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Film über Räterepublik

Pfaffenhofen
erstellt am 08.11.2018 um 18:36 Uhr
aktualisiert am 11.11.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Pfaffenhofen (PK) Ein Film über die Räterepublik 1918/19 in München wird an diesem Samstag.
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20 Uhr, im Hofbergsaal zu sehen sein. Die Münchner Filmemacherin Uli Bez lässt in ihrem Dokumentationsfilm über die Räterepublik 1918/19 in München Teilnehmer und Augenzeugen der damaligen Ereignisse, die sie im hohen Alter noch interviewen konnte, zu Wort kommen. Einige von ihnen waren in der NS-Zeit in Konzentrationslagern inhaftiert.

Im Spätherbst 1918 haben Arbeiter und Soldaten mit Demonstrationen und Streiks die kaiserliche Regierung und Heeresleitung gezwungen, den aussichtslos gewordenen Krieg einzustellen. Sie stürzten den deutschen Kaiser und den bayerischen König, brachten die Republik, Presse- und Versammlungsfreiheit, allgemeines Wahlrecht, auch für Frauen, und den Acht-Stundentag. Nie wieder sollten in einem Krieg Millionen Menschen ihr Leben für die Interessen und den Reichtum einiger Weniger opfern müssen. Ihre gewählten Vertreter aus den Betrieben und den Truppen, die Arbeiter- und Soldatenräte wollten aber mehr: die Entmachtung des kaiserlichen Offizierskorps, die Demokratisierung der Armee, der Wirtschaft und des Staates. Der damaligen SPD-Führung, Ebert und Noske, ging das zu weit: Sie verbündete sich mit der obersten Heeresleitung und ließ mit Hilfe von Freikorps die Räterepublik im Blut ersticken. Hätte die Entmachtung des kaiserlichen Offizierskorps, von Ludendorff und von Hindenburg das 3. Reich und mit ihm die Kristallnacht 1938 genau 20 Jahre später und den 2. Weltkrieg erspart? Viele Angehörige der Freikorps haben später eine wichtige Rolle im NS Regime innegehabt. Eine spannende Frage für Historiker und Friedensbewegte. Veranstalter des Filmabends und der anschließenden Diskussion mit Uli Bez sind die "Freunde von Valjevo".
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