Pfaffenhofen

Kommissarische Doppelspitze bei der Polizei

Paul Roth und Hans-Jürgen Bartl führen die Pfaffenhofener Inspektion übergangsweise gemeinsam

11.01.2022 | Stand 11.01.2022, 18:47 Uhr

Polizisten mit Leib und Seele: Hans-Jürgen Bartl (von links) und Paul Roth teilen sich übergangsweise die Leitung der Pfaffenhofener Polizeiinspektion. Foto: Kraus

Von Michael Kraus

Pfaffenhofen –Seit dem überraschenden Tod des Pfaffenhofener Polizeichefs Helmut Fink im Dezember führt interimsweise eine Doppelspitze die hiesige Polizeiinspektion. Dazu ist Erster Polizeihauptkommissar Hans-Jürgen Bartl an seine frühere Wirkungsstätte zurückgekehrt – als Partner des stellvertretenden Dienststellenleiters Paul Roth. Voraussichtlich im Mai dürfte dann ein neuer Inspektionsleiter seinen Dienst antreten. Die Stelle soll noch im Laufe des Januars ausgeschrieben werden.


Bei einer großen Polizeidienststelle wie Pfaffenhofen mit ihren 60 Mitarbeitern sind die administrativen Aufgaben für einen Einzelnen kaum zu schultern – vom polizeilichen „Tagesgeschäft“ ganz zu schweigen. Und so wurde dem 53-jährigen Weicheringer Roth, der als Polizeihauptkommissar seit 2019 Vize in Pfaffenhofen ist, vom Polizeipräsidium Unterstützung geschickt. Dass die Wahl dabei auf Bartl fiel, überrascht nicht: Der 48-Jährige stammt aus der Gemeinde Gerolsbach, ist ortskundig, erfahren, kennt Land und Leute. „Das hat sich angeboten“, sagt Bartl selbst. „Eine zentrale Frage war, wer nahtlos und ohne große Einarbeitung einsteigen kann“, ergänzt Roth rückblickend.

Bartl jedenfalls hat acht Jahre lang, von 2002 bis 2012, an der Polizeiinspektion Pfaffenhofen gearbeitet – unter anderem als stellvertretender Dienstgruppenleiter sowie Sachbearbeiter für Jugend- und Rauschgiftkriminalität. Roth und er kennen sich zudem von früher: Als Bartl am Anfang seiner Laufbahn bei der Einsatzhundertschaft der Bereitschaftspolizei in Dachau war, war Roth sein Gruppenführer. „Wir kennen uns und können miteinander“, so Bartl. Das Wichtigste: „Es muss laufen.“

Mit Bartl steht zudem ein bekanntes Gesicht an der Spitze der Pfaffenhofener Polizei: Man kennt ihn aus dem Dorf- und Vereinsleben in Klenau-Junkenhofen, früher auch durch sein Engagement in der Kommunalpolitik. Seine Polizeilaufbahn begann vor 29 Jahren bei der Bereitschaftspolizei, es folgten in den 90ern unter anderem Stationen in Dachau, am Flughafen München und bei der ehemaligen Polizeidirektion Ingolstadt, wo er auch Teil des Einsatzzugs war. Ab 2002 war er in Pfaffenhofen im Einsatz, 2013 wechselte er als Dienstgruppenleiter nach Schrobenhausen, wo er schnell in die Chefetage aufstieg und 2015 zum stellvertretenden Inspektionsleiter befördert wurde. Mitte 2021 wechselte Bartl zu den Zentralen Einsatzdiensten des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord, deren Leitung er übernahm. Damit ist er unter anderem der Chef des Einsatzzugs, dem er vor 25 Jahren als junger Polizist selbst angehörte. Normalerweise unterstützt der Zug die Dienststellen der Region bei personalintensiven Aufgaben. Doch jetzt, wo in der Chefetage Verstärkung gebraucht wird, hat die ZED eben ihren Leiter nach Pfaffenhofen geschickt.

PK