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Regisseur Oliver Herbrich "reaktiviert" seinen Film aus dem Jahr 1985 "Unbarmherzige Justiz"

Kino zeigt Dokumentation über Theo Berger

Neuburg
erstellt am 13.03.2018 um 17:59 Uhr
aktualisiert am 17.03.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Neuburg (r) Über die "alten Geschichten" ist Gras gewachsen, Theo Berger ist vor 15 Jahren im Neuburger Friedhof bestattet worden. Dennoch bleibt ein gewisses Interesse am Leben des einstigen "Al Capone vom Donaumoos".
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Neuburg: Kino zeigt Dokumentation über Theo Berger
Im Donaumoos fand Regisseur Oliver Herbrich (2.v.l.) 1985 Kontakt zu Theo Berger (3.v.l.) und konnte so seinen Film über den einstigen "Ausbrecherkönig" drehen. In seiner Biographie hatte Theo Berger (links beim Studium des Drehbuchs) die Bezeichnung "Al Capone vom Donaumoos" zurückgewiesen. - Fotos: O. Herbrich
Neuburg

Ab Donnerstag, 15. März, läuft im Neuburger Kinopalast der gleichnamige Dokumentarfilm von Oliver Herbrich über einen der am längsten inhaftierten Strafgefangenen Bayerns. Herbrich hatte den Film 1985 realisiert, als Theo Berger krankheitsbedingt Haftverschonung erhielt und im elterlichen Hof in Ludwigsmoos wohnte.

Im Film erzählt Hauptdarsteller Theo Berger über sein Leben, über 150 begangene Straftaten und die harten Gefängnisjahre. Der damals 23-jährige Regisseur kritisiert die Unbarmherzigkeit, mit der die bayerische Justiz den kriminellen Theo Berger behandelt habe. Der Regisseur hält es auch heute noch für falsch, den "Ausbrecherkönig" stets weggesperrt und Chancen zur Resozialisierung verweigert zu haben.

Theo Berger hatte allerdings während seiner Haftverschonung versucht, die örtliche Bank in Ludwigsmoos zu überfallen und hatte später mit einem Kumpan einen weiteren Banküberfall geplant, war aber nach einer Schießerei bei Aschheim/München festgenommen worden. Eine erneute Verurteilung war die Folge. Ungeachtet der bitteren Jahre im Gefängnis "hat sich Theo Berger seine Würde erhalten", urteilt Oliver Herbrich.

Der Bayerische Rundfunk hatte seinerzeit eine Ausstrahlung des Herbrich-Films abgelehnt, weil es sich "offenbar um die Hochstilisierung eines Kriminellen in die Heldenrolle" handle, so die Begründung des BR-Vertreters. Ferner sah er die Grenzen des guten Geschmacks durch einige Selbstzitate des Darstellers überschritten.

Filme dreht Oliver Herbrich keine mehr, mit seiner Stiftung "Oliver Herbrich Kinderfonds" unterstützt er junge Flüchtlinge und Kinder in der Dritten Welt. Seine auf Zelluloid gedrehten Filme hat er digitalisieren und damit sichern lassen. Nach Augsburg, Ingolstadt und anderen Städten läuft der Berger-Film nun in Neuburg. Am Donnerstag ist er um 19.30 Uhr zu sehen, am Sonntag, 18. März, in einer Matinee um 11 Uhr sowie um 19.30 Uhr, und am Mittwoch, 21. März, ebenfalls um 19.30 Uhr. Weitere Vorstellungstermine sind eingeplant.

Von Winfried Rein
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