Weichering

Mit „Krippenvirus“ angesteckt

Liebevolle Detailarbeit: Leidenschaft für den Krippenbau

12.11.2022 | Stand 12.11.2022, 5:00 Uhr

Im Keller von Josef Mack finden sich wahre Kunstwerke wie der originalgetreue Nachbau des Gasthauses Oberwirt in Weichering. Fotos: Werner

Es sind besondere Werke, die in den Kellerräumen

von Josef Mack entstehen. Jeder Ziegel, jedes Holzstück, jeder Stein findet in liebevoller Detailarbeit in der Krippe seinen Platz – mit Kreativität, Feingefühl und dem Blick auf das Wesentliche.

Gemeinsam mit Werner Morasch und Maximilian Fürholzer

hat der Schreinermeister schon vor Jahrzehnten seine Leidenschaft für den Krippenbau entdeckt.

Gewerkelt wird eigentlich das ganze Jahr, nicht nur in der Adventszeit. Es ist mehr als ein Hobby für die Weicheringer Krippenfreunde, wie sich Werner Morasch, Josef Mack und Maximilian Fürholzer selbst nennen. Eine Leidenschaft, die sie vor Jahrzehnten schon gepackt hat – und die sie nicht mehr loslässt.

Arbeiten mit Holz, speziellem Krippenputz, Naturmaterialien, Styrodur, Stoffen und Acryl-Farben: Viele verschiedene Materialien kommen beim Bau einer Krippe zum Einsatz. Es braucht handwerkliches Geschick und Feingefühl, um die verschiedenen Teile letztlich zu einem Gesamtwerk zusammenzubasteln. Und Zeit. Jede Menge Zeit. „250 Stunden haben wir für die Krippe gebraucht“, sagt Morasch und zeigt stolz das neueste Modell, das momentan in der Garage von Mack Platz gefunden hat und bald auf der Krippenausstellung in Weichering zu bestaunen sein wird. Der neu gestaltete Königszug wird das Kernstück der Ausstellung sein und später auch in der Weicheringer Kirche einen festen Platz finden.

Es ist eine Krippe im orientalischen Stil, rund zwei Meter lang, mit imposanten Kulissen und künstlerisch hochwertigen Figuren. Die wurden in Sizilien von Angela Tripi angefertigt. Könige, Pferd, Kamel und Elefant: „Da ist jede Figur ein Unikat“, betont Fürholzer, der für die Figurenbeschaffung und die Gestaltung zuständig ist. Ganz fertiggestellt haben die Freunde die Krippenlandschaft noch nicht, „gerade sind wir aber bei den letzten Arbeiten, beim Feinschliff“, sagt Morasch.

Mack ist Schreiner, inzwischen ist er im Ruhestand. Die erste Krippe hat er in seiner Lehrzeit gebaut, das war in den 1960er Jahren. Das handwerkliche Geschick wurde ihm praktisch in die Wiege gelegt: „Schon mein Opa war Bastler. Da habe ich wohl was geerbt“, schmunzelt er.

Auch Morasch hat als Jugendlicher angefangen, Krippen zu bauen. Inzwischen haben die beiden sogar einige Krippenbauschulen besucht, sind dafür bis nach Garmisch gefahren. In speziellen Kursen zur Beleuchtung einer Krippe – „damit das Ganze richtig zur Geltung kommt“ – oder zur Botanik konnten die beiden ihr Wissen und Können weiter ausbauen.

Neben dem handwerklichen Talent, dem räumlichen Denken und der notwendigen Vorstellungskraft ist auch der „Bezug zur Religion, zum Glauben“ etwas, was ein Krippenbauer mitbringen sollte, betont Moraschek. Und natürlich die Freude daran, etwas zu basteln.

„Es gibt den so genannten Krippen-Virus, der hat uns alle drei erwischt“, schmunzelt Fürholzer. Das ganze Jahr über sind die Krippen eines ihrer liebsten Gesprächsthemen: „Wir überlegen, was wir bauen könnten, was wir alles dafür brauchen“, sagt Morasch.

Im Sommer werkeln sie draußen auf dem Hof oder in der Garage, im Winter geht es in den Kellerräumen von Mack weiter. „Man braucht Platz und eine Frau, die das mitmacht“, sagt Fürholzer. Die Regale und Tische im Keller von Mack sind voll von verschiedenen Krippen und Figuren. Jedes Mal können neue Details erkannt werden. Außerdem sei es für das Hobby wichtig, mit offenen Augen durch die Welt zu gehen: „Wir sammeln das ganze Jahr für die Krippen – beispielsweise Flechten, Moose oder Zapfen“, sagt Mack.

Aber nicht nur im Wald lohnt es sich, den Blick schweifen zu lassen – manchmal kann so nämlich auch ein Gebäude entdeckt werden, das als Vorlage für ein neues Bauprojekt dient. Wie der originalgetreue Nachbau des Gasthauses Oberwirt in Weichering, ein weiteres Highlight, das sich in Macks Keller befindet: „20000 bis 25000 Ziegel habe ich für das Dach gebraucht“, erklärt Mack. Jeder einzelne Ziegel aus Styrodur wurde per Hand aufgeklebt und lackiert. Winzige Fensterläden und sogar eine grüne Regenrinne aus Metall ist in liebevoller Detailarbeit an der Hauswand angebracht. „Insgesamt habe ich etwa ein Jahr gebraucht dafür.“

Im Jahr 1995 haben die Weicheringer Krippenfreunde die erste Ausstellung organisiert. Nun, im Dezember, wird es die Werke das achte Mal zu sehen geben. Aussteller sind nicht nur Morasch, Mack und Fürholzer: „Es werden 40 bis 50 Krippen zu sehen sein – aus Weichering und aus der Umgebung.“ Die Besucherinnen und Besucher haben bei der Krippenausstellung auch die Chance, über eine Verlosung eine Krippe zu ergattern.

Die Eröffnung der Ausstellung ist am Samstag, 10. Dezember, um 14 Uhr im Pfarrstadel in Weichering. Weitere Öffnungszeiten sind am 11. Dezember, 10 bis 17 Uhr; 14. Dezember, 16.30 bis 19 Uhr; 15. Dezember, 16.30 bis 19 Uhr; 17. Dezember 12 bis 18 Uhr und am 18. Dezember, 10 bis 17 Uhr. Der Eintritt ist frei. Für Kaffee und Kuchen vor Ort ist gesorgt.

DK