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71. Neuburger Barockkonzerte starten im Oktober unter dem Motto "Brüche und Brücken"

Vom Barock in die Moderne

Neuburg
erstellt am 12.06.2018 um 19:42 Uhr
aktualisiert am 16.06.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Neuburg (DK) Die Hochzeit der Barockmusik erstreckte sich von Anfang des 17. bis Mitte des 19. Jahrhunderts. Dass die Musik bis heute nichts von ihrem Glanz verloren hat, beweisen jedes Jahr die Neuburger Barockkonzerte. Heuer unter dem Thema "Brüche und Brücken".
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Sergey Rasnetsov, stadt neuburg
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Vier Tage lang - vom 11. bis zum 14. Oktober - steht Neuburg mittlerweile zum 71. Mal ganz im Zeichen der Barockmusik. "In den vier Konzerten präsentieren diesmal Musikerinnen und Musiker einerseits die Beziehungen zur europäischen Musik - vom Barock bis in unsere Zeit, und andererseits auch Fremdes", beschreibt Jutta Dieing, die künstlerische Leiterin der Konzerte, das Programm auf einer Pressekonferenz.
 
stadt neuburg
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Sehr freut es Dieing, dass diesmal wieder der Birdland Jazzclub dabei ist. "Wir sind uns sehr entgegen gekommen", sagt sie. Denn was die Barockmusik und der Jazz gemein haben, das sei die Lust am Improvisieren. Heuer tritt das Trio Django's Castle bei den Barocktagen im Birdland auf. Stephan Holstein (Klarinette) und Helmut Nieberle (siebensaitige Jazzgitarre) sind dem Neuburger Publikum bereits bekannt. Dazu gesellt sich noch Martin Stegner (Viola). Zusammen spielen sie Gypsy-Jazz, eine Musikform aus dem Osten Europas. Als ihr Erfinder gilt der belgische Musiker Django Reinhardt. Er verband den gängigen New-Orleans-Jazz der 1920er Jahre und französische Walzer mit der traditionellen Spielweise der Sinti, deren ergreifende Melodien und raffinierte Tanzrhythmen ihn tief beeindruckten.
 
Michel Marang, stadt neuburg
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An die Darbietungen im Birdland Jazzclub schließt sich am Folgetag passenderweise eine Gypsy-Barock-Veranstaltung mit dem Gambisten Vittorio Ghielmi an. Barocke Musik mit slawischen Klängen werden dort mit den Stücken des deutsche Komponisten Georg Philipp Telemann dargeboten. Er reiste für ein halbes Jahr nach Polen, wo er die polnische und hanakische Musik kennenlernte. So wurde das Fremde für ihn zum Faszinosum. Eine "barbarische Schönheit" nannte er die Musik damals. Zusammen mit Ghielmi treten im Kongregationssaal weitere international renommierte Interpreten der Alte-Musik-Szene auf, darunter Graciela Gibelli (Gesang), Max Volbers (Flöten), Fabio Losco (Violine), Stano Paluch (Zigeunergeige) und Marcel Comendant (Cymbalon).
Über die 71. Neuburger Barockkonzerte informierten gestern die künstlerische Leiterin Jutta Dieing (Bild unten, 2.v.l.) zusammen mit Kulturamtsleiterin Kathrin Jacobs (l.), OB Bernhard Gmehling (2.v.r.) und Manfred Rehm (Birdland Jazzclub, r.). Dabei sind diesmal auch die russischen Cembalistinnen Anna Kiskachi und Anastasia Antonova (Bild oben), Susanne Regel an der Oboe (Bild Mitte, links) und Django?s Castle (Bild Mitte rechts).
Über die 71. Neuburger Barockkonzerte informierten gestern die künstlerische Leiterin Jutta Dieing (Bild unten, 2.v.l.) zusammen mit Kulturamtsleiterin Kathrin Jacobs (l.), OB Bernhard Gmehling (2.v.r.) und Manfred Rehm (Birdland Jazzclub, r.). Dabei sind diesmal auch die russischen Cembalistinnen Anna Kiskachi und Anastasia Antonova (Bild oben), Susanne Regel an der Oboe (Bild Mitte, links) und Django?s Castle (Bild Mitte rechts).
Foto: Leurs, Stadt Neuburg
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Die Konzerttage eröffnen werden dieses Jahr Kammermusiker mit Blasinstrumenten im Ottheinrichsaal im Schloss. "Wir haben diesmal 106 Plätze im Saal", sagt Oberbürgermeister Gmehling. Denn die Karten seien sehr schnell ausverkauft. Dort spielt unter anderem die Cembalistin Christine Schornsheim. Die Musikerin war bereits 2012 bei den Barockkonzerttagen mit dabei. Diesmal spielt sie auf dem Hammerklavier, ein Instrument, auf dem auch Mozart seine Ouvertüren spielte. Dazu gesellt sich noch ein Bläserensemble aus Oboe, Fagott, Klarinette und Horn. Neben Mozart, der als Höhepunkt den Eröffnungsabend abschließen soll, werden Stücke von Franz Danzi, Leopold Kozeluh und Johann Georg Lickl gespielt.

Die Konzerttage am Sonntag, 14. Oktober, abschließen werden zwei slawische Musikerinnen, die russischen Cembalistinnen Anna Kiskachi und Anastasia Antonova. Wegen der Landtagswahlen, die am selben Tag stattfinden, beginnt das Konzert bereits am Vormittag um 11.30 Uhr. "Die Russinnen bieten ein sehr farbenfrohes Konzert", sagt Dieing. Dazu spielt jede an einem Cembalo oder beide vierhändig an einem zusammen. Neben Werken von Künstlern wie Jean-Baptiste Lully, Georg Friedrich Händel und Henry Purcell spielen sie auch neuere Stücke von Antonin Dvorak und dem 2006 verstorbenen österreich-ungarischen Komponisten Györgi Ligeti.

Die 71. Neuburger Barockkonzerte finden von Donnerstag, 11. Oktober, bis Sonntag, 14. Oktober, statt. Tickets gibt es ab sofort in der Geschäftsstelle unserer Zeitung in Neuburg sowie unter der Internetadresse www.neuburger-barockkonzerte.de/Online-Bestellung.html oder unter der Nummer (08431) 55240241.
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