Montag, 20. August 2018
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Der MSC soll neben dem Dirtpark eine neue sportliche Heimat bekommen

Kartbahn am Kuglhof geplant

Pfaffenhofen
erstellt am 19.07.2018 um 18:39 Uhr
aktualisiert am 23.07.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Pfaffenhofen (mck) Für einen Dirtpark mit Sprungschanzen für Radsportler, wie ihn sich das Jugendparlament wünscht, hat die Stadt nun im Gewerbegebiet Kuglhof einen passenden Standort ausgemacht. Im gleichen Zug soll dort auch eine Kartbahn für den Motorsportclub Pfaffenhofen (MSC) entstehen - als kleiner Ausgleich für den Abriss der ehemaligen Speedway-Bahn im Vorfeld der Gartenschau.
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Kartsport in Pfaffenhofen: Zuletzt kam der MSC auf dem Gigler-Gelände bei Niederscheyern unter ? hier ein Rennen im Mai.
Kartsport in Pfaffenhofen: Zuletzt kam der MSC auf dem Gigler-Gelände bei Niederscheyern unter ? hier ein Rennen im Mai.
Wallenäffer
Pfaffenhofen
Konkret im Auge hat die Stadtverwaltung für beide Sportangebote das freie, fast 7000 Quadratmeter große Grundstück neben dem Kino, das sowieso der Kommune gehört. Und um die Sportstätten zu ermöglichen, hat der Bauausschuss des Pfaffenhofener Stadtrats heute einstimmig ein Bauleitplanverfahren zur Änderung des Bebauungsplans im beschleunigten Verfahren eingeleitet. Die Überplanung ist notwendig, weil das Grundstück eigentlich eine ökologische Ausgleichsfläche ist. "Wir haben aber andernorts Ersatz dafür", versicherte Bürgermeister Thomas Herker (SPD) in der Sitzung. Was den Dirtpark betrifft, berichtete er, dass das Jugendparlament den Standort sehr begrüße. "Die Suche nach einem geeigneten Grundstück war gar nicht so einfach", sagte der Sachgebietsleiter für Stadtentwicklung, Florian Zimmermann. Altbürgermeister Hans Prechter (CSU) regte Sanitäranlagen an - um Wildbislern vorzubeugen. Herker antwortete, es gebe diesbezüglich bereits Überlegungen beim MSC.

Die Stadt will die Kartbahn - etwa 2500 Quadratmeter braucht man für eine vernünftige Kartslalom-Anlage - übrigens selbst anlegen und dann an den MSC verpachten. Dieses Entgegenkommen kommt nicht von Ungefähr: Wie aus dem Rathaus zu hören ist, spürt die Stadt eine moralische Verpflichtung, dem gebeutelten Verein unter die Arme zu greifen - schließlich hat sie dessen Probleme und Existenzsorgen mitverursacht, indem sie 2014 im Zuge der Umgestaltung des Sportparks zur Gartenschau die frühere Speedwaybahn abreißen ließ. Der Verlust des traditionsreichen Rundkurses, der seit 1950 in Betrieb und Schauplatz legendärer Motorradrennen mit Tausenden Zuschauern war, traf den Club bis ins Mark. Er verlor mit den Rennen auch seine Haupteinnahmequelle.

Neben dem Rallyesport lag der Fokus beim MSC zuletzt auf der Kartslalom-Gruppe - und damit verstärkt auf der Kinder- und Jugendarbeit. Diese Gruppe, die Anfang der 90er-Jahre gegründet wurde, ist als günstiger Einstieg in den Motorsport gedacht. Die Karts werden nämlich gestellt. Derzeit dürfen die Kartfahrer auf dem Hof der Firma Gigler beim ehemaligen Meisinger-Baumarkt ihre Runden drehen. "Es ist natürlich super, dass uns die Firma den Platz kostenlos zur Verfügung stellt", sagt der MSC-Vorsitzende Jürgen Konrad. "Der Gigler hat uns immer wahnsinnig unterstützt." Doch angesichts der Pläne für eine Betriebserweiterung sei die geduldete Nutzung des Betriebshofs keine Dauerlösung.

Für den Kartsport gab es bisher überhaupt nur Provisorien. Angefangen haben die Motorsportler in den 90er Jahren auf einem Supermarktplatz, später fuhren sie auf dem Hof des Kreisbauhofs in der Niederscheyerer Straße Slalom - bis aus Lärmschutzgründen ein Riegel vorgeschoben wurde. Nun soll der MSC am Kuglhof endlich etwas eigenes bekommen: "Das hatten wir noch nie", freut sich Konrad. "Wir würden uns sehr freuen, wenn wir diesen Platz haben können", sagt der Vereinsvorsitzende. "Der Standort ist gut, auch von der Außenwirkung her", findet er. Lärmkonflikte mit Anwohnern, wie an den bisherigen Standorten, seien nicht zu befürchten. Und da sei es nur ein kleiner Wermutstropfen, dass der Kuglhof für die Jugendlichen nicht mehr so leicht erreichbar sei. "Und noch ist es auch eine finanzielle Geschichte", sagt Konrad mit Blick auf die Pacht, deren Höhe noch offen ist. "Wir hoffen aber, dass wir da von Sponsoren unterstützt werden."