Reichertshofen

Kläranlagensanierung wird deutlich teurer

Preissteigerung bei den Vergaben in Reichertshofen – Bei Versickerung am Wertstoffhof muss nachgebessert werden

05.08.2022 | Stand 05.08.2022, 21:00 Uhr

Die Sanierung der Kläranlage in Winden wird an manchen Stellen deutlich teurer, nicht bei jeder Ausschreibung gab es auch Angebote. Foto: Vogl/Archiv

Es ist das aktuell größte Bauprojekt der Gemeinde und hat die Reichertshofener Marktgemeinderatsmitglieder auch auf der jüngsten Sitzung wieder beschäftigt: die Kläranlagensanierung in Winden.

Die allgemeine Preissteigerung macht auch vor Reichertshofen nicht Halt: Deutlich wurde das bei einigen Vergaben für die Kläranlagensanierung in Winden. Fast alles wurde teurer. Die größte Preissteigerung gab es beim Posten Dachbegrünung: Hier muss die Gemeinde statt der angesetzten 27000 Euro inklusive Pflege nun 46000 Euro berappen. Vergeben wurden auch kleinere Gewerke wie Malerarbeiten, Trockenbauarbeiten, Innentüren und Laboreinrichtung. Der Zuschlag ging jeweils an den wirtschaftlichsten Bieter.

Für den teuersten Posten – die Fassadenarbeiten mit einem Haushaltsansatz von 130000 Euro – hatte es kein Angebot gegeben, ebenso wenig wie für die Toranlagen. Hier wurde die Gemeinde ermächtigt, freihändig zu vergeben. Wie Bürgermeister Michael Franken (JWU) betonte, hatte die Gemeinde die meisten Aufträge aber noch vor der Ukraine-Krise vergeben – und somit günstigere Preise erhalten. Da es aktuell Lieferengpässe gibt, soll die neue Anlage statt im November 2023 nun im Frühjahr 2024 in Betrieb gehen, so Franken weiter.

„Wann wird dann das neue Gewerbegebiet in Winden angeschlossen?“ wollte Gabi Breitmoser (CSU) wissen. Franken: „Wenn die Kläranlage in Betrieb geht.“

Nachgebessert werden muss im Zuge der Kläranalgensanierung auch bei der Grüngut-Sammelstelle am Wertstoffhof, die direkt nebenan liegt. Wie zwei Fachplaner vom Büro Wipfler Plan erklärten, wird aktuell zu viel Wasser vom Wertstoffhof in die Kläranlage eingeleitet. Die Verwaltung informierte außerdem darüber, dass die ursprünglich geplante Versickerung 2007 nicht umgesetzt wurde.

Die Nachbesserung mit dem Ziel der Flächenreduzierung und Drosselung kostet in der günstigsten Variante rund 188000 Euro. 50 Prozent der Kosten übernimmt nach Absprache der AWP Pfaffenhofen, den Rest trägt die Gemeinde. Das Reichertshofener Gremium sprach sich schließlich einstimmig für die günstigste Variante aus.

Neues Regenüberlaufbecken und neue Straßennamen

Noch ein weiterer Punkt hinsichtlich des Wasserrechts wurde behandelt: Der Markt Reichertshofen beantragte beim Wasserwirtschaftsamt eine vorzeitige Einleitung des Mischwasserabschlags aus dem neuen Regenüberlaufbecken in Winden am Aign. Gleichzeitig gab der Markt folgende Erklärung gegenüber dem Landratsamt ab: „Der Markt verpflichtet sich, alle bis zur endgültigen Entscheidung durch die Benutzung verursachten Schäden zu ersetzen und, falls die Benutzung nicht erlaubt oder bewilligt würde, den früheren Zustand wiederherzustellen.“

Neue Namen gab es für zwei Straßen im Ortsteil Winden: Die Hauptstraße, die durch das Neubaugebiet Winden Südwest führt, heißt nun „Wiesenstraße“. Die Hauptstraße im Gewerbegebiet bei Winden östlich der A 9 nennt sich „Am Gewerbepark“.

MIt LED 70 Prozent Strom sparen

Gute Nachrichten gab es in Hinblick auf die Jahresrechnung 2021: Der Rechnungsprüfungsausschuss hatte keine wesentlichen Beanstandungen gehabt. Es gab eine Prüfungsempfehlung, die den Marktgemeinderat auf einer künftigen Sitzung beschäftigen wird: die Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED. Für die Gemeinde verbleiben nach Abzug einer Förderung Kosten in Höhe von 423000 Euro. Durch die Umrüstung würden künftig rund 70 Prozent Strom eingespart.

Der Marktgemeinderat Reichertshofen hat außerdem die erste Nachtragshaushaltssatzung für 2022 mit Haushaltsplan erlassen. Notwendig wurde er, um land- und forstwirtschaftliche Grundstücke in Höhe von über 800000 Euro zu kaufen, wie es in der Sitzung hieß. „Was machen wir mit den Flächen?“, fragte Bernhard Kirmaier (CSU). „Die Flächen bleiben verpachtet“, so Bürgermeister Michael Franken (JWU).

Wie Franken informierte, werden laut aktuellem Stand alle Kinder im Marktbereich untergebracht, die zum neuen Kindergartenjahr einen Kindergarten-Platz beantragt hatten. Im September soll plangemäß die neue Kita Hummelnest in Langenbruck ihre Tore öffnen. „Stand heute haben wir das Personal“, so Franken.

Eine weitere Information des Rathauschefs: Der gemeinsame Rufbus von Pörnbach und Reichertshofen soll voraussichtlich verlängert werden. Insgesamt sei eine vermehrte Nutzung zu beobachten, so Franken. Die Marktgemeinde hatte sich finanziell am Rufbus beteiligt.