Endlich kommt die staade Zeit
Einer der ältesten und schönsten: Der Ingolstädter Christkindlmarkt ist eröffnet

22.11.2023 | Stand 23.11.2023, 12:13 Uhr |

Vorweihnachtlicher Glanz: Auf dem Platz vor dem Stadttheater ist am Mittwoch der Christkindlmarkt eröffnet worden. Foto: Hauser

Die Kinder sind dick eingepackt in Mützen, Schals und Handschuhe, überall funkeln Lichter, und schon vor dem offiziellen Beginn gibt es die erste Tasse Glühwein: Der Ingolstädter OB Christian Scharpf hat am Mittwochabend zusammen mit dem Christkind und Nikolaus den diesjährigen Christkindlmarkt am Theaterplatz eröffnet.



Viele Ingolstädterinnen und Ingolstädter haben sich bei der Bühne versammelt, vor allem die Kleinsten stehen ganz weit vorne: Denn sie wollen alle einen Blick auf das Christkind erhaschen – und natürlich auch eine Kleinigkeit vom Nikolaus abstauben. „Der Christkindlmarkt in Ingolstadt ist nicht nur einer der ältesten in ganz Deutschland, sondern auch einer der schönsten“, sagt Scharpf. Für ihn sei er ein Gesamtkunstwerk.

Lesen Sie dazu auch: Interaktive Tabelle: Die Christkindlmärkte in der Region auf einen Blick

Die drei Schwestern Stefanie (8), Sarah (6) und Sophia (10) sitzen unter einem der festlich beleuchteten Bäume mitten im Getümmel und lassen sich ihre Zuckerwatte schmecken. „Wir wollen noch ganz oft herkommen“, sagt Sarah. „Und immer Zuckerwatte essen – oder Mandeln“, schiebt Stefanie hinterher. Sophia schmeckt besonders der Kinderpunsch.

„Man fühlt sich einfach geborgen“

Den gibt es unter anderem bei Heiner Distel. Eher bekannt ist er mit seinem Stand aber für seine Feuerzangenbowle. Die erste Tasse gab es schon vor der Eröffnung, verrät er. „Das ist ein altes Rezept, das wir bei einer Feuerzeremonie traditionell live im Stand anrühren“, sagt er. Schon seit 1998 ist er beim Ingolstädter Christkindlmarkt dabei. „Der hat einfach ein ganz besonderes Flair.“

Die Bowle lassen sich Laura und Nicole aus Großmehring schmecken. Die Tassen dampfen und wärmen die beiden jungen Frauen, die sich fest in ihre Winterjacken eingepackt haben. „Endlich wieder Christkindlmarkt“, sagt Laura. Leute treffen, die gemütliche Atmosphäre genießen und natürlich die vielen funkelnden Lichter. „Auf dem Christkindlmarkt fühlt man sich einfach so geborgen“, beschreibt es Nicole ganz romantisch.

Christkindlmarkt in Ingolstadt: Ein Gesamtkunstwerk

Vor dem Standl von Rosa und Roswitha Schwer bleiben immer wieder Kinder mit großen Augen stehen und bestaunen die vielen bunten Schneekugeln. „Die sind immer gefragt bei den Kindern“, meint Rosa Schwer. Bei ihr gibt es Räuchermännchen, Zinnfiguren, Postkarten: „Alles“, fasst sie es munter zusammen. Die 86-Jährige ist zusammen mit ihrer Tochter Roswitha schon seit 24 Jahren beim Christkindlmarkt in Ingolstadt dabei. Ihr Geheimtipp: Schneekugeln, Fingerhüte und Postkarten mit dem verschneiten Ingolstadt als Motiv.

Heuer neu auf dem Christkindlmarkt mit dabei ist die Meisterei Handwerksgenuss – jedoch mit altbekannten Leckereien der Bäckerei Erhard. Sonja Neumeier verkauft seit neun Jahren die Lebkuchen: „Mein Favorit ist der Apfel-Zimt-Lebkuchen mit Marzipan.“ Bei der Jugend käme vor allem der mit Haselnuss und Nougat gut an. Die „drei Himmlischen“ sind sogar gefüllt mit Pralinen. Neumeier erzählt: „Zu uns kommen sogar Nürnberger, weil ihnen die Ingolstädter Lebkuchen so gut schmecken.“

Was das Besondere am Ingolstädter Christkindlmarkt für OB Christian Scharpf ist? „Es ist ein Gesamtkunstwerk – da geht mir das Herz auf.“ Bis zum 23. Dezember öffnet der Christkindlmarkt täglich ab 10 Uhr.