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Braunmüller bleibt Vorsitzende - Sorgen um steigende Tierarztkosten

Einigkeit beim Tierschutzverein

Pfaffenhofen
erstellt am 01.01.2019 um 17:20 Uhr
aktualisiert am 05.01.2019 um 03:33 Uhr | x gelesen
Pfaffenhofen (bti) Eine kurze Wahl, bei der Manuela Braunmüller glasklar als Vorsitzende bestätigt wurde, und ein langer Bericht über viel Tierelend: Im Sitzungssaal des Rathauses trafen sich Mitglieder des Tierschutzvereins am Samstag zur Jahresversammlung.
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Schnell und einstimmig gewählt wurde der Vorstand des Tierschutzvereins: Kassenwart Patrizia Geiger (von links), stellvertretende Vorsitzende Britta Schwab, Vorsitzende Manuela Braunmüller und Schriftführer Markus Alexander Hertel.
Schnell und einstimmig gewählt wurde der Vorstand des Tierschutzvereins: Kassenwart Patrizia Geiger (von links), stellvertretende Vorsitzende Britta Schwab, Vorsitzende Manuela Braunmüller und Schriftführer Markus Alexander Hertel.
Bendisch
Pfaffenhofen
Der außergewöhnliche Tagungsort war recht üppig bemessen, denn obwohl die Mitgliederzahl stetig wächst und sich aktuell auf 742 Tierfreunde beläuft, fanden nur wenige den Weg ins Rathaus. Was Braunmüller durchaus als positives Zeichen wertete: "Das läuft bei denen, da brauche ich nicht hinzugehen - so werden sicher wieder viele gedacht haben. Und offensichtlich gibt es auch nichts zu meckern." Während in anderen Tierschutzvereinen oft ein Hauen und Stechen herrsche, funktioniere die Zusammenarbeit in Pfaffenhofen reibungslos, betonte die Vorsitzende und sprach insbesondere Tierheimleiterin Sandra Lob ihren Dank aus.

Durchgehend Einstimmigkeit gab es auch bei der Wahl: Manuela Braunmüller, seit 2012 im Amt, bleibt an der Spitze des Vereins, stellvertretende Vorsitzende ist Britta Schwab, Schriftführer ist Markus Alexander Hertel und Patrizia Geiger für die Kasse zuständig. Zu Beisitzern wurden Manuela Bogoczek, Annette Feische, Barbara Whittaker und Wolfgang Eisermann gewählt. Da die Tierschutzaufgaben immer vielfältiger werden, wollen sich die Vorstandsmitglieder künftig auf bestimmte Themen spezialisieren.

Ein völlig verwahrloster kleiner Hund, dessen schockierenden Zustand man nur als pures Elend bezeichnen konnte - "Sind die Besitzer blind?" - Kaninchen, die man ohne Licht buchstäblich im eigenen Dreck vergammeln ließ (der Besitzer erhielt inzwischen ein Tierhaltungsverbot) oder das Foto einer kranken Hündin aus der "Hundehölle von Königsmoos": Vieles, was auf der Großleinwand im Sitzungssaal gezeigt wurde, war nur schwer zu ertragen. Königsmoos habe "alle Dimensionen gesprengt", meinte Braunmüller: "Dafür gibt es nur ein Wort - unfassbar!" Illegale Tiertransporte, Katzen, die wie Pakete verschnürt mit ihrem Besitzer durch die Republik reisen mussten oder in einem anderen Fall wie Müll weggeworfen wurden, waren weitere schlimme Fälle im langen Bericht.

Sorgen bereiten dem Verein die wachsenden Ausgaben, insbesondere bei den Tierarztkosten. Dies liege ganz klar an der ebenfalls steigenden Zahl der Übereignungstiere, erklärte Manuela Braunmüller: "Wenn ein Tier nicht mehr frisch ist und man sich auf Tierarztbesuche einstellen muss, schmeißt man es raus - leider ist das ganz oft so." Ein Besitzer hätte aus dieser Einstellung auch gar keinen Hehl gemacht, berichtete die Vorsitzende. "Er meinte, der Hund sei ohnehin alt und er wolle in Urlaub fahren", so Braunmüller.

Als "ausgezeichnetes Heim" nach den strengen Richtlinien des Deutschen Tierschutzbundes gilt die Pfaffenhofener Tierherberge seit der offiziellen Verleihung der Plakette. Viele Auflagen seien zu bewältigen gewesen, um diesen hohen Standard zu erreichen, betonte Braunmüller: "Und man muss ihn beibehalten, denn die Auszeichnung gilt nicht automatisch für immer." So hat man an der Weiberrast mit der Fertigstellung eines Kaninchen-Freigeheges schon das nächste Ziel geplant: "Frischluft und Sonne für unsere Nager."
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