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Apotheken-Angestellte bestreitet Untreue-Vorwürfe

"Ich habe das nicht gemacht"

Pfaffenhofen
erstellt am 10.09.2018 um 17:30 Uhr
aktualisiert am 13.09.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Pfaffenhofen (tib) Wegen Untreue muss sich eine 56-Jährige aus dem mittleren Landkreis vor dem Amtsgericht verantworten.
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Die pharmazeutisch-technische Assistentin soll in einer Apotheke zwar kassiert, die Beträge jedoch nicht in die Kasse eingetippt haben. Insgesamt soll sie so circa 1200 Euro in die eigene Tasche gewirtschaftet haben. Das behauptet ihr Chef - sie selbst weist alle Vorwürfe zurück.

Mit fünf Kolleginnen war Monika F. (Namen geändert) zum Gerichtstermin erschienen. Diese mussten jedoch draußen warten, da Amtsrichter Michael Herbert sie noch als Zeugen vernehmen will. Staatsanwalt Johannes Riederer verlas die Anklageschrift. Zehn Tatbestände werden Monika F. zur Last gelegt. Sie soll in den vergangenen Jahren freiverkäufliche medizinische Artikel in die Kasse eingetippt, den Buchungsvorgang jedoch nicht abgeschlossen haben. Anschließend soll sie den Warenbestand korrigiert haben, damit nichts auffällt, so der Staatsanwalt.

"Ich hab das nicht gemacht", sagt Monika F. . Sie arbeite seit über 20 Jahren in der Apotheke, habe nur noch zehn Jahre bis zur Rente und keinen Grund für eine solche Tat, erzählte sie weiter. Außerdem habe sie einen Nebenjob in der Gastronomie, in dem sie auch bereits seit 33 Jahren tätig ist und auch dort nie Probleme gehabt.

Mittlerweile wurde sie in der Apotheke gekündigt. "Warum haben Sie sich nicht gegen die Kündigung gewehrt, wenn Sie es nicht waren? ", fragte Amtsrichter Herbert. "Weil das Vertrauen einfach weg war", so die Angeklagte. Auch ihr ehemaliger Chef war als Zeuge geladen und sprach von einem Vertrauensmissbrauch. "Sie war meine erste Angestellte und meine rechte Hand", sagte Anton W. , Inhaber der Apotheke. Aufgefallen sei der Schwindel, weil die Bestände immer wieder nicht stimmten. Der Apotheker beauftragte daher die Softwarefirma, die sich um das Kassensystem kümmert, mit einer Überprüfung. Dabei zeigte sich, dass die Registrierkasse auch die abgebrochenen Kassieraufträge aufzeichnet. Da sich jeder Angestellte mit einer eigenen Kennung einloggen muss, ist alles nachvollziehbar. Allerdings seien die Zugänge nicht passwortgesichert, erklärte die Angeklagte, was ihr Chef bestätigt. Es hätte sich also jeder unter ihrem Namen anmelden können. Der Apotheker fügte hinzu, dass in Zeiten, in denen Monika F. im Urlaub war, kein einziger Abbruchvorgang in der Kasse nachgewiesen werden konnte. "So ein Abbruch kann schon mal passieren, wenn Hektik herrscht. Auffällig ist aber, dass fast jedes Mal, wenn es dazu kam, kurz darauf der Bestand ebenfalls händisch verändert wurde", erklärte Anton W.

Für den Apotheker ist klar, dass Monika F. schuldig ist. Auch Staatsanwalt Riederer hat keinen Zweifel: "Warum sollte sich jemand immer wieder mit nur einer Kennung anmelden und nicht streuen", sagte Riederer. Außerdem sei es auch an Tagen, als Anton W. allein mit Monika F. in der Apotheke arbeitete, zu den Taten gekommen. Strafverteidiger Josef Bauer konnte dem nicht zustimmen: "Ich finde das alles gar nicht nachvollziehbar. Da fehlen handfeste Beweise. " Der Anwalt verwies auch darauf, dass wohl kaum jemand anderes unter dem Namen von Monika F. die Kasse manipulieren würde, wenn sie gar nicht da sei.

Amtsrichter Herbert reichte die Beweislage ebenfalls nicht aus. "Da kommt ein langer Prozess auf uns zu", sagte er. Da er alle Auswertungen der Software-Firma für die Registrierkasse sehen will, wurde ein weiterer Gerichtstermin angesetzt. Dann werden auch die Kolleginnen der Angeklagten vernommen. "Wir dröseln jetzt alles noch einmal genau auf", sagte Herbert. Die Verhandlung wurde vertagt, ein weiterer Termin ist für Januar geplant.
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