich. Zentral gelegen ist der Aufzug. Besonders wichtig war: Dass auch die größte Trommel der Stadtkapelle darin Platz findet. In der oberen Etage ist nämlich der Probenraum für die Musiker.

29.200.000 Euro wird das Gebäude am Ende gekostet haben. Damit ist es das teuerste Projekt der Geschichte Pfaffenhofens. Für so viel Geld hätte sich die Stadt sogar ein Schloss kaufen können. Für nur 25 Millionen Euro steht das Château de Sauvage in der Nähe von Paris derzeit zum Verkauf. Für eine Kommune ist das Geld in einem Schulgebäude aber sicher besser angelegt.

23 Quadratmeter groß ist das Büro von Rektor Reinhard Bachmeier im Erdgeschoss – nicht gerade hochherrschaftlich, eher funktionell. Ein Schreibtisch, ein kleiner Konferenztisch, mehr braucht er offenbar nicht. Auf beiden Tischen stapeln sich Unterlagen. Im Büro davor sitzen die beiden Sekretärinnen, so wie es halt in fast allen Schulen ist.

2 Pausenhöfe gibt es an der neuen Grund- und Mitttelschule. Vor allem für die Schulanfänger, die aus überschaubaren Kindergärten kommen, soll das ein angenehmes Klima schaffen. Die Pausenhalle ist 510 Quadratmeter groß und lässt sich zu einer Veranstaltungshalle für bis zu 600 Personen verwandeln – über zwei Geschosse mit versenkbarer Bühne und umfangreicher Medienausstattung .

150 Essen kommen in der Kantine jeden Tag auf den den Tisch. In einem durchschnittlichen Schuljahr sind das 30 000. Zwei Gerichte stehen jaden Tag auf dem Speiseplan. Vergangene Woche gab es zum Beispiel Fischpfanne Neptun, ein Eieromelette oder eine Spätzle-Gemüse-Pfanne. Der Speisesaal ist für 145 Kinder ausgelegt. An der Essensausgabe geht es modern zu. Per Chipkarte können die Schüler das Essen ordern, auf Bildschirmen wird alles angezeigt.

65 Quadratmeter groß sind die Klassenzimmer – und damit kleiner als im alten Gebäude. Dafür gibt es in den sogenannten Clustern, in denen jeweils fünf oder sechs Zimmer angeordnet sind, einen zusätzlichen Gruppenraum und Platz zum spielen und lernen.

650 Schüler in 32 Klassen besuchen die neue Schule. Das bedeutet, dass das neue Schulhaus von Anfang an voll belegt ist. Neben den 32 Klassenzimmern stehen den Kindern und Jugendlichen 10 Gruppenräume und 15 Fachklassenzimmer zur Verfügung.

230 Kilowatt peak hat die Photovoltaikanlage auf dem Dach des neuen Schulgebäudes. Im ganzen Haus sorgt eine Lüftungsanlage für Frischluftzufuhr und angenehme Temperaturen zum Lernen. Energieeffizienz ist heutzutage bei öffentlichen Gebäuden sehr wichtig.
Severin Straßer
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