Montag, 17. Dezember 2018
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Neuburgs Kinobetreiber Roland Harsch mit Programmkinopreis ausgezeichnet

Zum Nachdenken anregen und Themen anstoßen

Neuburg
erstellt am 06.12.2018 um 19:39 Uhr
aktualisiert am 10.12.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Neuburg (smo) Die Blockbuster braucht's, um Geld zu verdienen.
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Freute sich über die Auszeichnung seiner Programmkino-Sparte: der Neuburger Roland Harsch. Er konnte die Auszeichnung von Digitalministerin Judith Gerlach entgegennehmen.
Freute sich über die Auszeichnung seiner Programmkino-Sparte: der Neuburger Roland Harsch. Er konnte die Auszeichnung von Digitalministerin Judith Gerlach entgegennehmen.
Daggi Binder/FFF Bayern
Neuburg
Kino machen ist schließlich kein Hobby. Oder doch? Für Roland Harsch irgendwie schon, vielmehr auch noch eine Leidenschaft. Genauso wie für seinen Kompagnon Ralph Feigel, der das Filmstudio in Eichstätt betreibt. Aber bei Harsch (und bei Feigl) gibt es eben nicht nur Harry Potter, Fifty Shades of Grey oder Jurassic World II: Vielmehr wählt der Betreiber des Kinopalasts in Neuburg auch Streifen ganz bewusst nach Qualität aus - und hat dafür auch Kontakt mit einigen Organisationen, wie er im Gespräch mit unserer Zeitung erklärt. "Programmkino" eben - abseits des Mainstreams.

"Ich kann Filme bewusst einsetzen und die Menschen zum Nachdenken anregen, zum Diskutieren", sagt er zu seiner Motivation, die durch die Auszeichnung, die er jetzt von Bayerns Digitalministerin Judith Gerlach entgegennehmen konnte, bestärkt wurde. "Die Anregungen aus dem Film können in den Gruppen weiter getragen werden. " Die "Gruppen", da gehört der Frauenbund mit dazu, mit dem Harsch nunmehr 150 gemeinsame Kinovorstellungen organisiert hat. Zehn mal im Jahr kommen die Frauen zu einem eigens für dieses Klientel ausgewählten Streifen in das Kino. Und auch die Neuburger Senioren sind regelmäßig zu Gast in Harschs Kinosälen: Die Kooperation kam nach der Gründung des Seniorenbeirats auf Initiative von Fritz Seebauer zustande. "Hier stand die Frage im Raum: Was können wir noch anbieten für die älteren Mitbürger? " Zunächst habe er, Harsch, ältere Streifen im Angebot gehabt. "Da kam dann die Aussage: Wir wollen schon aktuelle Filme sehen. " So zeige er heute auch Komödien, Liebesgeschichten - "eben interessante Produktionen". Action-Streifen oder Klamauk kämen ihm da nicht auf die Leinwand - vielmehr etwa gute französische Komödien: "Die Franzosen haben eine ganz andere Art, Kino zu machen als wir in Deutschland. "

Den Bildungsauftrag der Volkshochschulen unterstützt Harsch mit seinem Programmkino ebenfalls. "Hier können wir Filme zeigen, die sonst überhaupt keine Chance hätten. " Themen wie politische Bildung, Lebensgeschichten, Nachdenkliches zum Umweltschutz oder auch einmal Dokumentationen könnte er bei dieser Zusammenarbeit zeigen, so Harsch.

Erst kürzlich hat sich der Cineast, der seit über 15 Jahren den Neuburgern die großen und kleinen Streifen auf die Leinwände projiziert, mit dem Hospizverein zusammengetan. Das fordert ihn auch: "Ein Film ist ein gutes Medium, ein Thema einmal anders aufzubereiten, anders zu entdecken, sich anders auf etwas einzulassen. " Im März soll es hier mit dem Film "Hin und weg" mit Florian David Fitz in der Hauptrolle weiter gehen. "Die Vereine und Kooperationspartner sind extrem dankbar, dass wir ihnen den Raum geben. " Und wer abseits dieser besonderen Höhepunkte auch einmal Programmkino in Neuburg schnuppern will, kann das sonntags beim Matinee-Kino, wo Harsch immer um 11 Uhr Filme zeigt. "Es gibt so viele schöne Filme, die will ich den Menschen nicht vorenthalten. " Sein Traum: zwei weitere Säle. Dann könnte er, so sagt Harsch, die Nische Programmkino noch ganz anders bedienen.

Das wäre wohl auch im Sinne des Freistaats, wie Staatsministerin Judith Gerlach bei der Verleihung des bayerischen Programmkinopreises sagte: "Ein starker Filmstandort braucht eine starke Kinolandschaft. Kinoförderung ist der bayerischen Staatsregierung aber auch mir persönlich sehr wichtig. Wir werden der bayerischen Kinolandschaft gute Zukunftschancen bieten. " Die Geschäftsführerin des Film-Fernseh-Fonds Bayern (FFF), Dorothee Erpenstein, unterstrich dabei auch die Bedeutung einer lebendigen Kinolandschaft: "Wir brauchen attraktive Filme, wir brauchen attraktive Kinos. Filmtheater bereichern unsere Kulturlandschaft und deshalb machen wir uns gemeinsam mit Ihnen stark dafür. "
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