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Initiatoren warten weiter auf eine öffentliche Beratung auf Kreisebene - mittlerweile seit Mai

Geduldsspiel bei der Öko-Modellregion

Neuburg
erstellt am 08.11.2018 um 18:44 Uhr
aktualisiert am 11.11.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Neuburg (sja) Die Verantwortlichen im Neuburger Landratsamt haben offenbar keine große Lust, sich mit einer Öko-Modellregion im Paartal zu befassen.
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Diesen Eindruck hat jedenfalls der Schrobenhausener SPD-Kreisrat Peter Mießl, der seinem Unmut gestern Nachmittag im Kreisausschuss Luft machte. Ein Ergebnis gab es dennoch nicht - zumindest diesmal.

Seit Mai versuche er bereits, das Thema auf die Tagesordnung zu bringen, beklagte sich Mießl, der in der Initiativgruppe für eine Öko-Modellregion als Sprecher für Neuburg-Schrobenhausen fungiert. "Doch ich werde immer wieder vertröstet. " Eigentlich verwunderlich, wie sich im Laufe der Sitzung zeigte. Denn die übrigen Ausschussmitgliedern sahen kein Problem darin, das Thema zu diskutieren. "Wir begrüßen das sehr", meinte auch der amtierende Landrat Alois Rauscher (CSU), erinnerte aber zugleich an die prall gefüllten Terminkalender in den nächsten Monaten. "Ich kann daher nichts versprechen. "

Mießl hatte zuvor auf den bisherigen Weg hingewiesen, der äußerst erfolgreich verlaufen ist. Demnach hat das Projekt bereits die erste Hürde genommen, bis zum Jahresende läuft die nächste Runde im Bewerbungsverfahren. Zu verdanken ist dieser Erfolg wohl vor allem den Beteiligten im Landkreis Aichach-Friedberg, der sich bereits erklärt hat, die Trägerschaft und damit die Hauptarbeit zu übernehmen. Von mehreren der dortigen Gemeinden liegt Mießl zufolge auch schon eine schriftliche Erklärung vor, sich zu beteiligen. Gleiches gilt für den Markt Hohenwart im Kreis Pfaffenhofen. Einzig in Neuburg-Schrobenhausen hapert es daher noch. Das könnte auch daran liegen, dass das Thema für viele Politiker noch neu ist - obwohl sogar der ehemalige Landrat Roland Weigert (FW) schon im Mai gegenüber unserer Zeitung erklärt hatte, für eine landkreisübergreifende Lösung zur Verfügung zu stehen. Auch der Aichacher Kreischef zeigte sich begeistert von der Idee.

Hintergrund der Öko-Modellregionen ist das Programm Bio-Regio Bayern, das - einfach gesagt - die Erzeugung von Bio-Produkten im Freistaat bis zum Jahr 2020 verdoppeln soll. Vorgesehen sind dazu unter der Ägide des bayerischen Landwirtschafts- und Ernährungsministeriums neben Bildungs-, Beratungs-, Vermarktungs- und Forschungsmaßnahmen auch gezielte finanzielle Förderungen. Auch ein eigener Projektmanager wäre möglich, samt Zuschüssen für diese Stelle. Als Partner stehen neben der Initiativgruppe unter anderem die Schlossgemeinschaft Blumenthal, der Bund Naturschutz und zahlreiche Biobauern fest.

Dass das Thema nun auch in Neuburg auf der Tagesordnung landen soll, forderte Thomas Hümbs, Fraktionssprecher der Freien Wähler. Auch Theo Walter von der Ausschussgemeinschaft steht dem Vorschlag Mießls positiv gegenüber. Der amtierende Landrat hingegen fordert für eine Beteiligung des Kreises auch ein gewisses Interesse. "So etwas zu einem Erfolg zu führen, ist gar nicht so einfach", so Rauscher, der ebenso wie CSU-Fraktionssprecher Alfred Lengler etwas auf die Bremse drückte. "Wir müssen irgendwann mit den freiwilligen Leistungen aufhören - denn nichts anderes ist das", so der Gachenbacher Bürgermeister.
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