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Der Oberbürgermeister ging zweimal heftig baden

erstellt am 24.05.2009 um 21:30 Uhr
aktualisiert am 31.01.2017 um 17:46 Uhr | x gelesen
Neuburg (r) Die alten Rivalen machten die Sache wieder einmal unter sich aus: Im allerletzten Durchgang gewannen die Neuburger ihr 35. Fischerstechen vor Donauwörth und Ingolstadt. Vereint unter weißblauem Himmel feierten die Recken dann gemeinsam beim Fischergasslerfest.
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Mit einem kleinen Donaufeuerwerk von ihren Zillen aus beendeten die Fischergassler ihr Straßenfest 2009.
Ungefähr 6000 Besucher schauten im Laufe des Nachmittags und Abends in der Fischergasse zu einer Maß Bier mit Bratfisch vorbei. Das rege Kommen und Gehen dokumentiert die Beliebtheit von "Neuburgs schönstem Straßenfest", wie es einst der populäre Oberbürgermeister Theo Lauber sagte.

Das Fest entstand 1974 aus einem Protest gegen Pläne der Stadt, die Fischergasse in eine Durchgangsstraße zu verwandeln. Die Bewohner stellten kurzerhand Biertische und Bänke auf, um auf die Lebensqualität in ihrer Straße hinzuweisen. Mittlerweile genießen sie verkehrsrechtliche Privilegien, von denen andere Stadtbewohner nur träumen können.



Das Traumwetter am Samstag "räumt mit der Legende auf, am Fischergasslerfest müsse es immer regnen", stellte der langjährige "Kerzenmeister" Roland Thiele fest. Den Fischerstechern war`s ohnehin fast egal. Keiner der Kämpfer blieb heuer trocken, auch Sieger mussten in die Donau. Die Schanzer Fischerstecher verzichteten diesmal auf die starken Brüder Wolfgang und Rainer Till. Der Nachwuchs mit Markus Meier und Eduard Fleger schlug sich prächtig und schaffte mit zehn Punkten Platz drei.

Michael Kopernik und Florian Zettel (Neuburg) lagen gleichauf mit Willi Heckmeier und Wolfgang Klinger (Donauwörth). Ein letztes Stechen musste entscheiden: Ein Aufschrei ging durch das mit 2000 Zuschauern besetzte "Stadion" am Donaukai, als Michael Kopernik den alten Haudegen Willi Heckmeier – der seine Gegner häufig mit einem "Vorstoß" erschreckt – klassisch in der Donau versenkte. Laufen, Stepperg und die Fischerfamilie Kropf aus Bamberg verkauften sich tapfer und belegten die Plätze vier, fünf und sechs. Revanche ist angesagt beim Stepperger Fischerstechen auf dem Antonibergsee (11. Juli) und beim Fischerstechen in Ingolstadt (14. August).

Beugen musste sich Oberbürgermeister Bernhard Gmehling beim Prominentenstechen. Seit 2003 tritt er erfolgreich gegen wechselnde Gegner an. Doch diesmal wuchtete Geschwader-Kommodore Andreas Pfeiffer den Virus-geschwächten OB zweimal stilsicher ins 15 Grad kühle Flusswasser. Der Luftwaffenoffizier bewahrte Haltung und blieb auf seiner schmalen Plattform "kleben". Allerdings nur bis zum Siegersprung – den absolvierte Pfeiffer mit Fliegermütze und einem Salto rückwärts in die Donau.

Von Winfried Rein
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