Wenn überhaupt aus 13 Schuljahren irgendwas hängen geblieben ist, dann das kleine Einmaleins (in Fragmenten) und ein paar Kommaregeln.

So weit, so schlecht. Um so mehr bewundern wir Menschen, die in der Lage sind, sich längere Passagen, Zahlen oder gar Formeln zu merken und einfach so abzuspulen. Ja, Respekt! Insofern machen wir heute (wieder mal) eine tiefe Verbeugung vor unserem Oberbürgermeister, der zu ganz großer Form aufläuft, wenn er seinen Zuhörern Projekte erklären und seine Erläuterungen mit Datensätzen unterfüttern kann. Gut, der Mann hat Zuarbeiter, die ihm etwas aufschreiben, er schaut auch schon mal auf einen Spickzettel oder ein Display (Teleprompter? ), aber wie er auch auf Zwischenfragen gleich weitere Zahlen und Fakten parat hat und selbst nach einem langen Arbeitstag noch rauf und runter rattert, ja, das macht ihm wohl so schnell keiner nach.

Am Donnerstag sind wir bei der Bürgerversammlung im Gewerkschaftshaus wieder mal Zeuge eines solchen Auftritts geworden. Wie der OB da zunächst seine ganze Stadtregierung vorgestellt und dann niemanden von diesen kompetenten Leuten zu Wort hat kommen lassen, um vielmehr zu jedem Vorgang selber zu referieren - Klasse! Da soll die Opposition noch einmal behaupten, dieser Rathauschef sei nicht kommunikativ. Alles Quatsch! Man kann vielmehr festhalten: Die Stadtverwaltung spricht mit einer Stimme. Basta!

Nur in einem Punkt müssen wir eine klitzekleine Korrektur anbringen, denn der OB hat - menschlich, allzu menschlich - einmal geirrt: Beim Datum für den Festakt zum 700-jährigen Bestehen der Heilig-Geist-Stiftung im kommenden Jahr hat er daneben gelegen, und zwar haarscharf: Es ist nicht der von ihm genannte 24., sondern der 25. Juli. Knapper geht es nicht.

Zum Glück war der für die Stiftung zuständige Rechtsreferent (wie fast alle seine Kolleginnen und Kollegen von der Regierungsbank) die ganze Zeit brav im Saal gehockt. Gleich nach Ende des offiziellen Teils ist er aufgesprungen und hat der Presse das korrekte Datum genannt. Da wusste wenigstens einer der Stadtminister, warum er an diesen Abend gekommen war.