DNA-Spur führte zu Verdächtigen
Manchinger Goldschatz: 18 Goldklumpen bei Festnahme gefunden

20.07.2023 | Stand 13.09.2023, 14:33 Uhr |

Die Werkzeuge, die nach der Tat in Manching gefunden worden waren. An einem der Utensilien wurde die DNA eines der jetzt festgenommenen Männer nachgewiesen. −Fotos: Konze

Rund acht Monate nach dem Goldschatz-Diebstahl in Manching (Landkreis Pfaffenhofen) sitzen vier Verdächtige in Untersuchungshaft. Eine DNA-Spur führte die Ermittler zu den Verdächtigen. Zudem stellten die Polizei 18 Goldklumpen sicher.



Gegen die vier Männer aus Deutschland seien die Haftbefehle des Amtsgerichtes Ingolstadt am Mittwoch in Kraft gesetzt worden, teilte das Bayerische Landeskriminalamt am Donnerstag in München mit. Es handelt sich um 42, 43, 46 und 50 Jahre alte Männer. Zwei von ihnen stammen aus Schwerin, einer aus Berlin und einer aus dem Schweriner Umland. Die Festnahmen erfolgten am Dienstag in Mecklenburg-Vorpommern im Landkreis Ludwigslust-Parchim sowie in Schwerin und in Halle (Nordrhein-Westfalen), daran waren auch Spezialeinheiten der Polizei beteiligt.

18 Goldklumpen bei Festnahme gefunden



Bei der Festnahme eines der vier Verdächtigen stellten Ermittler 18 Goldklumpen sicher. Es handle sich „mit hoher Wahrscheinlichkeit“ um einen Teil der Beute von dem Diebstahl aus dem Kelten&Römer-Museum, teilte das bayerische Landeskriminalamt am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in München mit. Einer der festgenommenen Männer habe die Klumpen in einer Plastiktüte bei sich gehabt, als er am Dienstag festgenommen wurde.

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Man müsse davon ausgehen, dass der Schatz „in seiner ursprünglichen Form zumindest nicht mehr in Gänze erhalten ist“, sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU). Derzeit gingen der Ermittler davon aus, dass jeweils vier Münzen zu einem Klumpen zusammengeschmolzen worden seien, sagte LKA-Vizepräsident Guido Limmer.

Eine erste Analyse habe ergeben, dass das Material aus Gold, Silber und Kupfer der Zusammensetzung des Manchinger Goldschatzes entspreche. Die Ermittler gehen deshalb davon aus, dass es sich um bearbeitetes Material aus der Beute handle. Derzeit fänden aber noch weitere Begutachtungen mit der Archäologischen Staatssammlung statt, zu der das Manchinger Kelten Römer Museum gehört.

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Am Donnerstag suchten Ermittler in Mecklenburg erneut auf mehreren Grundstücken und in Gebäuden nach Teilen der Beute und Beweismitteln, wie ein LKA-Sprecher bestätigte. Der Materialwert des Schatzes mit 483 keltischen Goldmünzen aus der Zeit um 100 vor Christus wurde auf rund eine Viertelmillion Euro geschätzt, der Handelswert für die historischen Münzen geht allerdings in die Millionen.

Eine DNA-Spur führte die Ermittler nach Angaben des bayerischen Landeskriminalamts (LKA) zu den nun festgenommenen Verdächtigen. Nach der Tat hätten die Ermittler unter anderem in einem Weiher in der Nähe des Kelten&Römer-Museums Brecheisen, eine Astschere, einen Seitenschneider und eine Funkantenne gefunden, teilte das LKA mit.

Verdächtige wohl für weitere Einbrüche verantwortlich



An den Gegenständen sei eine DNA-Spur gefunden worden, die über Funde bei ähnlichen Diebstählen in Deutschland und Österreich letztlich zu einem der Verdächtigen in Schwerin führte. Über ihn seien dann auch die drei weiteren Männer in den Fokus der Ermittler geraten, die am Dienstag im Großraum Schwerin und in Halle (Nordrhein-Westfalen) festgenommen wurden.

Verdächtige wohl auch an weiteren Einbrüchen beteiligt – auch in Bayern



Die Verdächtigen sollen für weitere Einbrüche im gesamten Bundesgebiet und Österreich verantwortlich sein. Auch dabei kappten die Täter vor dem eigentlichen Einbruch Kabel, um Alarmanlagen umgehen zu können. Die Einbrüche fanden seit 2014 in Nienhagen (Mecklenburg-Vorpommern), Pressath (Landkreis Neustadt an der Waldnaab), Edermünde (Hessen), Winsen (Niedersachsen), Bad Aibling (Landkreis Rosenheim), Heilsbronn (Landkreis Ansbach) und Schwarzheide (Brandenburg) sowie im österreichischen Krems statt. Die Täter waren stets gleich ausgerüstet: Sie trugen laut Polizei schwarze Overalls mit Sturmhauben und hatten jeweils baugleiche Brecheisen, Schraubendreher und einen Winkelschleifer mit mehreren Trennscheiben dabei. Um gegebenenfalls noch vorhandene Alarmanlagen zu stören, benutzten sie einen Funk-Jammer. Vor dem Einbruch kappten sie Telefon-Glasfaserkabel in Verteilerkästen oder Häusern. So gingen die Täter auch in Manching vor.

− dpa/bli