Samstag, 21. Juli 2018
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Eine Kerze kann ja nicht schaden

Der
erstellt am 12.01.2018 um 19:09 Uhr
aktualisiert am 15.01.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Der eine hängt sich ein Hufeisen über die Tür - auf dass es ihm nicht auf den Kopf falle. Der andere streicht bei jeder Gelegenheit über seine Hasenpfote, der nächste steht jeden Morgen immer zuerst mit dem linken Fuß aus dem Bett.
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Fußballer bekreuzigen sich gerne vor dem Spiel, Trainer waschen ihre blauen Pullover nicht mehr - zumindest wenn sie gewinnen - und von schwarzen Katzen, die von links kommen, und Freitagen, die auf den 13. fallen, wollen wir erst gar nicht anfangen. So hat jeder seine eigenen Marotten, manche nennen es auch Aberglauben - egal, Hauptsache es funktioniert. Schadet ja nichts, wenn man lieber einen Bogen um die Leiter macht. So ähnlich mögen sie auch bei Manschuko in Manching gedacht haben, damals, als drei Weinfeste hintereinander verregnet waren. Also haben sie eine Kerze gestiftet in der Hoffnung auf besseres Wetter. Es mag zwar auf den ersten Blick kein Zusammenhang zwischen gutem Wetter und einer Kerze bestehen (offen gesagt auf den zweiten und dritten Blick auch nicht). Aber egal: Es hat geholfen. Seither ist das Weinfest von Manschuko immer mit herrlichem Sonnenschein gesegnet.

Daran sollte sich auch Vohburg ein Beispiel nehmen. Bürgerfest, diverse Märkte, natürlich die Freilichtfestspiele, gerne auch private Veranstaltungen. Man denke nur an die verregneten Freilufthochzeiten auf dem Burgberg. Eine Kerze und schon hätte nicht nur das Brautpaar gestrahlt, sondern auch die Sonne. Aber Achtung: Die Kerze sollte schon dem Anlass gemäß ausfallen. Das Manschuko-Exemplar war ein Meter und 14 Zentimeter hoch. Die Freilichtfestspiele sollten deshalb auch mindestens einen Meter aufbieten. Sonst ergeht es ihnen wie zuletzt, als die Premiere und die erste Aufführung verregnet waren. Für eine einfache Hochzeit dürfte ein halber Meter ausreichend sein. Und weil wir Deutschen alle fußballverrückt sind, stellen wir im Sommer natürlich gleich mehrere Kerzen auf. Nicht, damit es in Russland nicht regnet, sondern damit das Wetter beim Public Viewing im katholischen Pfarrgarten zu Vohburg zum souveränen Auftritt unserer Vorzeigekicker passt. Dabei stellt sich aber die Frage, wie groß die Kerze des Pfarrers sein muss für schönes Wetter. Kleiner, weil er einen besseren Draht nach oben hat? Oder größer, dem Anlass entsprechend? Wer weiß? Platz genug gäbe es nun ja im neuen Pfarrheim. Und die Deckenhöhe von sechs Metern würde ausreichen, um den kompletten Kader der DFB-Elf auf einer solch hohen Kerze zu verewigen. Aber egal, wir glauben ohnehin nicht an diesen Mumpitz. Da spucken wir doch drei Mal drauf.

‹ŒGrüße vom Burgberg

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