Mittwoch, 19. September 2018
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Neben der komplizierten Kostenvereinbarung geht es auch um die Zukunft der Bushaltebucht

Aufwertung für den Schyrenplatz

Scheyern
erstellt am 12.07.2018 um 18:03 Uhr
aktualisiert am 16.07.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Scheyern (PK) Im Zuge der Entwicklung eines echten Ortskerns ist auch die Neugestaltung des Schyrenplatzes zusammen mit einer Grünverbindung zwischen Kloster und Ortsmittelpunkt vom Regensburger Planungsbüro Dömges Architekten AG angeregt worden.
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Der Schyrenplatz soll schöner werden: Mehr Grünflächen anstelle einer Busparkbucht und eine Pflasterung anstelle der Asphaltfläche sind die ersten Überlegungen zur Aufwertung.
Der Schyrenplatz soll schöner werden: Mehr Grünflächen anstelle einer Busparkbucht und eine Pflasterung anstelle der Asphaltfläche sind die ersten Überlegungen zur Aufwertung.
Foto: Steininger
Scheyern
Zur 900-Jahr-Feier der Scheyrer Abtei im kommenden Jahr würde ein schön gestalteter Schyrenplatz dem Kloster und der Gemeinde gut zu Gesicht stehen. Deshalb stand eine Vereinbarung, welche die Kostenerstattung zwischen dem Kloster und der Gemeinde Scheyern regelt, auf der Tagesordnung der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend. Der Platz vor dem Klostereingang gehört nämlich der Abtei, der Gehweg und die Bushaltestelle hingegen sind Eigentum der Gemeinde - und die Kreisstraße 3, die am Platz vorbeiführt, gehört dem Landkreis.

Pater Lukas Wirth, Cellerar des Klosters und gleichzeitig für die CSU-Fraktion im Gemeinderat vertreten, stellte daher Planskizzen zur Gestaltung des Areals vor. Die Schätzkosten liegen je nach Anbieter zwischen rund 180000 Euro und 250000 Euro - und sie gehen somit "weit über die Kostenberechnung hinaus", wie Pater Lukas dem Gremium mitteilte. Auch baulich gab es einiges zu besprechen: Die derzeit vorhandene Bushaltebucht an dieser Stelle der Kreisstraße würde der angedachten Neugestaltung des Platzes beispielsweise zum Opfer fallen. Hier ist laut Plan eine Begrünung vorgesehen, die asphaltierte Fläche vor dem Eingang würde demnach zudem einer - optisch sicherlich ansprechenderen - Pflasterfläche weichen.

Nach Rücksprache mit dem Landratsamt und dem Busunternehmen wird die Haltestelle wochentags täglich sechs bis sieben Mal angefahren. Ein Halten direkt auf der Fahrbahn hätte einen deutlichen Rückstau zur Folge, befürchtet zumindest der Busunternehmer, der es eigentlich wissen müsste. Laut Landratsamt aber ist eine Haltebucht für die Busse nicht zwingend erforderlich, wenn der Halt nur zum Ein- oder Aussteigen dient. Laut Pater Lukas sei die Bushaltebucht ohnehin vielfach zugeparkt. Würde man diese belassen, sei es mit der Neugestaltung vorbei. "Weil der Platz einfach nicht ausreichend ist, das muss man ganz nüchtern so feststellen", meinte er. Ihn interessiere deshalb das Meinungsbild im Gemeinderat zum Erhalt einer Bushaltebucht. Mit einer solchen könne man nur noch ein Pflaster anstelle der vorhandenen Asphaltfläche legen. "Und das wäre die ganze Gaudi nicht wert. Alles zusammen, also Grünanlage, Busbucht und Parkplatz, das geht fast nicht" lautete seine klare Aussage. Im Gemeinderat gingen die Argumente über ein Für und Wider hin und her. Ein von Bürgermeister Manfred Sterz von den Freien Wählern (FW) abgefragtes Meinungsbild innerhalb des Gemeinderates ergab ein ziemlich ausgeglichenes Ergebnis - und trug nicht groß zur Klärung bei. Das veranlasste Pater Lukas in Anbetracht der Kosten und der unterschiedlichen Meinungen zu der lapidaren Bemerkung: "Wir müssen ja den Platz nicht pflastern."

Wenn die Neugestaltung aber realisiert werden soll, dann auf Basis des preisgünstigeren Angebotes und ohne Bushaltebucht, wobei die Flächenanteile nach Quadratmetern zu rund zwei Dritteln auf Klostergrund, zu einem Drittel auf Gemeindegrund liegen - und auf diese Weise die Grundlage für die Kostenerstattungsvereinbarung bilden, lautete der Vorschlag von Pater Lukas. Diese Vereinbarung könne man auf jeden Fall treffen, hieß es weiter. "Denn wenn die Neugestaltung nicht realisiert wird, entstehen auch keine Kosten."

Der Vereinbarung stimmte der Gemeinderat mit einer Gegenstimme von Andreas Mahl (FW) zu. Ob das Kloster noch in diesem Jahr oder erst zum Jubiläumsjahr 2019 den Auftrag erteilt, ließ Pater Lukas bei der Sitzung noch offen.
Hans Steininger
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