Erstes Testspiel für Neustart ganz unten
Nach dem großen Knall: Ingolstadt Dukes wollen mit Headcoach Peter Schweiger schnellstmöglich in Regionalliga

26.04.2024 | Stand 27.04.2024, 15:59 Uhr |

Aus den Ingolstadt Dukes muss nach dem Neustart in der Landesliga wieder eine Mannschaft werden. Foto: Lüger

Der plötzliche Rückzug der Ingolstadt Dukes aus dem Football-Oberhaus ganz nach unten in die Landesliga hat die Sportszene in der Stadt und weit darüber hinaus erschüttert. An diesem Wochenende nehmen die Sportler des TV 1861 in ihrer Mission Neustart einen weiteren Schritt – mit dem ersten Vorbereitungsspiel.



Wie groß der Knall heuer Anfang Februar war, das zeigt sich alleine daran, dass statt des langjährigen Rivalen und Ligakonkurrenten Straubing Spiders nur mehr dessen zweite Mannschaft als erster Gegner den neu formierten Dukes gegenübersteht (Samstag, 15 Uhr im Stadion des FTSV Straubing). So tief sind die Herzöge aufgrund ihrer zwischenzeitlichen finanziellen Probleme gerutscht.

Aus der Zweiten der Ingolstadt Dukes wird die erste Mannschaft



Dennoch brennt der Mann, auf dem die großen Hoffnungen für die Zukunft ruhen – und der sportlich die meiste Arbeit hat – für seine Aufgabe. Dabei war es auch für den neuen Chefcoach Peter Schweiger „ein Schlag mit dem Brett ins Gesicht“, wie er im Gespräch sagt, denn ursprünglich war der Niederbayer nur für die eigene Zweite der Dukes eingeplant. Er sollte den eigenen Nachwuchs und andere Talente an das ambitionierte GFL1-Team heranführen. Nun muss der 49-Jährige quasi einen Verein sportlich neu beleben, weil aus der „D2“ über Nacht die Erste geworden ist und in der untersten Spielklasse startet.

Finanzielle Schieflage führt zum Rückzug bis in die Landesliga



Wie berichtet, hatte die im Herbst neu gewählte Abteilungsleitung der Dukes beim Kassensturz eine massive finanzielle Schieflage festgestellt – und dann trotz einiger verkündeter namhafter Neuzugänge den Rückzug eingeleitet, um sich als Verein wieder zu gesunden. „Der Cut war unvermeidbar“, weiß inzwischen auch Schweiger, der als neuer Headcoach nun in die Gremienarbeit eingebunden ist und die Zahlen kennt. „Sonst wäre vermutlich der große Schlag unter der Saison gekommen“ – und die „alten“ Dukes hätten sich womöglich in der laufenden GFL1-Saison zurückziehen müssen, was ein noch größeres Fiasko als jetzt eh schon gewesen wäre.

Coach Schweiger: „Ich kann die Jungs doch nicht sitzen lassen“



Trotz der Hiobsbotschaft blieb Schweiger in einem sich auflösenden Kader an Bord. „Ich kann die Jungs doch nicht sitzen lassen“, sagt er über seine Mannschaft „mit fast ausschließlich Ingolstädtern“. Der gebürtige Straubinger ist eben keiner, der vor einer Aufgabe oder einer Herausforderung davonläuft. Das galt schon als Aktiver in seiner durchaus erfolgreichen Karriere, in der sich der heute 49-Jährige den Ruf als einer der besten und härtesten deutschen Passverteidger erarbeitete. Nach einer besonders erfolgreichen Spielzeit mit den meisten Interceptions in der gesamten GFL für die Plattling Black Hawks wurde Schweiger sogar für die Nationalmannschaft nominiert. Weitere Stationen waren die Straubing Spiders und Kirchdorf Wildcats – sowie ab 2015 die Dukes, weil es den Defensive Back beruflich nach Mainburg in die Region verschlagen hatte.

Trainer hat einen Wunsch: „Hoffentlich bleiben uns die Fans!“

Der Kontakt nach Ingolstadt blieb bestehen. Letztlich war es sogar noch Eugen Haaf, der Schweiger im vergangenen Herbst für die Zweite installierte – ehe der „ewige“ Dukes-Headcoach mit so gut wie allen aus dem GFL1-Kader nach dem Knall den Verein verließ; als Ratgeber steht er Schweiger aber noch bei Bedarf zur Seite.

Der neue Hauptübungsleiter kann jede Hilfe brauchen, da er den Laden zunächst einmal alleine schmeißen will und muss – ganz ohne Co-Trainer. „Das Ziel ist es, so schnell wie möglich in die Regionalliga zu kommen. Die Regionalliga ist Pflicht für so einen Traditions-Standort wie Ingolstadt“, sagt Schweiger dennoch. „Der Aufstieg ist auch heuer schon das Ziel.“ Mit einem festen Stamm von 35 Leuten im Kader („kein Import dabei!“) geht der Trainer das Abenteuer Landesliga an, darunter einige ehemalige Ingolstadt Maniacs. Einen großen Wunsch hat er dabei: „Hoffentlich bleiben uns die Fans!“ Die Botschaft sollen alle hören: Die Dukes wollen auf einer soliden Basis wieder nach oben, mit vielen einheimischen Jungs.

DK