Riedenburg

Hochbetrieb in der Fischerküche

Beim Riedenburger Fischerfest werden die besten Angler geehrt

28.06.2022 | Stand 28.06.2022, 4:33 Uhr

Der Fischer-Vorsitzende Ludolf Wasner zeichnete die Sieger des Hegefischens aus: Sven Schneider (links) und Michael Erdl (rechts). Fotos: Erl

Riedenburg – Über viele Jahre lang hatten die Angler des Altmühl-Fischerei-Vereins Riedenburg ihr Fischerfest am Volksfestplatz und in Kombination mit der Sonnwendfeier abgehalten. Die Sorge war natürlich groß, wie der Zuspruch des Publikums nun am neuen Vereinsgelände im Industriegebiet von Haidhof sein würde. Der Fischer-Vorsitzende Ludolf Wasner war aber schon bald beruhigt: „Die Resonanz war an beiden Tagen jeweils bis in die Nacht hinein überwältigend. Wir freuen uns sehr, dass das neue Vereinsheim von den Leuten so gut angenommen wird“, meinte er mit Blick auf den enormen Besucherandrang sowohl am Tag der Vereinsheim-Einweihung als auch am Fischerfest am Sonntag.

Rund 60 Vereinsmitglieder waren an beiden Tagen im Einsatz, um die vielen Gäste mit frischen Getränken und den kulinarischen Köstlichkeiten aus der Fischerküche zu versorgen. „Da hat sich gezeigt, dass unsere Planungen zu den Abläufen richtig waren und es hat alles gut funktioniert“, bestätigt Wasner.

Begonnen hatte das Hegefischen am Sonntag bereits um 6Uhr morgens, als die 36 Teilnehmer ihre Standplätze zugelost bekamen und dann ihre Angeln auswerfen konnten. Bis 11 Uhr durften sie ihr Anglerglück am Vereinsgewässer versuchen.

Zum gleichen Zeitpunkt startete das Fischerfest und die ersten Besucher strömten auf das Areal. Bald schon bildeten sich Warteschlangen vor dem Stand mit den gegrillten Makrelen oder der Festküche mit gebackenem Zanderfilet samt Kartoffel- und Gurkensalat. Lange musste aber niemand warten, bis sein Teller gefüllt wurde.

Für ihr Engagement und ihre fast schon professionelle Routine bekamen die Helfer ein dickes Lob von ihrem Vorsitzenden. „Das läuft wie in alter Tradition hervorragend. Jeder kennt seinen Platz und die nötigen Handgriffe. Es setzt sich fort, was sich beim Bau schon gezeigt hat: Der Zusammenhalt funktioniert ausgezeichnet.“ Nur dadurch würden solche Feste überhaupt erst möglich, attestierte Wasner.

Auch das Hegefischen mit Königsproklamation ist eine jahrzehntelange Tradition und zählt nach Wasners Auskunft laut Fischereigesetz zum geschützten Kulturgut. Immerhin 19 der 36 Teilnehmer konnten um 11 Uhr einen Fang vorweisen. Würde man alle gefangenen Fische aneinanderreihen, käme ein Wesen von fast acht Metern Länge und gut 16 Kilogramm Gewicht dabei heraus. Natürlich werden alle gefangenen Fische als Lebensmittel genutzt.

Der erfolgreichste Angler war das Vereinsmitglied Sven Schneider, er zog mit einer Made als Köder eine Brachse mit 1415 Gramm Gewicht und 52 Zentimeter Länge an Land. Bei der Proklamation um 14 Uhr legte ihm Wasner die Königskette um den Hals. Jugendfischerkönig wurde Michael Erdl, ebenfalls vom Fischereiverein. Er fing mit einem Maiskorn am Haken eine Brachse von 808 Gramm und 42 Zentimetern Länge. Beide durften sich ihren Siegerpreis aus vielerlei Angelutensilien aussuchen. Sven Schneider wurde nach seinem Erfolg im Jahr 2016 nun schon zum zweitenmal Fischerkönig. „Um König zu werden, gehören Glück und Können gleichermaßen dazu. Die Chancen sind für jeden gleich“, meinte er im Gespräch mit unserer Zeitung.

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